Laufenburg
Aus der Schüüre wird ab Januar 2014 die Kultschüür

Seit 10 Jahren ist das Theater Wiwa in der Schüüre in Laufenburg beheimatet. Auf das neue Jahr übernimmt der Verein die Lokalität als alleiniger Mieter. Verein und Lokal werden in Kultschüür Laufenburg umbenannt. Betriebsleiter wird Martin Willi.

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«Das Lokal kann als Veranstaltungsort für die regionale Kleinkunstszene weiter bestehen»: Martin Willi, ab 2014 Betriebsleiter der Kultschüür in Laufenburg. – Foto: hjp

«Das Lokal kann als Veranstaltungsort für die regionale Kleinkunstszene weiter bestehen»: Martin Willi, ab 2014 Betriebsleiter der Kultschüür in Laufenburg. – Foto: hjp

Etwas überrascht sei man schon gewesen, so Martin Willi, als die Anfrage an das Wiwa-Ensemble kam, ob der Verein die Lokalität Schüüre in Laufenburg übernehmen wolle. Das Ensemble ist seit 2003 in Laufenburg beheimatet und hat über 20 Produktionen auf die Bühne gebracht; aktuell läuft das Kriminalstück «Bevor der Tag sich neigt» (die Aargauer Zeitung berichtete darüber).

Bislang wurde die Lokalität, die es in dieser Form seit 2001 gibt, durch die Besitzerfamilie Kurt Weiss betrieben. «Wollen wir das finanziell nicht zu unterschätzende Projekt wirklich starten?», fragte man sich im Wiwa-Vorstand. «Ja», war die einstimmige Antwort nach reiflicher Überlegung. «Denn einerseits kann damit das Fortbestehen des Theaters Wiwa sichergestellt werden und andrerseits kann das Lokal als Veranstaltungsort für die regionale Kleinkunstszene weiter bestehen bleiben», so der künftig Martin Willi. Nachdem die Vereinsversammlung dem Projekt zugestimmt hatte, ging es darum, die Organisation zu planen und ein erstes Konzept zu erstellen.

Auf den 1. Januar 2014 wird nun der Verein Theater Wiwa umbenannt in Kultschüür Laufenburg. Ebenfalls auf diesen Termin hin wird die Lokalität diesen Namen erhalten. Das Wort Kultschüür beinhaltet sowohl die Kultur – die weiterhin einen grossen Stellenwert haben wird, – als auch den bisherigen Namen der Schüüre, da sich dieser bereits etabliert hat.

Das Theater Wiwa bleibt als Ensemble bestehen, das in den Verein integriert ist. Die Organisation wird durch einen neu zu wählenden Vorstand sowie durch den Betriebsleiter sichergestellt. Als Betriebsleiter hat der aktuelle Vorstand den Wiwa-Gründer Martin Willi bestimmt.

Plattform für regionale Künstler

Die nebst dem Wiwa weiteren aktuellen Mieter können ihre Anlässe im gewohnten Rahmen weiterführen. «Es ist auch in unserem Interesse, dass die Lokalität in grossem Rahmen genutzt wird», so der künftige Betriebsleiter Martin Willi. Die Kultschüür soll zu einem Daheim für regionale Kulturschaffende werden, weshalb auch das Programm des Jahres 2014 vielfältig und interessant für verschiedene Zuschauergruppen ist.

Vorgesehen sind zwei Produktionen des Wiwa-Ensembles. Im Mai die hochstehende Komödie «Jake’s Frauen», von Neil Simon, mit Iris Muntwyler als Regisseurin, dann im Herbst ein Stück mit Kindern und Erwachsenen, unter der Leitung von Anja Grimbichler und Martin Willi. Nebst einem Saisoneröffnungsevent Anfang Januar planen die Verantwortlichen vier Events mit Barbetrieb jeweils zu Beginn einer neuen Jahreszeit. Die Verhandlungen mit den gewünschten Künstlern sind aufgenommen worden.

«Ein wichtiger Teil des Programms ist die Veranstaltungsreihe Local Day. Dies soll eine Plattform für regionale Künstler aus allen Bereichen sein, die nachweislich nicht mehr als fünf Auftritte vor zahlendem Publikum bestritten haben», so Martin Willi. Man wolle Nachwuchskünstlern eine Aufführungsgelegenheit bieten. Die Künstler haben keine Lokalmiete zu bezahlen, bekommen aber auch keine Gage im eigentlichen Sinn. Der Reingewinn des Anlasses wird aufgeteilt zwischen Künstler und Veranstalter.

Geplant ist zudem, die Lokalität oder einzelne Räume weiter zu vermieten. Vor allem der Kursraum im zweiten Obergeschoss biete sich für Kurse aller Art an, aber auch für Versammlungen. Auch der Theatersaal könne für verschiedene Anlässe gebucht werden, so beispielsweise für Lesungen, Vorträge oder Konzerte. «Grundsätzlich ist man offen für alle Anfragen», meint der Betriebsleiter, der sich darauf freut, die Kultschüür mit Leben zu erfüllen: «Der kulturelle Puls soll hier bei uns pochen. Den Zuschauern wollen wir Attraktionen aus verschiedenen Sparten bieten. Ich bin mir sicher, dass die Stadt Laufenburg, die mir sehr am Herzen liegt, durch unser Angebot noch attraktiver wird. Wir werden unser Programm ganz bewusst aber auch am bisherigen der Besitzerfamilie anpassen. Das heisst, die Kultschüür wird nicht plötzlich zu einem Bar- und Discolokal.»

Wenn das liebe Geld nicht wäre

Wie die meisten Kulturprojekte so steht und fällt auch die Kultschüür Laufenburg mit dem Geld. «Die Einnahmen, die wir aus den Anlässen generieren können, werden nicht reichen, dessen sind wir uns bewusst.», zeigt sich Martin Willi durchaus realistisch. Daher sei man auf finanzielle Zuwendungen von privaten Personen, regionalen Firmen und vor allem von der öffentlichen Hand angewiesen. Erste Zusagen seien bereits vorhanden, doch diese seien erst einzelne Tropfen auf den heissen Stein, den es noch zu kühlen gelte, bevor am 1. Januar 2014 der Startschuss der Kultschüür fällt.

Künstler, die in der Kultschüür auftreten wollen, Personen die einen Kurs organisieren möchten, Firmen und Vereine, die eine Versammlung durchzuführen haben – sie alle sind gebeten, sich an die Kultschüür zu wenden. Personen, die das Projekt als Mitglied unterstützen wollen, sind ebenfalls willkommen. Der Mitgliederbeitrag beträgt jährlich mindestens 50 Franken. (HJP)

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