Bachelorette
Davide fährt mit Vollgas ins Verderben: «Du bist eine Riesen-Enttäuschung»

Davide erlebt ein Wechselbad der Gefühle: Er gewinnt das Kart-Rennen – und verliert dadurch alles.

Thomas Wehrli
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Die Ansage von Eli war glasklar. Oder besser: rabenschwarz. Die beiden Dauer-Streit-Hähne mit cooler Eier- und klebender Markenfixation erhielten vor einer Woche, am Schluss der letzten Folge von «Die Bachelorette», je eine schwarze Rose. Sie steht für die allerletzte Chance. Wer sie vermasselt, fliegt raus und stante pede nach Hause.

Dürfen wir vorstellen? Das sind die beiden schwarzen Ritter der Rose, nicht zu verwechseln mit den Mönchen in «Der Name der Rose» (das Mönchtum meiden die Eli-Jäger wie der Teufel das Weihwasser):

Davide, 40, Life-Coach, von kleiner Statur, mit grosser Klappe (zumindest gegenüber den Jungs). Der Rheinfelder findet fast alles cool, nur einen nicht: Toby, seinen Erzfeind. Er will beim Date der letzten Chance den Kern auspacken, der hinter der harten Schale steckt, und Rivale Toby «eine Briefmarke auf die Stirn kleben» und ihn damit zurück in die Schweiz schicken. Er selber «will Vollgas geben», auch so einer seiner Lieblingssätze.

Tobias, 32, Beklebter, eher vom Typus: verschlossen, würde besagte Briefmarke wohl sofort von seiner Stirn kratzen, sie beäugen – und in ein Album kleben. Der Briefmarkenhändler aus Luzern, der Eli in den vier bisherigen Folgen mit allerlei Wertmarken zugekleistert hat, macht aus seiner Antipathie gegen Davide keinen Hehl. «Ich gönne Davide, dass er dasteht wie das letzte Arschloch.» Puh!

Die az-Leser sehen es anders. Im Online-Voting schickten 40,8 Prozent der User Davide heim – 59,2 Prozent dagegen Toby. Wir Fricktaler rufen deshalb zurück: Wer ist nun «das letzte Arschloch»?

Nun denn, auf in den Kampf. Die beiden packen, wie von Eli befohlen, ihre Koffer. Die Sympathien sind klar verteilt: Davide muntern drei Mitbewerber auf, in Tobys Zimmer sitzen sechs. Was die Mehrheit wohl gegen den Fricktaler Charmebolzen hat? Ach ja: Da war ja seine grosse Klappe.

Eli, 28, trippelt herbei. Die Jungs wirken angespannt, wie sie auf der Couch sitzen, und gestehen der Herzdame: «Ich bin etwas nervös.» Nicht im Chor sagen sie es, schön artig hintereinander. Es geht doch.

Was der Zuschauer vom Date zu sehen kommt, ist herzlich wenig, und an der Stelle von Eli wäre ich geneigt, das Einer- in ein Doppelrückflugticket umzuwandeln. Wobei das wohl keine gute Idee wäre, denn die beiden nebeneinander im Flieger – die armen Mitpassagiere.

Toby öffnet sich dann doch ein wenig und auch Davide sieht ein, dass er mit seiner «Ich bin so cool»-Nummer allenfalls «It’s cool man» Peter Steiner beerben, damit aber Eli garantiert nicht heissmachen kann. Er sei eben nicht so der gruppendynamisch Flirtende, sagt er. Dumm nur: Die ganze Sendung ist genau darauf ausgelegt.

Aus Schwarz wird Rot

Eli hat die erste «riesige Überraschung» auf Lager, die zweite folgt dann ganz zum Schluss: Beide dürfen bleiben; aus den schwarzen werden zwei rote Rosen. Geht das? Im Fernsehen geht alles! ALLES! Allerdings, so mahnt sie Davide, solle er ihr endlich zeigen, dass er nicht nur cool sei. Ob dieser Satz bei ihm angekommen ist? Nochmals Eli: «Ich weiss gar nicht, ob dich meine Worte erreichen.» Das fragt sich der Zuschauer am Schluss auch. Doch dazu später.

