Konjunktur-Sorgen, politische Unsicherheiten, dazu ein Leitzins von null Prozent – die Gemeinschaftswährung der EU kannte in den letzten Monaten nur eine Richtung: nach unten. Mit einem Stand von 1.08 Franken pro Euro ist der Wechselkurs auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Unter dieser Entwicklung leiden Unternehmen, die ihre Waren in den EU-Raum exportieren.

Eines dieser Unternehmen ist die in Frick domizilierte Jakob Müller AG, einer der grössten Bandmaschinenhersteller der Welt. «Für uns ist ein starker Schweizer Franken sehr negativ aufgrund des hohen Export-Anteils und der hohen Wertschöpfung im Inland», sagt CEO Robert Reimann. Um die Produkte weiterhin für den EU-Markt attraktiv zu gestalten, sei man etwa gezwungen, die Wertschöpfung in der Schweiz zu reduzieren und in den EU- und Nicht-EU-Raum zu verlagern. «Dies hat in erster Linie Auswirkungen auf unsere Zuliefererkette und nicht so sehr auf den Standort Frick.»

Auch die im Mettauertaler Ortsteil Etzgen ansässige Jehle AG ist mit einem direkten Export-Anteil von 50 Prozent vom starken Franken betroffen. «Weil wir die Waren für den EU-Raum in Euro fakturieren, haben wir keinen Rückgang im Auftragsvolumen», sagt Geschäftsführer, Raphael Jehle. «Aber wir bekommen für die in Euro abgewickelten Lieferungen weniger Franken, was sich nachteilig auf den Gewinn auswirkt», schiebt er nach. Die in Euro ausgewiesenen Preise einfach nach oben korrigieren, nur weil der Kurs ein anderer ist, könne man nicht, so Jehle. «Das interessiert niemanden.»

Jehle, der befürchtet, dass der Kurs weiter sinkt, sagt, dass man die Kosten «noch viel mehr im Griff» haben muss. «Wir haben zuletzt viel in die Automatisierung investiert.» Bei rund 170 Mitarbeitern hat die Jehle AG dieses Jahr zwei Stellen abgebaut. Nicht jedoch aufgrund des Wechselkurses, sondern wegen der sich negativ veränderten Konjunktur.

Negative Auswirkungen auf Profitabilität von Novartis

Auch für Novartis, die im Fricktal ein Werk in Stein betreibt, wirkt sich die Frankenstärke negativ auf die Profitabilität aus. Dies, «weil das Unternehmen im Vergleich zu den Umsätzen in Schweizer Franken eine relativ hohe Kostenbasis in der Schweiz hat», sagt Sprecher Satoshi Sugimoto.

Rund 80 Prozent der Kostenbasis von Roche, die im Fricktal einen Standort in Kaiseraugst hat, liegt ausserhalb der Schweiz. «Dies führt zu einer Abfederung des Währungseffektes auf den Cashflow», sagt Sprecher Patrick Barth.

Weil für die Feldschlösschen Getränke AG mit Hauptsitz in Rheinfelden der Export nicht zentral ist, hat der starke Franken nur einen indirekten negativen Effekt. So sorgt die Frankenstärke dafür, dass Schweizer vermehrt im Ausland einkaufen oder dort ihre Ferien verbringen. «Die davon betroffenen Branchen – Detailhandel und Tourismus-Gastronomie – sind unsere Kunden», sagt Sprecherin Gaby Gerber.

Einen Vorteil aus dem starken Franken zieht die Balteschwiler AG aus Laufenburg aufgrund einer Vielzahl an Lieferanten aus dem EU-Raum, so Marketing-Leiter Thomas Obrist. «Wir geben jedoch die daraus resultierenden Einkaufsvorteile an den Markt weiter.»