Am Samstagmorgen beginnt beim Uhren- und Schmuckgeschäft Schmid in Frick das grosse Drehen. Mehrere hundert Uhren in der Filiale müssen manuell auf Sommerzeit umgestellt werden – also eine Stunde vor. «Wir beginnen meist am Morgen früh, dann sind wir bis Ladenschluss fertig», sagt Nicolina Libranti, Angestellte beim Uhren- und Schmuckgeschäft.

Dieses Jahr fällt diese Aufgabe der Lehrtochter Céline Wenk zu. «Wenn wir sehen, dass sie nicht fertig wird, helfen die anderen Angestellten ihr aber natürlich», sagt Libranti. Spätestens Anfang Woche sollen alle Uhren wieder richtig ticken.

Am Sonntagmorgen richtig ticken werden auch die Uhren an der Kirche St. Michael in Wegenstetten. Paul Schreiber, verantwortlich für die Elektrik in der Kirche, sorgt persönlich dafür. Er klettert jeweils in der Nacht der Zeitumstellung im Herbst und im Frühling in den Glockenturm hoch.

In der Nacht auf dem Turm

Die goldenen Zeiger der vier Zifferblätter werden zwar seit einigen Jahren automatisch umgestellt, nicht aber der Stundenschlag der Glocken. «Das System ist mechanisch», sagt Schreiber. «Ich muss also das Zahnrad einen Zacken vor- oder zurückstellen.» Ohne seinen Einsatz würden Glockenschlag und Uhrzeit nicht übereinstimmen. Auch das Vesperläuten muss er umstellen. Es findet im Sommer um 16 Uhr, im Winter aber um 15 Uhr statt. Die Aufgabe haben schon sein Vater und sein älterer Bruder erledigt. «Es ist eine Familientradition», sagt Schreiber.

Etwas einfacher hat es da Veronika Schmid, Sigristin der Kirche St. Michael in Kaisten. In den Kirchenturm klettern und die Uhr oder das Schlagwerk umstellen? Nein, das muss sie nicht. Wenn sie am Sonntagmorgen aufwacht, zeigt die Uhr am Kirchenturm bereits die Sommerzeit.

Es handelt sich zwar um ein mechanisches Uhrwerk, dieses aber ist über Funk gesteuert und läuft damit automatisch. «Mit der Umstellung habe ich also gar nichts zu tun», sagt Schmid. Bei Problemen kann sie sich an einen Kirchentechniker wenden.

Automatik in den Stadttürmen

Auch wegen der Stadttürme in Laufenburg und Rheinfelden muss niemand mitten in der Nacht aufstehen. Sowohl die Uhr am Wasentorturm in Laufenburg, als auch jene am Obertorturm und am Rathaus in Rheinfelden werden automatisch umgestellt.

Der Rheinfelder Stadtweibel Marcel Hauri kann sich allerdings noch an eine Zeit davor erinnern: «In meiner Anfangszeit als Weibel gehörte es zu meinen Aufgaben, einmal in der Woche das mechanische Uhrwerk im Rathaus aufzuziehen.» Das Anfang des 20. Jahrhunderts installierte Uhrwerk in der Turmstube trieb die Uhr an der Marktgassenfassade sowie drei weitere Uhren im Gebäude an.

Rheinfelden ist voraus

Die Uhr an der Fassade geht ausserdem zwei Minuten vor, jene am Obertorplatz sogar sieben Minuten. Eine Eigenheit, die auf die Zeit zurückgeht, in der die Stadttore – und mit ihnen der Zugang zur Stadt – um fünf Uhr abends geschlossen wurden.

Beim Stundenschlag hatten die Bauern auf den Feldern so noch sieben Minuten Zeit, in die Stadt zurückzueilen. Die Uhr am Rathaus war die letzte Warnung. «Auch diese Differenz von einigen Minuten wird vom System automatisch übernommen», sagt Hauri.

So läuft es auch in der Schule Frick: Die Uhren werden automatisch umgestellt – das Läuten, das die Schüler ins oder aus dem Schulhaus klingelt, ist daran gekoppelt.