Coronavirus im Aargau

Baugesuch liegt auf: A3-Werkhof in Frick bleibt Isolierstation für Asylsuchende

Pia Maria Brugger und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst kurz vor der Eröffnung der Corona-Isolierstation im kantonalen Werkhof in Frick im April 2020.

Pia Maria Brugger und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst kurz vor der Eröffnung der Corona-Isolierstation im kantonalen Werkhof in Frick im April 2020.

Der A3-Werkhof soll auch in den nächsten Monaten eine Covid-­19-Quarantäne- und Isolierstation für Asylsuchende bleiben. Dies geht aus dem Baugesuch hervor, das ab heute Freitag auf der Gemeinde Frick öffentlich aufliegt.

Nötig wird das neue Baugesuch, weil die auf drei Jahre befristete Nutzungsbewilligung als Asylunterkunft im Frühjahr abgelaufen ist und das danach gültige Coronanotrecht, das den Betrieb als Quarantäne- und Isolierstation ohne Baubewilligung ermöglicht hatte, nicht mehr gilt.

Bauliche Änderungen sind laut Maria Gares, Mediensprecherin im zuständigen Gesundheitsdepartement, keine vorgesehen. Seit Ende Mai sind auch keine Asylsuchenden mehr in Frick in Quarantäne; die Isolierstation ist seither geschlossen. «Seit der Schliessung der Isolierstation Frick sind wir und unsere Bewohnerinnen und Bewohner glücklicherweise von weiteren Infektionen verschont geblieben», so Gares.

Sollten neue Covid-19-Verdachtsfälle auftreten, werden die Betroffenen bis zum Vorliegen eines Testresultates in den regulären Asylunterkünften isoliert. Ab welcher Fallzahl dann die Isolierstation wieder hochgefahren wird, lässt sich laut Gares nicht quantifizieren. «Das ist abhängig von der betroffenen Unterkunft und der räumlichen Verfügbarkeit.»

Es habe sich aber gezeigt, dass eine schnelle und vollständige Isolation die Weiterverbreitung innerhalb unserer Asylunterkünfte verhindere. «Wir werden also eher zu früh als zu spät handeln», so Gares. Dies zum Schutz der Bewohner wie auch im Interesse der Gesamtbevölkerung. «Covid-19 betrifft uns alle.»

Caterer und Securitas im Einsatz

Im Fall der Fälle ist die Isolierstation schnell wieder betriebsbereit. Dank der Erfahrungen im Frühjahr sei man in der Lage, die Station innerhalb von 24 Stunden wieder in Betrieb zu nehmen, sagt Gares.

Organisiert werden muss die Isolierstation dann allerdings anders als im Frühjahr. Denn damals stand die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal im Einsatz und übernahm die Zutrittskontrolle sowie die Verpflegung der Asylsuchenden. Da die kantonale Notlage seit dem 19. Juni aufgehoben ist, kann der Zivilschutz nicht mehr aufgeboten werden.

Die Mahlzeiten würde nach einer Wiederinbetriebnahme ein regionaler Caterer liefern, für die Betreuung wäre – wie im Frühling – die Securitas zuständig, für die medizinische Versorgung Gesundheitsfachpersonal.

Wie lange der A3-Werkhof als Isolierstation genutzt werden soll, lässt das Baugesuch offen. Zeitlich fixieren lässt sich dies auch nur schwer, denn die Nutzung ist auf die Dauer der Coronakrise begrenzt. «Wie lange diese andauert, ist aktuell nicht absehbar», sagt Gares.

Was später, nach der Coronakrise, mit dem ehemaligen Autobahn-Werkhof geschehen soll, ist nach wie vor offen. Die Ideen sind breit und reichen von einer Nutzung als Standort für das Kantonale Katastrophen Einsatzelement mit seinen orangen Hochwasserschutz-Schläuchen über eine Autobahnraststätte bis hin zu einem Gewerbepark.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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