Hornussen
Damit das Wasser wieder spritzt: Neuer Verein will altes Feuerwehrmaterial restaurieren

Der neu gegründete «Fürwehrverein» will altes Feuerwehrmaterial pflegen und restaurieren. Am Donnerstagabend wurde er unter der Führung von Pius und Marcel Herzog gegründet.

Marc Fischer
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Bald hat die Handdruckspritze 120 Jahre auf dem Buckel, nun wollen sie die Mitglieder des «Fürwehrvereins Hornussen» wieder funktionstüchtig machen. mf

Bald hat die Handdruckspritze 120 Jahre auf dem Buckel, nun wollen sie die Mitglieder des «Fürwehrvereins Hornussen» wieder funktionstüchtig machen. mf

Marc Fischer

Zurzeit steht sie in einem Schopf, die alte Handdruckspritze der Feuerwehr Hornussen. «Die Jahreszahl 1898 prangt darauf», sagt Pius Herzog mit Stolz in der Stimme. Daneben stehen zwei Schlauchwagen und ein einachsiger Wagen für die Strebenleiter. Alle Gefährte sind eisenbereift – und etwas verstaubt.

Denn die Zeiten haben sich geändert und die alten Feuerwehrutensilien werden längst nicht mehr für Einsätze gebraucht. «Bei meinen ersten Feuerwehreinsätzen waren die Schlauchwagen noch dabei», erinnert sich Pius Herzog. In den späten 1960er-Jahren war das. Er erzählt, wie Feuerwehrmänner damals mit den Schlauchwagen losgerannt sind und andere den Schlauch ausgerollt haben.

Schon damals nicht mehr in Gebrauch war die Handdruckspritze. Dennoch weiss Herzog: «Acht Mann hat es jeweils gebraucht, um die Pumpe zu betreiben.» Wenn er redet, spürt man, dass ihm etwas an den Gegenständen liegt. Er selber sagt es so: «Für mich ist das nicht nur ein Haufen Alteisen.»

Anfang Jahr habe er vernommen, dass der Gemeinderat die alten Utensilien weggeben will, erzählt Herzog weiter. «Das darf nicht passieren», habe er sich gedacht und sei beim Gemeinderat vorstellig geworden. Das Fazit der Unterredung: Die Feuerwehrmaterialien bleiben in Hornussen – wenn sich Herzog darum kümmert.

Pflege der alten Geräte

Gemeinsam mit seinem Sohn Marcel, aktuell Vizekommandant der Feuerwehr Oberes Fricktal und kantonaler Feuerwehrinstruktor, hat Pius Herzog deshalb eine Idee aufgenommen, «die schon seit längerem immer wieder in Hornussen herumgeistert»: die Gründung eines Feuerwehrvereins. Rasch fanden die Herzogs Mitstreiter. Im Moment sind es rund 30 Personen. «Derzeit sind alles ehemalige oder aktive Feuerwehrmänner», sagt Pius Herzog. «Eigentlich kann aber jeder im Verein mitmachen.» Nach einigen Vorbereitungssitzungen war es nun gestern Abend so weit: Der «Fürwehrverein Hornussen» wurde gegründet.

Zusammenhalt von Alt und Jung

Priorität haben für Herzog der Erhalt und die Pflege der alten Feuerwehr-Utensilien. Zunächst müssen sie nun geputzt werden, dann folgen, wo nötig, die Reparaturen. «Gerne möchten wir die alte Handdruckspritze wieder funktionstüchtig machen und zu Showzwecken einsetzen», sagt er. Die Zuversicht, dass dies gelingt, ist beim Initianten des «Fürwehrvereins» gross: «Unter den Vereinsmitgliedern sind genügend versierte Handwerker.»

Neben dem Erhalt des alten Materials ist für Pius Herzog auch die Kameradschaft wichtig – «und zwar über die Generationen hinweg». Zudem möchte der neue Verein die Dorfkultur pflegen. Konkrete Pläne sollen unter den Vereinsmitgliedern diskutiert werden. «Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass wir einmal im Jahr einen kleinen Anlass fürs Dorf organisieren», so Herzog.

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