Frick

Das geplante Wohngebiet Blaie schlägt zwei Fliegen auf einen Streich

Das Gebiet Blaie soll überbaut werden.

Das Gebiet Blaie soll überbaut werden.

Eine neue, direkte Fuss- und Veloverbindung erhöht die Attraktivität des geplanten Quartiers. Das geplante Wohngebiet Blaie hilft der Gemeinde Frick auch für die Bewerbung als Mittelschulstandort.

Frick ist weiter auf Wachstum eingestellt. Über 100 Wohnungen entstanden in den letzten Monaten, mehrere Mehrfamilienhäuser sind aktuell im Bau und mit den Gebieten Lammet sowie Blaie verfügt die Zentrumsgemeinde über zwei grosse, zentral gelegene Wohngebiete, in denen in den nächsten Jahren mehr als 300 Wohnungen entstehen dürften. Viele Gemeinden wären froh, um solche Baulandreserven.

Während die Lammet bereits erschlossen und damit baureif ist, befindet sich die Blaie mit ihren 2,6 Hektaren mitten im Planungsverfahren. Ab Freitag liegen der Gestaltungsplan und weitere Unterlagen öffentlich auf. Der Kanton würdigt die Blaie, die bis Anfang der 2000er-Jahre als Abbaugebiet gedient hat, in seinem abschliessenden Vorbericht als «Schlüsselgebiet unmittelbar beim Bahnhof Frick», das eine grosse Chance biete, an verkehrstechnisch günstiger Lage diversifizierten Wohnraum zu schaffen.

Erhebliche Lärmemissionen durch die nahe Bahnlinie

Das liest man bei der Gemeinde gerne. Auch, dass der Kanton dem nun vorliegenden Gesamtkonzept eine «hohe Qualität» attestiert. Dies gilt ebenfalls für das vorgesehene Lärmschutzkonzept, das nötig ist, weil der Standort durch die Schulstrasse und die nahe Bahnlinie erheblichen Lärmemissionen ausgesetzt ist. Diese Lärmexposition ist auch der Grund, dass für das Gebiet eine Gestaltungsplanpflicht gilt. Mit dem nun vorliegenden Gestaltungsplan «werden die Voraussetzungen geschaffen, eine moderne Überbauung mit grosszügigen Aussenräumen zu erstellen», ist der Fricker Gemeindeschreiber Michael Widmer überzeugt.

Zwischen 100 und 120 Wohnungen sollen in der Blaie dereinst entstehen. Dank einer ­neuen, direkten Fuss- und Veloverbindung werden das Dorfzentrum, die Blaie und das Oberstufenzentrum im Ebnet, das sich gleich neben der Blaie befindet, besser miteinander verbunden.

Ein Pluspunkt für die Mittelschule

Diese Verbindung erhöht nicht nur die Attraktivität des geplanten Quartiers, sondern gibt der Gemeinde auch bei einem anderen Projekt eine zusätzliche Trumpfkarte an die Hand: bei der geplanten Mittelschule Fricktal.

Bis 2028 will der Kanton im Fricktal eine Kantonsschule bauen. Vier Gemeinden buhlen derzeit mit sechs Arealen um die Standortgunst. Denn klar ist: Wer den Zuschlag erhält, profitiert gleich doppelt. Zum einen zieht die Mittelschule (einkommensstarke) Familien an, was die Steuerkasse klimpern lässt. Zum anderen profitiert das lokale Gewerbe, denn die Schülerinnen und Schüler kaufen vor Ort auch ein. Widmer ist sich sicher: Die neue Verbindung ist «ein grosser Pluspunkt in der Bewerbung als Mittelschulstandort».

Die Fusswegverbindung ist laut Widmer auch einer der Punkte, die gegenüber der Mitwirkungsvorlage geändert wurden. Die Verbindung für den Langsamverkehr soll mit 2,5 Metern breiter werden als ursprünglich geplant. Dies entspreche auch den Normen für einen Fuss- und Veloweg. Weiter soll der Blaieweg jetzt ausgebaut werden, dies auch im Hinblick auf die neue Postautogarage, in der auch Gelenkbusse Platz haben müssen.

Überbauung ab 2022 denkbar

Mehr Beachtung schenkt der definitive Gestaltungsplan auch der Umgebungsgestaltung und die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt nun direkt ab dem Blaieweg. «Zudem ist neu nicht mehr vorgesehen, die Grube aufzufüllen», so Widmer. Vielmehr würden die Baukörper auf dem heutigen tieferen Niveau angeordnet.

Widmer ist zuversichtlich, dass das Planwerk die nächste Hürde, die Auflage, meistert. Im Mitwirkungsverfahren jedenfalls sei die Planung «nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt» worden. Das war nach den ersten Entwürfen noch anders.

Läuft alles rund, kann der Gestaltungsplan bis Ende Jahr genehmigt werden. Damit das Gebiet überbaut werden kann, müssen vorab die Zwidellenstrasse und insbesondere die darin enthaltenen Werkleitungen ausgebaut werden. Bei einem guten Verlauf wäre eine Überbauung laut Widmer ab 2022 denkbar.

Deutlich weiter ist die Lammet. Da die Erschliessungsarbeiten hier abgeschlossen sind, kann «grundsätzlich jederzeit ein Baugesuch eingereicht werden», so Widmer.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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