Möhlin
Das grosse Aufräumen: Hier landet tonnenweise Fasnacht im Abfall

Während die Narren um die fünfte Jahreszeit trauern, räumt eine Putzkolonne die letzten Spuren davon weg.

Nadine Böni
Drucken
Die zehn Mitarbeiter des Werkhofs haben einiges zu tun
12 Bilder
In einem Lieferwagen werden die Abfallsäcke gesammelt
Das grosse Aufräumen in Möhlin
Während des Umzugs wurden trotz Regen einige Tonnen Konfetti verteilt
Mit Laubbläsern werden die Konfetti auf die Strasse gefegt
Eine Putzmaschine wischt die Konfetti weg
Am Tag nach dem Umzug sind zwei Wischmaschinen im Einsatz
Die Konfetti sollen die Gullis nicht verstopfen.
Ein letztes Mal wirbeln die Konfetti am Aschermittwoch in der Luft - dank der Laubbläser
Mitunter hat die Putzkolonne auch ein Bikini-Oberteil zu entsorgen, das während des Umzugs im Gebüsch landete
Am Strassenrand liegen leere Dosen und andere Abfälle
Was nicht in den Mündern oder Taschen der Zuschauer landete, wird nun entsorgt.

Die zehn Mitarbeiter des Werkhofs haben einiges zu tun

Nadine Böni

Ein letztes Mal wirbeln an diesem Aschermittwochmorgen die bunten Konfetti durch die Luft. Über die Strassen gefegt von einem Laubbläser und dann weggewischt von einer Strassenputzmaschine. Bevor die Möhliner – wie die Eiker, Kaiseraugster, Zeininger und Laufenburger – Fasnächtler am Abend in ihren Trauerzeremonien offiziell Abschied von der fünften Jahreszeit nehmen, beseitigt eine Putzkolonne auf den Strassen die letzten Spuren davon.

Zehn Mitarbeiter des Werkhofs Möhlin, ausgerüstet mit Laubbläsern oder Greifzangen und Müllsäcken laufen die Umzugsstrecke in umgekehrter Richtung ab. Von der alten Kanzlei bis zum Hotel Restaurant Schiff. Sie sammeln leere Bierdosen ein, stopfen Chips- und Gummibärchenpackungen in die Abfallsäcke und klauben Bonbons aus den Gebüschen – und manchmal auch BHs oder Bikini-Oberteile, welche die «Wöschwiiber» am Tag zuvor nach den Umzugsbesuchern geworfen haben.

Um 6 Uhr morgens beginnen die Aufräumarbeiten und dauern den ganzen Tag. Im Einsatz stehen zwei Wischmaschinen, zwei Lieferwagen sowie das Entsorgungsfahrzeug der Gemeinde. Zu den Aufräumarbeiten gehören auch Reparaturen. So werden beschädigte Verkehrssignale und Abfalleimer ersetzt.

Regen ist ein Vor- und ein Nachteil

An diesem Mittwoch arbeiten die zehn Männer unter erschwerten Bedingungen. Der traditionelle zweite Umzug in Möhlin war verregnet. Entsprechend vollgesogen und dadurch schwer ist der Abfall, den es einzusammeln gilt. Manch ein Müllsack landet daher nur halb gefüllt auf dem Lieferwagen – «sonst werden sie zu schwer zu tragen», sagt einer der Arbeiter.
Die Nässe bringt allerdings auch einen Vorteil. «Wir haben es fast lieber, wenn die Konfetti etwas feucht sind. Dann fliegen sie nicht bei jedem Windstoss wieder davon», sagt Peter Stocker, Leiter Werkhof und Strassen. Ein Vorteil, der am Mittwoch entscheidend ist: Noch immer fegen Böen von Sturmtief Udo durch das Dorf. «Bei trockenen Konfetti wäre dieser Wind nun ein echtes Problem», sagt Stocker.

So aber ist das Problem eher, dass die bunten Papierschnipsel auf dem Asphalt kleben. «Das macht es für die Laubbläser schwieriger. Es braucht etwas mehr Aufwand», erklärt Stocker. Und: «Richtig sauber wird es nur, wenn es trockenes Wetter ist», ergänzt Peter Meyer, Leiter der Sektion Aussendienste und Werke bei der Gemeinde. Einige Reste werden wohl noch einige Zeit auf dem Belag kleben bleiben und an die Fasnacht erinnern. «Wir sind aber bemüht, schnellstmöglich wieder einen sauberen Zustand herzustellen», so Meyer.

10 bis 14 Tonnen Abfall

Zwischen 10 und 14 Tonnen Konfetti und Abfall würden jeweils nach den Umzügen eingesammelt, schätzt Stocker. Der Fasnachtsabfall wird über die Sammelstelle im Werkhof entsorgt – Altglas und Karton nach Möglichkeit getrennt. Die Menge hänge hauptsächlich von der Anzahl Besucher am Umzug ab. «Der Montag ist daher meistens intensiver, weil am Sonntag mehr Leute da sind», so Stocker. In diesem Jahr war der Unterschied besonders frappant. Am Sonntag säumten Tausende die Strassen. Am Dienstag hingegen hielten es während Regen und Sturm nur die tapfersten Zuschauer am Strassenrand aus. «Auch die Abfallmenge ist deshalb überschaubar», sagt Stocker.

Aktuelle Nachrichten