A3-Werkhof
Corona-Isolierstation bewährt sich: Bisher waren hier 49 Asylsuchende temporär untergebracht

Aktuell sind 16 Asylsuchende im A3-Werkhof untergebracht – bislang mussten zwei hospitalisiert werden.

Thomas Wehrli
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Der A3-Werkhof wurde drei Jahre lang – bis im Frühjahr 2020 – als kantonale Asylunterkunft genutzt; jetzt dient er zum zweiten Mal in diesem Jahr als Isolierstation für Covid-19-Patienten und Verdachtsfälle.

Der A3-Werkhof wurde drei Jahre lang – bis im Frühjahr 2020 – als kantonale Asylunterkunft genutzt; jetzt dient er zum zweiten Mal in diesem Jahr als Isolierstation für Covid-19-Patienten und Verdachtsfälle.

Mario Heller (2. März 2017

Der ehemalige A3-Werkhof in Frick dient seit Ende Oktober zum zweiten Mal als Isolierstation für Asylsuchende, die positiv auf Covid-19 getestet wurden oder bei denen der Verdacht auf eine Erkrankung besteht. Ziel der Isolierstation ist es, das Ansteckungsrisiko in den Asylunterkünften durch die Isolation von Covid-19-Patienten zu verringern.

Erst kürzlich sorgte die Asylunterkunft in Möhlin in diesem Zusammenhang für einige Schlagzeilen. Nachdem ein Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden war, kam er in die Isolierstation nach Frick. Die Mitbewohner in Möhlin mussten in Quarantäne – und die Gemeinde liess einen Zaun um die Unterkunft aufstellen. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Asylsuchenden die Quarantäne einhalten. Das kam in Möhlin nicht bei allen gut an; auf den sozialen Medien löste die Aktion zum Teil erboste Reaktionen aus.

Insgesamt waren 49 Asylsuchende temporär in der Isolierstation

Aktuell halten sich laut Maria Gares, Mediensprecherin im Departement Gesundheit und Soziales, 16 Asylsuchende in der Isolierstation auf. Maximal könnten 50 Personen gleichzeitig betreut werden.

Seit der Wiederöffnung am 28. Oktober haben insgesamt 49 Asylsuchende temporär im A3-Werkhof gelebt. 35 von ihnen hatten laut Gares einen positiven Test, die anderen 14 waren Verdachtsfälle. Meist blieb es auch beim Verdacht: Nur gerade in einem Fall hatte sich der Verdacht bestätigt. Bislang mussten zwei Personen aus der Isolierstation in ein Spital verlegt werden; eine kam ins Gesundheitszentrum Fricktal nach Rheinfelden, die andere ins Kantonsspital nach Aarau.

In der Isolierstation in Frick bleiben die Asylsuchenden bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome. Anschliessend kehren sie in die Unterkünfte zurück, in denen sie leben. Die Frage, wie es den positiv getesteten Personen heute geht, kann Gares nicht beantworten. «Es liegen keine Daten über den heutigen Gesundheitszustand der einzelnen Personen vor.»

Der Betrieb laufe sehr gut, sagt Gares. Zum einen, weil das Betreuungsteam vor Ort eingespielt ist – es sind die gleichen Personen im Einsatz wie im April und Mai, als die Isolierstation das erste Mal in Betrieb war. «Das Betreuungsteam vor Ort sammelte bereits im Frühling Erfahrungen im Betrieb der Isolationsstation und konnte diese bei der Wiedereröffnung sehr gut einsetzen», so Gares.

Asylsuchende halten sich gut an die Regeln

Zum anderen, weil sich die Asylsuchenden an die Regeln halten. «Die meisten Personen halten sich vollumfänglich an die Isolations- und Quarantäneregeln», sagt Gares. Die Maskenpflicht werde auch streng überwacht. «Bis jetzt ist kein Fall von Maskenverweigerung bekannt.»

Das Areal verlassen dürfen die Asylsuchenden nicht. Wenn sie sich auf dem Areal bewegen, um beispielsweise draussen frische Luft zu schnappen, müssen sie eine Maske tragen. Die meiste Zeit verbringen die Asylsuchenden aber in den Wohncontainern, die vor bald vier Jahren in die alten Werkhofhallen eingebaut wurden. Denn der ehemalige A3-­Werkhof diente während dreier Jahre als kantonale Asylunterkunft. Kaum war diese – wie mit der Gemeinde vereinbart – im Frühling geschlossen, kam die Coronapandemie und der Kanton konnte auf die bestehende Infrastruktur zurückgreifen.

Die Gemeinde Frick stimmte der temporären Weiternutzung des Werkhofs als Isolierstation zu. Die Nutzungsdauer wurde auf die Dauer der Pandemie beschränkt – längstens jedoch darf der Werkhof bis 31. Dezember 2022 als Isolierstation genutzt werden.

Während im Frühjahr der Zivilschutz Oberes Fricktal neben der Zugangskontrolle auch für die Verpflegung zuständig war, liefert das Essen nun ein regionaler Caterer an. Dies deshalb, weil der Zivilschutz nur bei einer kantonalen Notlage aufgeboten werden kann und eine solche – anders als im Frühjahr – derzeit nicht besteht.

Catering-Team betritt die ­Isolierstation nicht

Dem Schutzkonzept misst der Kanton dabei grosses Gewicht zu. So werden die Mahlzeitenboxen vom Betreuungspersonal direkt beim Caterer abgeholt und wieder zurückgebracht. Das Catering-Team muss also die Isolationsstation nicht betreten. «Auf eine strikte Trennung der Cateringgebinde (Boxen) von den Stationsgebinden (Schöpfbesteck, Messer, Gabeln etc.) wird geachtet», sagt Gares. Zusätzlich werden vor jeder Leergutrückgabe alle Boxen und Gebinde desinfiziert.

Der Zutritt zum Kantinecontainer, in dem die Essensausgabe vorbereitet wird, ist laut Gares aus Hygienegründen nur dem Personal erlaubt. «Nebst Maskenpflicht besteht für das Personal auch eine Handschuhpflicht auf dem Gelände.» Die Verpflegung erfolgt zudem ausschliesslich innerhalb der Container und nicht im Aussenbereich.

Das Pflegepersonal besucht die Isolierten einmal pro Tag; bei Bedarf kann die Frequenz auf zwei bis drei Besuche pro Tag erhöht werden. Aufgrund der Erfahrungen im Frühjahr rechnete der Kanton bei der Wiedereröffnung mit Kosten von 22'000 bis 27'000 Franken pro Woche. Probleme gab es in der Unterkunft bislang nicht – auch keine Rückmeldungen aus der Bevölkerung, wie Gares sagt.