Szenenwechsel. Während Toby und Davide doppel-daten, testet Bachelor Janosch Nietlispach die anderen potenziellen Herzblätter auf Herz und Nieren. Im sportlichen Teil machen Veganer Lukas, Familienmensch Nunzio und Energie-Guru Olivier als Erste schlapp. Beim anschliessenden Gespräch über Sein und Schein, über Eli-aner, die es ehrlich meinen, und solche, die nur mit ihr spielen, fällt ausgesprochen oft der Name: Babak.

Die Skepsis, dass es der Kölner wirklich ernst meint, kann der geneigte Zuschauer, der von der ersten Sendesekunde an dabei ist und sich somit Bachi-Experte (man beachte die Verniedlichungsform, sie ist wahren Fans vorbehalten!) schimpfen darf – diese Skepsis kann er nachempfinden. Eli beeindrucken die Warnrufe wenig, wie sich später herausstellen wird.

Die beiden Streithähne sind also «back in the game», wie es Toby formuliert – und für einen ultrakurzen Moment treten die beiden gar als Komplizen auf, in jenem Moment, in dem sie die konsternierte Meute der Mitbewerber mit ihrer Doppelrückkehr überraschen. Diese schauen drein, als kämen zwei Tote aus dem Hades zurück. Allerdings mit Rollkoffern, was nun wenig wahrscheinlich wäre.

Alles wieder gut? Mitnichten. Das Fanal, die Tragödie, die Katastrophe aus Fricktaler Sicht nimmt nun erst ihren Anfang. Eli will fünf Jungs – Vasco, Oli, Daryl, Anthony und Davide – mit einem Gokart belohnen; sie selber zieht sich zurück. Ein Schelm ist, wer dabei Böses denkt – und Eli ist ein Oberschelm. Sie will die Jungs testen, wie sie sich verhalten, wenn sie nicht da ist und schickt ihnen zwei Girls auf den Hals. Deren Mission: Flirten, was das Zeug hält.

«Falle», möchte man als Fricktaler Davide zurufen. Der sagt noch: Dass Eli die Jungs verlasse, sei schade, denn sie wäre «Motivation hinter dem Steuer». So weit, so gut, doch schon sein Nachsatz zeigt, was zum Problem wird: «Aber wir haben zwei Boxenluder, das ist auch eine kleine Motivation.»

Eli liegt derweil im Tarnanzug – sorry, Eli, steht dir gar nicht – im Gebüsch. Davide gewinnt und lässt sich feiern. Dann nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Wir kommen nicht darum herum, es im O-Ton wiederzugeben, quasi als Abschreckung für alle künftigen Bachi-Jäger. Davide läuft mit den Nice-Girls weg, Arm in Arm. «Lasst uns auf mein Hotelzimmer gehen», sagt er. Tarn-Eli kommentiert die Szene aus dem Gebüsch so: «Das war natürlich nicht die Idee.»

Ausgeflirtet

Nein, sie haben sich nicht verlesen. Davide flirtet kurz nach dem Letzte-Chance-Date mit den beiden Girls. Was läuft da bei ihm falsch? Wie sagte Eli doch gleich nochmals: «Ich weiss gar nicht, ob dich meine Worte erreichen.» Wir rufen zurück: Nein. Er gibt zwar Vollgas – fährt aber in die falsche Richtung. In eine Einbahnstrasse.

Nun, von alledem weiss Davide in diesem Moment nichts. Er ist sich sicher, dass sich der Gewinn des Rennens positiv auf seine Verbleibdauer auswirken wird. Armer Davide. Und es kommt noch besser: Am nächsten Tag sagt er bei der grossen Pool-Party vor versammelter Mannschaft zu Eli: «Du warst für mich Motivation.» Er sage dies vor versammelter Menge, obwohl dies nicht sein Stil sei – «scheiss drauf». Ähm, ja, Davide – aber anders, als du ahnst.

Die nächste Nacht der Rosen steht an. Da nun ohnehin wieder so eine olle Werbepause kommt, überbrücken wir diese mit der Frage: Wer hat heute überzeugt? Anthony, der Eli packte und kusstechnisch versorgte; Josue, das Testosteron-Monster; Nunzio, der Geständige (der 34-Jährige ist zweifacher Vater).

