Rheinfelden
Das «Festival der Kulturen» steht vor dem definitiven Aus

Keine Trommeln, keine exotischen Gerüche und keine stimmungsvollen Konzerte: Das «Festival der Kulturen» steht vor dem Aus. Es fehlt an Führungskräften und personellen Ressourcen, um ein erfolgreiches Sommerspektakel in Rheinfeldden fortzuführen.

Béa Bieber
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Die alte Rheinbrücke fungiert oft auch als kulturelles Bindeglied zwischen beiden Städten und liefert einem Festival ideale Aktionsflächen. zvg

Die alte Rheinbrücke fungiert oft auch als kulturelles Bindeglied zwischen beiden Städten und liefert einem Festival ideale Aktionsflächen. zvg

Es bleibt leer an der Schifflände und auf dem Kurbrunnenareal Von 1995 bis 2012 war das Festival der Kulturen, initiiert durch Ruedi Berner, fester Bestandteil des Rheinfelder Kulturkalenders und bereicherte über die Auffahrtstage jeweils das Städtchen. In diesem Jahr war alles anders. Auf Grund persönlicher und beruflicher Konstellationen

Anlässlich einer ausserordentlichen Vereinsversammlung konnte festgehalten werden, dass Auffahrt ohne Festival der Kulturen eigenartig und ungewohnt sei.

Nichtsdestotrotz hielt das Gros der Aktiven aber fest, dass sie in Zukunft nicht mehr die nötige Kraft und Zeit aufbringen können, um dem jährlich wiederkehrenden Event in der bekannten Form eine gute Zukunft zu geben.

Es fehlt an Nachwuchs im Führungsgremium und damit an der nötigen zusätzlichen ehrenamtlichen man- und womanpower.

Mit grosser Mehrheit wurde daher das Aus für das Festival der Kulturen beschlossen. Dieser Entscheid berührte nicht nur den Urvater des Festivals, Ruedi Berner, emotional.

Mit dem beschlossenen Aus fürs Festival geht eine wichtige und wertvolle Plattform für die Auseinandersetzung der Bevölkerung und den zahlreichen Festivalgästen mit dem Thema «andere Kulturen kennen- und verstehen lernen» verloren.

Wunderbar und tröstlich ist allerdings das Wissen darum, dass das Festival der Kulturen für viele Menschen mehr als nur schöne Erinnerungen geschaffen hat. Nebst unzähligen Freundschaften welche über und durch das Festival der Kulturen entstanden und gepflegt worden sind, hat das Festival auch sichtbarere nachhaltige Spuren hinterlassen.

Der durch Lotti Berner präsidierte Verein «Amis du Senegal», welcher sich für benachteiligte Kinder und Familien in Senegal einsetzt, kann seine Entstehung auf Verbindungen, welche am Festival der Kulturen entstanden sind, zurückführen.

«Das Projekt «Kinderhaus im Senegal» wurde in den vergangenen Jahren auf verschiedenste Weise durch das Festival der Kulturen unterstützt.»

Der Film «Zartbitter» von Angela Spörri, welcher sich mit dem Thema der Kakao-Produktion in Afrika beschäftigt und der am Festival der Kulturen 2012 gezeigt wurde, geht dieses Jahr auf Kinotour in der deutschsprachigen Schweiz.

Auch aus dieser Begegnung ist ein Verein entstanden, welcher eine Bio-Kakao Initiative in Ghana mit verschiedenen Aktivitäten sehr stark unterstützt.

Dass nun in absehbarer Zeit an der Schifflände in Rheinfelden kein bunter Betrieb mehr herrscht, könnte allerdings auch bewirken, dass sich für neue Initiativen auch Chancen ergeben, um etwas Anderes entstehen zu lassen.

Der Verein Festival der Kulturen wird an einer ausserordentlichen Versammlung in diesem Jahr entscheiden, was mit den Vereinsgeldern und dem Vereinsmaterial geschehen wird. Die Website www.kulturen.ch soll vorerst noch bestehen bleiben.

Impressionen und ein Rückblickf die bisherigen Ausgaben des Festivals der Kulturen auf www.kulturen.ch Infos zum Projekt Kinderhaus im Senegal www.amisdusenegal.ch und zur Bio-Kakao Initiative unter www.yayraglover.ch

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