Wahlen 2019

Datenanalyse: Schwaderloch ist SVP-Hochburg, Zuzgen wählt am grünsten

Die Plakate werden seit Sonntag von den Kandidierenden und ihren Teams wieder abgebaut.

Die Plakate werden seit Sonntag von den Kandidierenden und ihren Teams wieder abgebaut.

Die Aargauer Zeitung hat die Wähleranteile der Parteien im Fricktal ausgewertet und mit jenen vor vier Jahren verglichen.

Es hat sich ausgelacht. Seit Sonntag sind die Nationalratskandidaten und ihre Teams im Fricktal unterwegs, um sich selber einzusammeln – sprich: um die Ich-lächle-mich-zur-Wahl-Plakate abzuhängen. Gereicht hat es keinem Fricktaler für ein Ticket nach Bern. Vorerst zumindest, denn je nach Ausgang der Ständerats- und Regierungsratsersatzwahl kann sich Carole Binder (SP) Chancen ausrechnen, nachzurutschen.

Wahlsieger im Fricktal sind die Grünen und die GLP (AZ von gestern). Wo sind sie am stärksten? Und wo haben sie am meisten zugelegt? Die AZ hat die Daten ausgewertet.

In Zuzgen können Grüne um 8,45 Prozent zulegen

Am stärksten sind die Grünen nicht etwa in einem der urbanen Zentren, sondern in Zuzgen. Hier kam die Partei auf einen Wähleranteil von 14,57 Prozent (siehe Tabelle). In Zuzgen konnte die Partei gegenüber 2015 auch so stark zulegen wie in keiner anderen Gemeinde: plus 8,45 Prozent. Ein Wachstum von über 5 Prozent hatten die Grünen auch in Magden, Oberhof, Olsberg, Rheinfelden und Mumpf.

Bei der GLP schwingt Rheinfelden mit 12,15 Prozent fricktalweit obenauf. Das gute Abschneiden hängt sicher auch damit zusammen, dass mit Béa Bieber und Michael Derrer gleich zwei GLP-Kandidaten auf der Hauptliste standen. Den grössten Sprung machte die GLP in Sisseln (+7,15%), gefolgt von Rheinfelden (+5,69%).

Grosse Wahlverliererin war am Sonntag die SVP – auch im Fricktal, wo sie ein Minus von 7,98 Prozent im Bezirk Rheinfelden und ein solches von 5,39 Prozent im Bezirk Laufenburg einfuhr. Aus dem Chor der Minus-Gemeinden stechen zwei heraus, in denen die SVP ein klares Plus verzeichnete: Schwaderloch (+3,66%) und Zeihen (+7,12%). Die Gemeinde sei seit je eine SVP-Hochburg, sagt der Zeiher Grossrat Christoph Riner. Dass seine Nationalratskandidatur ebenfalls zum guten Abschneiden seiner Partei beigetragen hat, «ist nicht von der Hand zu weisen».

Mit einem Wähleranteil von 49,32 Prozent liegt Zeihen in den Fricktaler SVP-Top-10 auf Platz 2 – hinter Schwaderloch, wo am Sonntag annähernd 60 Prozent die SVP wählten.
Bei der FDP, die in beiden Fricktaler Bezirken Wähleranteile verlor, ist Münchwilen mit 17,43 Prozent die Hochburg, gefolgt von Stein mit 15,30 Prozent.

Prozentual am wenigsten Wähler hatten die Freisinnigen in Hornussen (4,58%) und Oberhof (5,67%). Das grösste Plus verzeichnete die Partei in Oeschgen (+4,46%), das grösste Minus in Olsberg (-7,24%).

In Wallbach wächst CVP fast zweistellig

Die CVP, die entgegen der Erwartung vieler Politbeobachter kantonal wie auch in beiden Fricktaler Bezirken deutlich zulegen konnte, ist am stärksten in Gansingen. Hier kommen die Christdemokraten auf 27,24 Prozent. Der Wermutstropfen: Just in Gansingen verlor die CVP so stark wie in keiner anderen Fricktaler Gemeinde: -3,05 Prozent. Am stärksten zulegen konnte die Partei in Wallbach: Mit einem Plus von 9,61 Prozent kam sie am Sonntag auf 16,98 Prozent.

Die SP erlebte am Wochenende im Fricktal ein Wechselbad der Gefühle: Im oberen Fricktal konnten die Sozialdemokraten zulegen, im unteren verloren sie marginal. Die grösste Wählerschaft hat die SP in Kaiseraugst (25,57%), die kleinste in Schupfart (6,06%). Den grössten Aderlass hatte die Partei fricktalweit in Herznach (-7,63%), den grössten Zugewinn verzeichnete sie in Mettauertal (+5,68%).

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