Es geht weiter. Davide, blauer Anzug, weisses Hemd, ist sich seiner Sache sicher. «Heute bin ich überhaupt nicht nervös. Ich hole mir meine Rose ab.»

Auf Abholmodus schalten derweil andere. Als Erster Toby – ausgerechnet er. Es folgen Nunzio, Vasco, Anthony, Marsel, Josue, Babak und später Daryl.

Dann setzt Eli zum Schlussakkord an. «Davide, darf ich dir jemanden vorstellen?» – «Sicher.» Die beiden Boxen-Girls kommen herein. «Das ist nicht dein Ernst, oder?», sagt Davide. Doch Davide, das ist ihr Ernst.

Der coole Rheinfelder steht da wie ein begossener Pudel, hört sich mit lächelnd-versteinerter Miene an, was Eli ihm zu sagen hat. Dass er «mit absoluter Sicherheit der falsche Mann» in ihrem Leben sei, dass er «eine Riesenenttäuschung» für sie sei. Seine Versuche, den Vorfall mit der Euphorie nach dem Rennen zu erklären und das «Let’s go in my hotelroom» als Witz abzutun, prallt an ihr ab – wie ein schlechter Witz. Auch sein Lächeln, bei dem seine blendend weissen Beisserchen aufblitzen (er wäre der perfekte Werbetränger für Zahnpasta), nützt ihm nichts.

Aus. Vorbei. Game over. Davide hat es an die Wand gefahren. Mit Vollgas. Oder wie er es selber sagt: «Ich habe Scheisse gebaut.» Wie wahr.

Wer ist noch dabei und wen schickte Eli bereits nach Hause:

