Laufenburg

Den Schützen droht das Aus: Jetzt wird das Blei aus dem Boden geholt

In die Schiessanlage Blauen muss investiert werden.

In die Schiessanlage Blauen muss investiert werden.

Die Schiessanlage Blauen muss bis Ende Jahr von Altlasten befreit werden, andernfalls droht den Stadtschützen aus Laufenburg das Aus. Was jetzt schon feststeht, sind die Kosten.

Den Stadtschützen Laufenburg sitzt die Zeit im Nacken. Die vereinseigene Schiessanlage Blauen muss bis Ende Jahr mit neuen Kugelfängen versehen sein. Sie müssen das Blei zurückhalten. Andernfalls hätte es sich ausgeschossen. Bevor es so weit ist, muss die Einwohnergemeinde Laufenburg das Schiessareal sanieren.

Diese hat jetzt bei der Gemeinde Kaisten, auf deren Boden die Schiessanlage liegt, ein Baugesuch eingereicht. Es liegt ab Freitag auf. Weil ein Teil der Erdwälle, in denen die Projektile aus fast 70 Jahren Schiessbetrieb stecken, bewaldet ist, ist das Baugesuch ein Rodungsgesuch. «Wir werden Bäume fällen und den Staudenknöterich beseitigen, ein Neophyt, der sich auf dem Areal verbreitet hat», berichtet Laufenburgs Bauverwalter Raffael Weiss.

Liegt das Erdreich frei, können Baufirmen es abtragen. Was abgetragen und deponiert werden muss, hängt von der Blei-Konzentration im Boden ab. Weiss: «Alles mit mehr als 300 Milligramm pro Kilo muss raus und deponiert werden.» Und damit, dass viel Material diesen Grenzwert erreicht und überschreitet, rechnet er. Messungen haben ergeben, dass der Untergrund direkt bei den Schiessscheiben Spitzenwerte von mehr als 2000 Milligramm Blei pro Kilo Boden aufweist. Wie gross die Menge des auszutauschenden Materials ausfällt, wird sich im Zuge der Bauarbeiten zeigen, für die zwei Wochen angesetzt sind. Wer diese ausführen wird, steht laut Weiss noch nicht fest: «Die Submissionen laufen.»

Was feststeht, sind die Kosten: 280000 Franken. Das Geld haben die Laufenburger Stimmbürger im Juni 2019 genehmigt. Jetzt liegt das Baugesuch auf. Damit, dass es sich durch Einsprachen in die Länge ziehen könnte, rechnet Weiss nicht: «Bleisanierung ist ein sinnvolles und begrüssenswertes Projekt.»

70 Prozent Zuschüsse von Bund und Kanton

Zwar sei die Zeit knapp. «Ich bin zuversichtlich, dass es dennoch reicht», sagt er. Selbst wenn sich die Arbeiten noch bis ins neue Jahr hinziehen sollten: Die Zuschüsse von Bund und Kanton (zusammen 70 Prozent) sind Weiss zufolge der Stadt sicher.

Nicht sie, sondern der Verein Stadtschützen Laufenburg bezahlt die neuen künstlichen Kugelfänge, die verhindern, dass Blei ins Erdreich gelangt. «Wir gehen das im Spätjahr an», so Projektleiterin Silvia Blaser.

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