Mumpf

Corona beschert Fricktaler Sporthändlern gute Umsätze – ob auch der Winter zieht, bleibt offen

Bei Daniel Waldmeier, Inhaber und Geschäftsführer von Wernli Sport in Frick, stehen die Ski schon bereit.

Bei Daniel Waldmeier, Inhaber und Geschäftsführer von Wernli Sport in Frick, stehen die Ski schon bereit.

Die Sportgeschäfteim Fricktal äussern sich zufrieden. Das Zuhausebleiben der Schweizerinnen und Schweizer brachte ihnen Kundschaft ein. Beim Wintersport setzen sie aber auch noch Fragezeichen.

Selbst während Corona hatten sie alle Hände voll zu tun. Sportgeschäfte spürten im Frühjahr und Sommer den Trend zum Zuhausebleiben, zu mehr Aktivitäten im Freien, zur Neuentdeckung der Natur. Auch die Fricktaler. Aber wie wird sich die Pandemie auf das Wintergeschäft auswirken?

Zwar hat auch das Sportartikelsegment unter dem Lockdown gelitten. Aber als Mitte Mai die Läden in der Schweiz wieder öffnen durften, setzte der grosse Run ein und vor allem diese Branche profitierte. Zu spüren bekam das auch Hans Waldmeier, Inhaber von Waldmeier Sport in Mumpf. Der hatte das Ladenkonzept nach Ende des Lockdowns geändert. Anstatt im Geschäft zu den davor üblichen Öffnungszeiten präsent zu sein, schloss er den Laden und hinterliess eine Telefonnummer. Auf dieser können die potenziellen Kunden anrufen und mit dem Chef oder seinem Personal einen individuellen Termin abmachen. Und das Konzept kam an: «Unser Telefon läutete an manchen Tagen bis abends um acht. Wir hatten es unheimlich streng», erinnert sich Waldmeier.

Wassersportaktivitäten auf dem nahen Rhein, das Spezialgebiet Waldmeiers, war in der Coronazeit wohl genau das, was die Leute suchten: «Wir haben sehr viele Boote samt Zubehör verkauft und vermietet – Schlauchboote, Kajaks, Kanadier, Stand-up-Paddle-Bretter, Paddel und Schwimmwesten.» Sich einmal den Fluss heruntertreiben lassen – viele hätten das gewollt. Wenn er gehört habe, wie schlecht es dagegen anderen Einzelhandelsbranchen gegangen sei, habe er sich fast ein wenig geschämt, räumt Waldmeier ein.

«Wir hätten noch mehr verkaufen können»

«2020 ist für uns bisher ein gutes Jahr. Wir haben viele Velos verkauft», berichtet Daniel Waldmeier, Inhaber und Geschäftsführer von Wernli Sport in Frick. Gut zu tun, gab es schon während des Lockdown – in Form von Reparaturen in einer bis zum Anschlag ausgelasteten Werkstatt. «Viele waren in Kurzarbeit und im Homeoffice. Viele entdeckten das von keinen Verboten betroffene Velofahren wieder neu», erinnert er sich. «Wir haben viele Velos verkauft. Aber wir hätten noch mehr verkaufen können, wenn es sie auf dem Markt gegeben hätte», sagt er.

Fragezeichen beim Wintersport

Noch Fragezeichen setzen die Fricktaler Sportartikelhändler in Sachen Wintersport. Im Februar/März hatte gerade der Wintersport im Fokus von Corona gestanden. Vom Skiort Ischgl verbreitete sich das Virus in ganz Europa. Wird man die Skigebiete in der kommenden Saison deshalb meiden? Rolf Weidmann, Inhaber von Longo Sport in Möhlin, glaubt das nicht. Er sagt: «Sicher wird es in der kommenden Saison Zurückhaltung geben. Aber mit der Maske in der Bergbahn und auf dem Lift ist das Fahren doch sicher und machbar.» Ob die Kunden jetzt verstärkt auf Langlauf ausweichen, weil sie so auf Distanz bleiben und Menschenansammlungen wie beim Alpin-Ski vermeiden können, glaubt Hans Waldmeier nicht: «Vielleicht der eine oder andere, aber trotzdem wird es eine Nische bleiben.» Davon geht auch Daniel Waldmeier aus. Für ihn hat da eher der Schneeschuh das Potenzial zum Coronatrend. Den Fricker Händler stimmt optimistisch, dass schon viele Fricktaler Schulen signalisiert hätten, in der kommenden Saison die Skilager anzubieten. «Wir sind parat.»

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