Davide (40) Ui, der Rheinfelder hat die wohl heftigste Abfuhr bisher kassiert. Weil er fremdflirtete, muss er die Koffer packen.
22 Bilder
Olivier (38) Die Macht bzw. Energie war nicht mit ihm: Eli schickte den Berner nach Hause.
Lukas (26) Der Veganer konnte bei Eli nicht punkten; sie glaubt nicht an eine gemeinsame Zukunft.
Ferhat (29) Nachdem sein bester Freund Sandro letzte Woche die Koffer packen musste, geht es nach der vierten Nacht der Rosen auch für Ferhat heimwärts.
Silvan (21) Auch für das Nesthäckchen hat es nicht gereicht: Eli findet ihn zwar herzig, aber mehr auch nicht.
Daniel (27) Am Anfang schien es noch zu knistern. Doch dann war der Dachdecker Eli doch zu langweilig.
John (39) Eli fand den deutschen Familienvater zwar äusserlich sehr attraktiv, gefunkt hats zwischen ihnen trotzdem nicht.
Sandro (29) Der St. Galler glaubte mit seinem Ostschweizer Charme Eli bezirzen zu können. Sie fand hingegen, dass die Chemie nicht stimmt.
Giuseppe (23) Der junge Italiener aus Zürich hat nach Meinung der Bachelorette zu wenig gekämpft. Auf eine Rose wartet er vergeblich.
Noël (33) Filmfreak Noël konnte die Bachelorette nicht überzeugen. Nach der zweiten Nacht der Rosen muss er Thailand verlassen.
Matthias (29) Der Aargauer Sportschütze traf bei der Bachelorette alles andere als ins Herz: «Bei mir hats nicht gefunkt», teilte Eli ihm an der ersten Nacht der Rosen mit.
Remo (29) Der Grünflächenspezialist konnte die Bachelorette nicht überzeugen. Bereits nach der ersten Nacht der Rosen heisst es für den Stimmungsmacher Abschied nehmen.
Adrian (37) Auch der Zuger konnte nicht mit seiner positiven Ausstrahlung punkten. Er ist der dritte, der bereits nach der ersten Entscheidung wieder den Flieger nach Hause nehmen muss.
Die neue Bachelorette Eli Simic posiert mit ihren 21 Singlemännern.
Daryl, 32, ist von Beruf Production Controller und kommt aus dem Kanton Zürich. Daryl hat spanische und italienische Wurzeln, die insbesondere beim Thema Liebe zum Vorschein kommen. Der 32-jährige ist ein echter Romantiker und lässt sich immer wieder kreative Liebesbeweise einfallen. Seine Geheimwaffe ist allerdings seine Aufmerksamkeit. Gerne beobachtet der Winterthurer sein Objekt der Begierde aus der Ferne, bevor er sich einen Plan überlegt und zum Romantik-Angriff übergeht. Ob diese Taktik auch bei der Bachelorette funktionieren wird?
Babak, 29, ist Fashionberater und kommt aus Köln (D). In Sachen Liebe würde sich der 29-jährige Babak nicht als Glückspilz bezeichnen. Der extrovertierte Deutsche hat seine grosse Liebe bisher noch nicht gefunden. Er ist aber davon überzeugt, dass es jetzt in Thailand mit der Bachelorette klappen wird. Kann der Kölner die begehrteste Junggesellin der Schweiz mit seiner lockeren und humorvollen Art überzeugen?
Antony, 26, ist Fitnesscoach und stammt aus dem Kanton Zürich. Wer Antony kennenlernt, wird ihn nicht so schnell wieder vergessen. Der 26-Jährige besticht durch sein extravagantes Styling und seine betörend grünen Augen. Der attraktive Zürcher braucht nicht viele Worte um bei den Frauen gut anzukommen. Aber wird er auch die Bachelorette mit seinem Augenaufschlag bezirzen können?
Nunzio, 34, ist Servicetechniker und kommt aus dem Kanton Baselland. Nunzio steht mit beiden Beinen fest im Leben. Als er mit 21 Jahren zum ersten Mal Vater wurde, musste er lernen, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen. Seine beiden Kinder sind ihm das Allerwichtigste. Der einfühlsame Familienmensch glaubt noch immer an die grosse Liebe und ist durchaus bereit, dafür Einiges zu tun. Wird er am Schluss die letzte Rose erhalten und an der Seite der Bachelorette in die Schweiz zurückkehren?
Josue, 25, ist Personal Trainer und kommt aus dem Kanton Zürich. Die grosse Leidenschaft des körperbewussten Josue ist das Tanzen. Der gebürtige Kubaner hat Rhythmus im Blut und versetzt mit seinem Hüftschwung jede Frau in Ekstase. Ein weiteres Merkmal ist seine betörend tiefe Stimme, der kann man nur schwer widerstehen. Nach eigenen Angaben verliebt er sich jedoch nicht so schnell wie andere, was der extrovertierte Zürcher sehr bedauert. Doch er wäre nicht der Erste, dem es beim Anblick der Bachelorette den Atem verschlägt.
Marsel, 31, ist Elektroinstallateur und kommt aus dem Kanton Zürich. Der 31-jährige Marsel kommt ursprünglich aus St. Gallen. Trotz seines durchtrainierten Körpers steht er gar nicht gerne im Mittelpunkt. Marsel bezeichnet sich selbst als eher schüchtern und würde niemals eine Frau von sich aus ansprechen. Im Kampf um die Bachelorette muss der Zürcher allerdings allen Mut zusammennehmen und der Traumfrau zeigen, was er draufhat. Aber kann er tatsächlich über den Schatten springen?
Vasco, 28, ist ebenfalls aus dem Kanton Zürich. Mit seinem südländischen Charme erobert Vasco die Frauenherzen im Sturm. Der attraktive Flugbegleiter mit portugiesischen Wurzeln ist stets auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Der vielfältige Familienmensch pflegt viele Hobbies, unter anderem auch das Malen. Ob er sich bereits eine traumhafte Zukunft mit der Bachelorette ausmalen darf?
Tobias, 32, kommt aus dem Kanton Luzern. Wenn Tobias fremden Leuten von seinem Beruf erzählt, erntet er meist ungläubige Blicke. Der 32-Jährige ist nämlich Dealer – ein Briefmarkendealer. Tobias geht gerne auf Reisen und ist ein sehr abenteuerlustiger Typ, der für jeden Spass zu haben ist. Er möchte die Bachelorette mit seiner lockeren und herzlichen Art überzeugen. Aber wird er ihr auch wirklich seine Briefmarkensammlung zeigen dürfen?

Davide (40) Ui, der Rheinfelder hat die wohl heftigste Abfuhr bisher kassiert. Weil er fremdflirtete, muss er die Koffer packen.

3+

Die ganze Sendung unter www.3plus.tv/bachelorette

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