Rheinfelden Ost

«Das widerspricht weitsichtiger Planung»: Stadt beantwortet Fragen zu Entwicklungsschwerpunkt

Beim Bahnhof Möhlin befindet sich das Entwicklungsgebiet Rheinfelden Ost.

Beim Bahnhof Möhlin befindet sich das Entwicklungsgebiet Rheinfelden Ost.

Die Stadt Rheinfelden beantwortet die Fragen der Grünen zum Entwicklungsschwerpunkt zwischen Rheinfelden und Möhlin. Die Grünen hatten angekündigt, auf Grund der Antworten zu entscheiden, wie sie sich zum beantragten Kredit stellen. Der Entscheid falle in den nächsten Wochen.

Es ist ein zukunftsträchtiges Projekt, das den Stimmberechtigten von Rheinfelden und Möhlin da Anfang September vorgelegt wird. An ihren jeweiligen Gemeindeversammlungen entscheiden sie über einen Verpflichtungskredit für die Testplanung zum Entwicklungsschwerpunkt Ost beim Bahnhof Möhlin. Die Grünen-Ortsparteien beider Gemeinden äusserten dazu in einer gemeinsamen Stellungnahme einige Fragen (AZ von gestern). Fragen, die sie zuvor auch direkt an die Gemeinden gerichtet hatten – und die nun, zumindest von Rheinfelder Seite, beantwortet wurden.

In ihrem Schreiben nannten die Grünen das Ziel, dass die Stimmberechtigten auch über eine Variante mit Mittelschule, aber ohne Wohnüberbauung entscheiden könnten. Dies vor dem Hintergrund, dass – bei einem Wegfall der Schule – mit bis zu 2000 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern zu rechnen sei. Die Stadt interpretiert dies dahin gehend, dass die Ortsparteien mit einem Antrag auf der Reduktion der Planung auf die Mittelschule das Siedlungswachstum reduzieren wollen.

«Die Testplanung vor diesem Hintergrund zu stoppen und zu reduzieren, würde einer weitsichtigen Raumplanungstätigkeit widersprechen», heisst es im Antwortschreiben von Stadtschreiber Roger Erdin, das der AZ vorliegt. Mit der Testplanung könne man «nach heutigen Erkenntnissen und bestem Wissen und Gewissen Lösungen finden, welche auch für die Siedlungsentwicklungen kommender Generationen tauglich sind.» Deshalb könne sich die Testplanung nicht auf jene Fläche beschränken, die für die Mittelschule benötigt wird.

2000 Einwohner sind eine Zielgrösse

Bei den erwähnten 2000 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern handle es sich um eine «Zielgrösse aus der Raumplanung», erklärt Erdin weiter. Die Vorgabe diene dem haushälterischen Umgang mit dem Boden. Im kantonalen Richtplan sind dazu Mindestdichten vorgeschrieben.

In Gebieten mit direktem Bahnhofbezug sind 150 Einwohner pro Hektare und 100 Beschäftigte pro Hektare Zielgrössen. «Die optimale Dichteverteilung gilt es im Rahmen der Testplanung in Abhängigkeit der Lage und Potenziale auszuloten und festzulegen», schreibt Erdin. Ausserdem bestehe die Absicht, die heutige Industriezone Unteri Rütene zu überprüfen und «tendenziell durch Dienstleistung und Gewerbe» abzulösen. «Durch den Einbezug wird sichergestellt, dass die Entwicklung über die Gemeindegrenzen hinweg abgestimmt und verträglich gestaltet wird.»

Die Grünen hatten angekündigt, auf Grund der Antworten zu entscheiden, wie sie sich zum beantragten Kredit stellen. «Wir werden das nun gemeinsam diskutieren», sagt Kathrin Frey, Präsidentin der Grünen Rheinfelden. Der Entscheid falle in den nächsten Wochen.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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