Kaiseraugst

Das Zentrum kriselt – auch der Liebrüti-Kiosk macht zu

Der Kiosk im Zentrum Liebrüti schliesst Ende Jahr, weil er laut Betreiberin Valora «nicht mehr rentabel» ist.

Der Kiosk im Zentrum Liebrüti schliesst Ende Jahr, weil er laut Betreiberin Valora «nicht mehr rentabel» ist.

Valora schliesst den Kiosk im Kaiseraugster Einkaufszentrum Ende Jahr − die Post sucht einen neuen Agenturpartner. Bei einem der «potenziellen Partner» handelt es sich um die Lindenapotheke.

Die Aussagen gleichen sich. «Schade für Kaiseraugst», schreibt jemand. «Das tut mir aufrichtig leid für die ältere Bevölkerung», ein anderer. «Einfach schlimm. Es wird immer leerer im Zentrum», schreibt ein Dritter. Und: «Die Attraktivität des Zentrums leidet immer mehr.» Grund für die Bestürzung in den Kommentarspalten auf Facebook: Der Kiosk im Kaiseraugster Liebrüti-Zentrum schliesst. Martin Zehnder, Mediensprecher der Kioskbetreiberin Valora, bestätigt das auf Anfrage der AZ.

«Die Verkaufsstelle ist leider seit längerem nicht mehr rentabel», sagt er. Diese Situation habe sich aufgrund der Coronakrise noch zusätzlich verschärft. Zahlen nennt er zwar keine, in ihrer Halbjahresbilanz hat die Valora allerdings bereits auf die Beeinträchtigungen durch die Krise und den Lockdown aufmerksam gemacht.

«Infolge der behördlichen Anordnungen zur Eindämmung des Virus und des dadurch ausgelösten Rückgangs der Kundenfrequenz war Valora gezwungen, Öffnungszeiten deutlich einzuschränken oder einige Verkaufsstellen ganz zu schliessen», hiess es darin. Der Umsatz und Erlös der Kiosk­betreiberin schrumpfte schweizweit um je fast ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr.

Valora sucht Lösung für die Angestellten

Die «k kiosk»-Verkaufsstelle im Einkaufszentrum Liebrüti wurde laut Zehnder per 31. Dezember gekündigt. Zu diesem Zeitpunkt werde auch der Kiosk geschlossen. «Valora ist bestrebt, für die Mitarbeitenden eine Lösung in einer anderen Verkaufsstelle zu finden», sagt er weiter. Was mit der frei werdenden Fläche passiert, ist derweil offen. Die Verwalterin des Zentrums, die Varioserv, war für eine Anfrage der AZ nicht erreichbar.

Das Aus für den Kiosk wirft allerdings auch die Frage auf, wie es mit der Post im Zentrum weitergeht. Schliesslich bot der Kiosk seit rund einem Jahr − seit der Schliessung der Postfiliale im November 2019 − als Postagentur deren Dienstleistungen an. Nun ist die Post auf der Suche nach einem neuen Partner in der Liebrüti. «Wir sind sehr bestrebt, eine Nachfolgelösung zu finden und sind dazu im Gespräch mit potenziellen neuen Partnern. Diese Gespräche sind noch im Gang», sagt Postsprecher Markus Werner.

Die Post könnte in die Apotheke zügeln

Die AZ weiss: Bei einem der «potenziellen Partner» handelt es sich um die Lindenapotheke. Deren Geschäftsführer Andreas Brunner bestätigt auf Anfrage die Gespräche: «Wir wurden von der Post angefragt und haben unser Interesse signalisiert.»

Brunner führt die Apotheke im Liebrüti-Zentrum seit rund fünf Jahren. Sein Unternehmen hat insgesamt 13 Filialen im Aargau und im Baselbiet. Dazu gehört in Unterentfelden bereits eine Apotheke mit Postagentur. «Die Erfahrungen in Unterentfelden zeigen, dass die Postagentur durchaus Kundenfrequenz bringt», sagt Brunner.

«Ich bin zuversichtlich, dass es klappt»

Er verhehlt nicht, dass das Zentrum kriselt. Da sind einerseits die offenen Fragen rund um das Domus-Projekt. Andererseits auch die Veränderungen bei den Mietern. Neben der Post schloss mit dem Grossverteiler Migros im Mai ein Ankermieter seinen Laden in der Liebrüti. «Das haben wir bei der Kundenfrequenz zu spüren bekommen», sagt Brunner. Entsprechend hegt er die Hoffnung, dass eine Postagentur die Frequenz in der Apotheke wieder ankurbeln könnte. «Ich bin zuversichtlich, dass es klappt.»

Ähnlich tönt es bei der Post. «Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft Postdienstleistungen in einer Filiale mit Partner anbieten können − und dies möglichst mit einem nahtlosen Übergang vom bisherigen zu einem neuen Partner», sagt Sprecher Markus Werner.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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