Urnenabstimmung
Container-Lösung oder Massivbau: In Oeschgen entscheidet das Stimmvolk über die Zukunft der Schule

Nachdem eine eine Petition neuen Schwung in die Schulraumfrage gebracht hatte, formieren sich jetzt die Lager. Sowohl ein Eltern-Komitee wie auch der Gemeinderat haben jeweils ihre Favoriten. Am Wochenende wird abgestimmt.

Hans Christof Wagner
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An der Schule in Oeschgen ragen die Bauprofile schon in die Höhe. Sie sollen anzeigen, welche Dimensionen die beiden geplanten Varianten der Schulraumerweiterung haben werden.

An der Schule in Oeschgen ragen die Bauprofile schon in die Höhe. Sie sollen anzeigen, welche Dimensionen die beiden geplanten Varianten der Schulraumerweiterung haben werden.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

«Endlich geht jetzt was. Aber wie es im Detail läuft, ist alles andere als optimal.» Das sagt Marianne Bircher, eine von 245 Unterzeichnern einer 2020 auf petitio.ch, der Online-Plattform der Aargauer Zeitung, lancierten Petition. Die Forderung an den Gemeinderat Oeschgen: Macht vorwärts bei der Schulraumplanung. Bis spätestens Ende September 2020, so die Forderung, sollte an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über eine Lösung abgestimmt sein.

Jetzt ist es Januar 2021 geworden und anstatt bei einer Gmeind entscheidet der Souverän darüber an der Urne – coronabedingt auch ohne vorausgegangenen Infoanlass. Dennoch sind die früheren Petitionäre grundsätzlich froh darüber, dass die Oeschger es jetzt in der Hand haben. Inzwischen haben sie sich Teile davon als «Komitee Eltern aus Oeschgen» in Stellung gebracht, eine Website aufgeschaltet und Flyer im Dorf verteilt. Bircher gehört dazu.

Eltern-Komitee: Mit Containern flexibler

Zwei Varianten zwecks Erweiterung der Oeschger Schulräume stehen am kommenden Sonntag zur Abstimmung: der Containerbau als Variante A 2 und als Variante C die Aufstockung der Pausenhalle als Massivbau. So wie der Gemeinderat für die Aufstockung plädiert, weibelt das Eltern-Komitee für die Container. Die Vorteile: schnell errichtet und abgebaut, sollte es nötig, die Schulanlage insgesamt überdenken zu müssen. Bircher sagt:

Für uns ist völlig offen, für wie lange die Raumkapazität im Falle der Aufstockung ausreicht.

Bircher nennt den Informationsfluss seitens des Gemeinderates «spärlich». Über die Zukunft des 1949 erbauten Schulhauses, laut ihr «alt, gebraucht und mit kleinen Räumen», schweige er sich ebenso aus wie über die Frage, was ab Herbst passieren soll. «Wir brauchen ab August 2021 einen zweiten Kindergarten», sagt Bircher. «Doch weder Containerbau noch Aufstockung seien in den wenigen Monaten, die noch bleiben, umzusetzen. Am Sonntag kommen zwei von vier Varianten für die Schulraumplanung zur Abstimmung.

Ihr sei bewusst, sagt Bircher, dass dem Souverän am Sonntag nicht alle vier vorgelegt werden können. Sie fragt sich aber, warum eine davon ausgerechnet die Aufstockung ist und nicht eine zweite und noch günstigere Containerlösung oder ein Neubau.

Zwei Varianten, drei Fragen

Zwei Varianten stehen im Raum. Doch den Oeschger Stimmberechtigten werden drei Fragen vorgelegt. Für Bircher «sehr verwirrend» und womöglich Grund dafür, «dass das absolute Mehr am Sonntag verfehlt wird.» Und Oeschgen dann ganz ohne zusätzlichen Schulraum dasteht.

Die Oeschger Stimmberechtigten hatten die Möglichkeit, bis 22. Januar dem Gemeinderat schriftlich Fragen zur Schulraumerweiterung einzureichen. Die Antworten darauf sind jetzt auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet. Drei Themen beschäftigen darin besonders: Abstimmungsprozedere: Der Gemeinderat beschreibt drei Szenarien. Szenario 1: Beide Varianten erreichen das absolute Mehr, weil sie mehr Ja als Nein-Anteil bekommen haben. In diesem Falle kommt Frage 3, die Stichfrage, ins Spiel. Welche Variante darin die meisten Stimmen erhält, gilt als angenommen.

Szenario 2: Eine Variante erreicht das absolute Mehr nicht – automatisch sei dann die Variante angenommen, die das absolute Mehr erreicht hat.

Gemdeinderat leht Abriss aus Kostengründen ab

Szenario 3: Keine Variante erreicht das absolute Mehr. Dann ist keine Variante angenommen, dann bleibt die Schule, wie sie ist. Dann zähle der Gemeinderat zwar die Stichfrage mit aus, aber nur um herauszufinden, wie das Stimmungsbild im Dorf ist.

Überlegungen, das 1949 erbaute Schulhaus zugunsten eines Neubaus abzureissen, lehnt der Gemeinderat vor allem aus Kostengründen ab. Sechs Millionen Franken würde das kosten. Es sei auch nicht notwendig, denn die Liegenschaft sei in «gutem Zustand.» Lediglich Dach und WC-Anlagen müssten «irgendwann» saniert werden.