Anton Schnetzler stossen die Zugangsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zur Mehrzweckhalle in Kaisten sauer auf. «Einwohner, die auf einen Rollator, Rollstuhl oder ein Elektromobil angewiesen sind und von Richtung Dorf oder Unterdorf kommen, müssen einen grossen Umweg über die Schulstrasse in Kauf nehmen, um über den barrierefreien Zugang an der Westseite in die Mehrzweckhalle zu gelangen», sagt er. Der wesentlich kürzere Weg zur Mehrweckhalle über die Ostseite des Gebäudes bliebe ihnen verwehrt, weil sich dort drei Treppenstufen befänden. «Das bereitet einigen Menschen grosse Umstände», sagt Schnetzler.

In einem an den Gemeinderat adressierten Brief schreibt Schnetzler, dass «dieser Ist-Zustand für unsere prosperierende Gemeinde keine Vorbildfunktion erfüllt». Er fordert deswegen den Gemeinderat auf, einen zweiten behindertengerechten Zugang über die Ostseite hin auf die Traktandenliste zu setzen.

Gemeinderat Raphael Lemblé hat vor kurzem den Brief von Schnetzler gelesen und kann sein Anliegen nachvollziehen. «Wir werden uns der Thematik an der nächsten Gemeinderatssitzung annehmen», sagt er. «Das Anliegen ist legitim.» Je nachdem, ob vom Gremium ein Beschluss gefasst werde, könne das Problem mit einfachen baulichen Massnahmen gelöst werden. Die Zustimmung durch den Souverän brauche es hierfür nicht, sagt Lemblé.

Problem nicht auf der Agenda

Bisher sah der Gemeinderat hinsichtlich eines barrierefreien Zugangs an der Ostseite keinen Handlungsbedarf. Dies, weil man von der Problematik schlichtweg keine Kenntnis hatte. «Wir sind immer dankbar, wenn wir von Einwohnern Hinweise und Vorschläge erhalten, die dazu dienen, etwas im Dorf zu verbessern», sagt Lemblé, für den das Anrecht auf Gleichstellung ausser Frage steht.

Auch in der Gemeinde Wittnau gibt es hinsichtlich der Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude Nachholbedarf. So wird in das Mehrzweckgebäude – gegenüber der Gemeindeverwaltung – noch in diesem Jahr ein Lift eingebaut. «Dorf finden einige kulturelle Veranstaltungen statt und es ist jetzt an der Zeit, dafür zu sorgen, dass keiner mehr ausgeschlossen wird», sagt Gemeindeammann Andreas von Mentlen.

Handlungsbedarf besteht auch bei der in den 1960er-Jahren gebauten Turnhalle. Diese verfügt zwar über behindertengerechte Zugänge, jedoch sind die Toilettenräume nicht barrierefrei. «Wenn es zu einem Neu- oder Umbau kommt, werden wir das in jedem Fall angehen», sagt von Mentlen.

Eine behindertengerechte WC-Anlage neben dem Eingang erhielt die Mehrzweckhalle in Schupfart, nachdem der Souverän für die Sanierung Ende 2014 einen Kredit von rund zwei Millionen Franken bewilligte. «Wir haben weiter darauf geachtet, dass die Rampe zum Haupteingang für die Rollstuhlfahrer nicht zu steil und die weiteren Eingänge genügend breit sind», sagt Gemeinderätin Verena Kläusler.

Derzeit wird für rund 1,5 Millionen Franken die Turnhalle in Hellikon saniert. Die Arbeiten umfassen keine Massnahmen zur Verbesserung der Behindertengerechtigkeit. «Die Turnhalle hat bereits ein barrierefreies WC und einen barrierefreien Zugang», so Gemeindeammann Kathrin Hasler.