Der Street-Parade-Chef besuchte bereits die Kuh-Parade im Naturpark Diemtigtal (BE). Ein Elektro-Jazz-Produzent liess sich im Naturpark Beverin (GR) von rätoromanischen Chorgesängen inspirieren. Und nun kommen acht Studierende der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) in den Jurapark Aargau und erwecken die Fossilien-Funde aus dem Bergwerk Herznach in einem Film zum Leben. Gestern fand der Kick-off-Tag statt.

Die Begegnungen sind Teil der nationalen Kampagne «Kleine Weltwunder», die vom Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegeben wurde und von der Werbeagentur «Metzger Rottmann Bürge Partner AG» realisiert wird. «Ziel ist es, die natürliche und kulturelle Vielfalt der Schweizer Pärke in den Fokus zu rücken», sagte Silvan Metzger, Client Service Director der Agentur beim Briefing der Studenten in Herznach. Dabei habe man weniger einen touristischen Auftrag, sondern wolle in erster Linie das Wesen der Pärke erklären.

Bezug zum Jurapark schaffen

Für alle 18 Schweizer Pärke wird es je eine Einladung geben, die dann auf der Website www.kleineweltwunder.ch dokumentiert wird. Die Idee, den über 160 Millionen Jahre alten versteinerten Meeresboden mittels eines Animationsfilms zum Leben zu erwecken, sei in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Juraparks und des Vereins Eisen und Bergwerke entstanden, sagt Metzger.

Ein bisschen unheimlich und sehr faszinierend: Der Gang in den Stollen.

Ein bisschen unheimlich und sehr faszinierend: der Gang in den Stollen des Bergwerks Herznach.

(September 2016)

Weshalb findet man versteinerte Meereslebewesen im Jurapark Aargau? Welche Geschichten haben die Gesteinsschichten zu erzählen? Dies seien die Ausgangsfragen für die Studenten, sagte Christian Rieder, Projektleiter Kommunikation beim Jurapark. Entstehen soll ein drei- bis vierminütiger Animationsfilm, der das Jurameer mit seinen besonderen Lebewesen veranschaulicht und die Veränderung der Landschaft vom Meer zu den Hügelzügen und den enorm langen Zeitraum thematisiert. «Zielgruppe sind Personen von 12 bis 75 Jahren und der Film soll ohne Ton verständlich sein», gab Rieder den acht Studenten der Fachrichtung «Knowledge Visualization» mit auf den Weg. Zudem solle der Film einen Bezug zum Jurapark Aargau schaffen «und dazu anregen, genauer hinzuschauen und den Park zu entdecken». Ziel sei es, den fertigen Film dereinst auf der Park-Website oder im Ausstellungsraum zu zeigen und ihn via Social-Media-Kanäle zu verbreiten.

Knappes Zeitbudget

Die Aufgabe sei für die Studenten eine grosse Herausforderung, sagt Karin Seiler, Leiterin Vertiefung in der Fachrichtung «Knowledge Visualization». Sie sei aber ideal für die Klasse, die kurz vor dem Bachelor-Diplom stehe. «Sie hat einen starken Praxisbezug», so Seiler, und auch die knappen Zeitressourcen entsprächen der Realität in der Berufswelt.

Tatsächlich ist das Zeitbudget für die Studenten knapp bemessen. Am gestrigen Kick-off-Tag konnten sie den versteinerten Meeresboden und die Bergwerk-Ausstellung besichtigen und erhielten auf einer Wanderung auf den Hübstel Inputs zum Jurameer, der Zeitdimension und der Geologie des Juraparks. Zudem konnten sie auf dem Klopfplatz selber nach Fossilien suchen. Nun erarbeiten die Studenten in Zweierteams erste Konzepte für den Kurzfilm. Bereits am kommenden Mittwoch stellen sie diese ein erstes Mal vor, bevor sie sie weiter vertiefen und am 11. Dezember einer Fachjury präsentieren. Realisiert werden soll der Film dann bis im kommenden Sommer. Ob das Sieger-Duo den Film selber realisiert, oder zur Realisierung weitergibt, ist noch offen. Dies hänge auch von der zeitlichen Belastung ab, da die Studenten im gleichen Zeitraum ihre Bachelor-Arbeiten schreiben, so Seiler.