Zeihen

Der Dorfkern von Zeihen ist nicht mehr erhaltenswert

Die Dorfkernzone von Zeihen soll in eine Dorfzone umgewandelt werden, in der schliesslich liberalere Bauvorschriften gelten.

Die Dorfkernzone von Zeihen soll in eine Dorfzone umgewandelt werden, in der schliesslich liberalere Bauvorschriften gelten.

Der Zeiher Bauverwalter Gregor Schweri erklärte an einer Infoveranstaltung zur neuen Nutzungsplanung, dass die Dorfkernzone in eine Dorfzone umgewandelt wird, wo der Bau von Flachdächern neu erlaubt wird. In Oberzeihen dagegen bleibt die Kernzone.

Von 712 auf 1104 Einwohner: So stark ist die Bevölkerung von Zeihen in den letzten 23 Jahren gewachsen. Der Bauboom ist unübersehbar. Die Baulandreserve ist mittlerweile auf 6,1 Hektaren geschrumpft. «Das Siedlungsgebiet in Zeihen wird in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht wachsen», sagte Gemeindeammann Thomas Dinkel an der Informationsveranstaltung am Mittwochabend in der Unterkirche.

Auch wenn die Bauzone nicht vergrössert werden darf, muss die Nutzungsplanung periodisch angepasst und auf die Bedürfnisse der Gemeinde für die nächsten 15 Jahren ausgerichtet werden. Die letzte Totalrevision fand 1993 statt. Nun liegt der erste Entwurf für die überarbeitete Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland vor. Noch bis zum 31. März können Hinweise und Vorschläge dazu im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens von jedermann schriftlich beim Gemeinderat eingereicht werden. Danach geht der Entwurf zur Vorprüfung an den Kanton.

Kernzone nur noch in Oberzeihen

«Das Dorf Zeihen hat wenig erhaltenswerte Bausubstanz», sagte Bauverwalter Gregor Schweri, als er erklärte, warum im Dorfzentrum künftig auch Flachdächer bei Hauptbauten gebaut werden dürfen. Die Dorfkernzone wird in eine Dorfzone umgewaltet, in der liberalere Bauvorschriften gelten.

In Oberzeihen bleibt die Kernzone bestehen. Der Ortsteil gehört zum Inventar schützenswerter Ortsbilder in der Schweiz. Gemeindeammann Dinkel betonte, dass sich Eigentümer bei der Planung von Bau- und Sanierungsarbeiten frühzeitig mit dem Gemeinderat in Verbindung setzen sollten. Neu werden auch alle Wegkreuze, die Waldkapelle Eichkreuz, die Grenzsteine Homberg und Iberg sowie markante Einzelbäume beim Dorfplatz in den Kulturlandplan aufgenommen.

Bauland für 15 Einfamilienhäuser

Durch Umzonungen auf dem Gemeindegebiet soll die Grundlage für den Bau von rund 15 Einfamilienhäuser geschaffen werden. Zwischen Zeihen und Oberzeihen wurde auf der «Bläimatt» vor Jahrzehnten eine Parzelle für den Bau einer Sportanlage ausgeschieden. Dieses Gebiet soll nun wieder ausgezont werden, weil die Neugestaltung der Sportplätze in Schulhausumgebung kürzlich abgeschlossen werden konnte. Als Kompensation sollen die «Hirschweid» sowie zwei Parzellen im Gebiet Stauftel und Hohbächli eingezont werden.

Die innere Verdichtung will man durch Umzonungen an verschiedenen Stellen entlang der Bahngeleise ermöglichen. Ein Gast wollte wissen, ob in Zukunft grössere Infrastrukturbauten wie S-Bahnhof oder Hallenbad ein Thema seien. Gemeindeammann Thomas Dinkel winkte ab: «Nein. Einen
S-Bahnhof wird es bis auf weiteres nicht geben. Wir haben noch genug Probleme mit Gemeindehaus und Kindergarten, die am Verlottern sind.»

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