Wie weiter mit dem Areal der konkursiten Klein AG? Für den Gemeinderat Hornussen ist die Sache klar. Er will die Parzelle aus der Konkursmasse herauskaufen und beantragte deshalb an der Gemeindeversammlung einen Kredit in der maximalen Höhe von zwei Millionen Franken, «um Verhandlungsspielraum zu haben», wie Gemeindeammann George Winet betonte. Er zeigte sich überzeugt davon, dass das Areal «viel weniger» wert ist. Aber: «Die anderen Interessenten im Bieterverfahren wissen nach der Gemeindeversammlung, was Hornussen bieten kann, deshalb haben wir den Rahmen bewusst hoch angesetzt.» Es sei nicht das Ziel, den Kredit auszureizen, so Winet weiter, vielmehr werde man im Gemeinderat noch festlegen, wo die Schmerzgrenze liege.
Doch weshalb will die Gemeinde überhaupt Geld für die Parzelle mit dem Entsorgungsplatz in die Hand nehmen? «Wenn wir nichts machen, kommen noch mehr Kosten auf uns zu», betonte der Ammann. Dann müsse nämlich die Gemeinde die Zufahrt gewährleisten, was eine teure Sanierung der Schulstrasse notwendig mache. «Wir wären sogar haftpflichtig für einen Betriebsunterbruch», so Winet. Beispielsweise, wenn die Schulstrasse – eine Sackgasse – bei Bauarbeiten gesperrt werden müsste.


Besitzstandsgarantie als Problem


Weiter sei der Standort für einen Entsorgungsplatz aufgrund von Lärm und anderen Emissionen sowie aus Sicherheitsaspekten aus Sicht der Gemeinde nicht ideal, so Winet weiter. Und: Er sei eigentlich nicht zonenkonform. «Doch der Gemeinderat hat es seit 1968 verpasst, Begrenzungen bezüglich Gewicht, Lärm oder Betriebszeiten in die Betriebsbewilligung aufzunehmen», so Winet. Deshalb gelte für Entsorgungsunternehmen die Besitzstandsgarantie, solange keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden. Deshalb sei das Areal eine «Perle» für Entsorgungsunternehmen. Und: «Wir wissen nicht, wer es kauft und was er vor hat.» Ob es die Waser AG sei, die die Geschäfte der Klein AG derzeit weiterführt, sei nicht klar. «Es könnte auch ein ausländisches Unternehmen sein.»

Weitblick oder fehlendes Konzept? 

Aus der Versammlung erhielt der Gemeinderat gleich von mehreren Votanten Lob für den Mut und den Weitblick, das Geschäft zu traktandieren. «Diesen Mut müssen wir mir Vertrauen belohnen», sagte ein Redner, «je länger ich darüber nachdenke, ist der Kauf das einzig Richtige.» Es gab aber auch kritische Stimmen. Ein Votant befürchtete etwa, der Preis für das Areal könnte absichtlich hochgetrieben werden, da man vom Zwei-Millionen-Kredit wisse. Ein anderer sagte, die Schulstrasse müsse ohnehin saniert werden und werde hohe Kosten verursachen. Und eine Rednerin kritisierte fehlende Pläne für das Areal. «Ich hätte Rechenbeispiele für künftige Nutzungen erwartet», monierte sie. «Warum bringt der Gemeinderat das Geschäft nicht mit einem Konzept an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung?» «Wenn der Verkaufsprozess beginnt, kann es schnell gehen», entgegnete George Winet. «Dann reicht die Zeit nicht mehr für eine ausserordentliche Gemeindeversammlung.» Was die künftige Nutzung angeht, beruhigte er die Anwesenden. «Jeden Monat erhalten wir, ohne Werbung zu machen, Anfragen bezüglich Gewerbeland», so Winet. Interessenten seien also genügend vorhanden.
Auch die Frage nach möglichen Altlasten wurde aufgeworfen. Eine Altlasten-Sanierung würde wiederum hohe Kosten verursachen, kritisierte ein Bürger. «Das Altlastenrisiko liegt am Ende sowieso bei der Gemeinde», betonte George Winet. «Wir sind die einzigen, die nicht davon laufen können.» Firmen dagegen könnten Konkurs anmelden.
In der Abstimmung zeigte sich schliesslich, dass die Argumente des Gemeinderats erfolgreich waren. Mit 62 Ja-Stimmen bei 30 Nein-Stimmen und einer Enthaltung, hiessen die Hornusser den Kredit gut. In einem Überweisungsantrag beauftragten sie den Gemeinderat zudem, Abklärungen für einen Verpflichtungskredit zu treffen, um das Areal auf Belastung zu untersuchen.