Frick
Dann hält es den Jazzer nicht mehr auf dem Hocker

Mit einem Jazzkonzert vom Allerfeinsten hat im vollbesetzten Kornhauskeller die Formation Ost-West-Inspiration das Publikum begeistert.

Ingrid Arndt
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Die Formation Ost-West-Inspiration mit (von links) Felix Huber, Heiri Känzig und Witek Kornacki nimmt die Gäste mit auf eine musikalische Reise.

Die Formation Ost-West-Inspiration mit (von links) Felix Huber, Heiri Känzig und Witek Kornacki nimmt die Gäste mit auf eine musikalische Reise.

Felix Huber – aufgewachsen in Frick – am Klavier, der seit Jahren in der Schweiz lebende, gebürtige Pole Witek Kornacki mit Klarinette und Saxophon sowie der Kontrabassist Heiri Känzig, europaweit einer der Besten, nahmen die Gäste mit auf eine musikalische Reise zwischen Ost und West. Alle drei diplomierten Musiker sind mehrfache Preisträger.

Mitgebracht hatten sie wundervollen Jazz, Klezmer, Volksmusiktraditionen und Klassik in gekonnten Arrangements, bravourös miteinander verbunden. Ausdrucksstark eigenwillig ist ihr Stil, immer besonders interpretiert mit Ausflügen in orientalische Harmonik, hin zu lebenssprühenden jüdischen Festen, rhythmisch-dynamischen Tänzen, herrlichen Schluchzern und Trillern. Ineinanderfliessend dabei Klassik, Klezmer, Jazz oder Pop, mal atemberaubend schnell, mal besinnlich langsam.

In inniger Umarmung

Voller ansteckender Leidenschaft spielte Witek Kornacki Klarinette und Saxophon, improvisierte, konnte jedoch die Noten auch kaum noch hörbar ausklingen lassen.

Beim jiddischen Lied «Ich hab dich zuviel lieb . . .» und Libertango mit solistischen Leckerbissen von Felix Huber am Klavier, hielt es den Vollblutjazzer nicht mehr auf seinen Hocker. Stehend impulsiv griff er in die Tasten, liess in spontaner Interaktion ausdrucksstark die Melodien geradezu explodieren. Heiri Känzig gab ein variantenreiches Tempo vor, bei seinen perfekten Soli war er in fast inniger Umarmung mit seinem Kontrabass. Die Musiker waren strahlend lebensfroh, wild, mystisch, fantasievoll, herzerfrischend, emotional aber auch melancholisch.

Gross ist die Spannbreite

Faszinierend der gleitende Wechsel von modernem Jazz hin zu melodiöser Klassik und sehr individueller Harmonik. Enorm gross die Spannbreite ihrer Musikalität, achtsam ihre feinsinnige Kommunikation miteinander.

Sie spielten Stücke von Piazzolla, Jarrett und Pedersen, vor allem jedoch herrliche Eigenkompositionen von Felix Huber. Besinnlich gefühlvoll am Schluss die beiden Zugaben «Believe, beleft, below» (Svensson) und «Rosemary Baby» (Komeda).

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