Wallbach

Das «Fabriggli» läuft gut – 16 Stunden steht das Wirtepaar ­täglich im Lokal

Die «Fabriggli»-Wirte Evelien Reukers und Simon Hauri sind angekommen, ziehen nach einem Jahr eine positive Bilanz.

Die «Fabriggli»-Wirte Evelien Reukers und Simon Hauri sind angekommen, ziehen nach einem Jahr eine positive Bilanz.

Nach einem Jahr im Wallbacher Lokal zieht das «Fabriggli»-Wirtepaar eine positive Bilanz. Für die Verpächter sind die neuen Gastgeber «ein Glücksgriff».

Ihren Lebenstraum haben sich Service-Chefin Evelien Reukers, 32, und Chefkoch Simon Hauri, 30, ziemlich genau vor einem Jahr erfüllt. Das Paar pachtete per 1. Februar das Wallbacher «Fabriggli» von den Besitzern Anna und Willi Kaufmann, die den Gastrobetrieb selbst über viele Jahre geführt haben. Damals, kurz vor der Übernahme, sagte Reukers, dass dies ein «grosser Schritt» in eine «ungewisse Zukunft» sei. Nun, zwölf Monate später, sagt Reukers, dass es ein Schritt war, den sie jederzeit wieder gehen würde. «Es lief besser als erwartet, wir haben nicht nur die früheren Stammgäste übernommen, es sind auch neue hinzugekommen.»

Anna Kaufmann sagt über das Pächter-Pärchen, dass die beiden «ein Glücksgriff» für sie und ihren Mann Willi sind. «Sie machen eine Super-Küche, sind offen und herzlich – genau das, was es braucht, um gastronomisch erfolgreich zu sein.»

Holländische Spezialitäten

Dass Reukers aus den Niederlanden stammt, merkt man an den Speisen, die serviert ­werden. Neben den klassischen Schweizer Gerichten, die beibehalten wurden, hat das Paar die Karte mit niederländischen Speisen gespickt. Etwa mit Bitterballen – frittierte Fleisch­kroketten aus einem Ragout vom Rind – oder einem holländischen Krabbencocktail. «Wir waren am Anfang nervös, ob die Gerichte hier wohl angekommen. Aber nach dem positiven Feedback hat sich die Anspannung gelöst», so Reukers.

Um auf der gastronomischen Erfolgsschiene zu bleiben, stehen Reukers und Hauri von Montag bis Freitag täglich rund 16 Stunden im Lokal. Am Morgen gibt’s das Handwerkerznüni, über den Mittag je zwei Tagesmenüs, Kaffee und Kuchen am Nachmittag und abends wirbelt Hauri in der Küche, um die Gerichte «à la carte» zu kochen. Meist ist es eine halbe Stunde vor Mitternacht, wenn die beiden den «Gasthof Fabriggli» – wie der Betrieb offiziell heisst – hinter sich zu sperren. «Hier uns selbst verwirklichen zu können und die Gäste glücklich zu machen, gibt uns eine enorme Energie», sagt Reukers.

Dass sie sich hier selbst verwirklicht haben, sieht man auch an der Optik. Die Wände, an denen Gemälde aus den Niederlanden hängen, sind in einem Türkiston gestrichen, altes Dekor wie eine Nähmaschine oder Kaffeegeschirr versprühen eine heimelige Atmosphäre. «Wir wollen, dass es unsere Gäste gemütlich haben; ein wenig so wie in ihrem Wohnzimmer.»

Die Fondue-Hütten sind heiss begehrt

Seit Dezember stehen im Terrassenbereich drei Holzhütten mit je sechs Plätzen. Eingekuschelt in Decken und mit einer Bettflasche ausgestattet, können dort die Gäste ihr Fondue geniessen und ihren Blick über den Rhein schweifen lassen. «Das läuft wahnsinnig. Die Hütten waren bisher immer ausgebucht», erzählt Reukers.

Der Terrassenbereich mit seinen 60 Plätzen sorgte auch im Sommer für einen gehörigen Umsatz. Verhehlen kann Hauri nicht, dass er da in der Küche schon das eine oder andere Mal ins Schwitzen kam. Hauri, der über sechs Jahre als Junior Chef im Hotel Schweizer Hof tätig war, wird in der Küche von zwei Mitarbeitern unterstützt – genauso wie Reukers im Service. Für Hauri ist es wichtig, dass er mit den Lebensmitteln nachhaltig umgeht. «Nicht nur die besten Stücke eines Tieres sollen angeboten werden.» Weiter legt er Wert darauf, die Gäste mit einer modernen Tellersprache zu erreichen. So wird zuweilen eine Komponente eines Gerichtes als kleines Türmchen auf dem Teller drapiert.

Auch Anna und Willi Kaufmann kommen ab und an ins «Fabriggli» – dann aber als Gäste. Hauri erinnert sich: «Als ich das erste Mal für sie kochen musste, war ich schon ein wenig nervös.» Geschmeckt hat es den beiden bisher aber immer. Nicht nur deswegen sagt Anna Kaufmann: «Ich hoffe, sie bleiben noch lange hier.»

Aargauer Gastro-News 2020

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Autor

Dennis Kalt

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