Fricktal

Der Fricker Markt kehrt zurück – mit einer generellen Maskenpflicht

Im November herrscht wieder Marktstimmung – im Unterschied zum Augustmarkt 2019 mit Maskenpflicht.

Im November herrscht wieder Marktstimmung – im Unterschied zum Augustmarkt 2019 mit Maskenpflicht.

Der Martinimarkt am 9. November findet statt. Es gilt eine generelle Maskenpflicht. Und dafür gibt es einen einfachen Grund.

Es ist eine gute Nachricht für die Fricker und vor allem für die Marktfahrer: Der Martinimarkt in Frick vom 9. November findet statt. Das hat die Gemeinde am Dienstag bekanntgegeben. Eine Einschränkung gegenüber früheren Märkten gibt es allerdings: Es herrscht generelle Maskenpflicht – für die Besucher wie für die Marktfahrer.

Der Martinimarkt wird seit dem Fasnachtsmarkt im Februar der erste Markt in Frick sein. «Es war für die Gemeinde sehr schmerzhaft, dass in diesem Jahr erst ein Markt durchgeführt werden konnte», sagt Daniel Suter, Gemeindeammann und Präsident der Marktkommission. Die Markttradition sei in Frick fest verankert, die Märkte seien ein regionaler Publikumsmagnet. «Die Absagen waren jedoch insbesondere für die Marktfahrenden hart, da in der ganzen Schweiz etliche Märkte ausfielen», weiss Suter. Für viele Marktfahrende geht es inzwischen um ihre Existenz. Dabei ist klar: «Ohne Marktfahrende gibt es keine Märkte.»

Es geht um das Überleben einer alten Tradition

Es geht also um nichts weniger als um das Überleben dieser alten Tradition, die seit langem ein wichtiger Teil der Fricker Kultur ist. «Je länger Märkte ausfallen, desto grösser ist das Risiko, dass die schöne Tradition ganz verloren geht, weil Marktfahrende ihre Tätigkeit aufgeben müssen», hält die Gemeinde in ihrer Medienmitteilung fest.

Dagegen will der Gemeinderat, zusammen mit anderen Gemeinden im Kanton, die im Herbst ebenfalls wieder Märkte durchführen, ein Zeichen setzen. Dieses Zeichen steht im Spannungsfeld zwischen grösstmöglicher Bewegungsfreiheit und grösstmöglichem Coronaschutz. «Nach Rücksprache mit der Sektion Nordwestschweiz des Schweizerischen Marktverbands haben wir uns entschieden, im Schutzkonzept eine generelle Maskenpflicht für die Marktfahrenden als auch die Besuchenden vorzuschreiben», sagt Suter. Dies auch, weil andere Schutzkonzepte für einen Markt nicht taugen. So führen verschiedene Wege zum Markt, was eine flächendeckende Erhebung der Personalien – und damit eine Rückverfolgbarkeit – praktisch verunmöglicht.

Warum Maskenpflicht?

Auch das zweite gängige Schutzkonzept, die Einteilung in 100er-Sektoren taugt bei einem Markt nicht wirklich. Bliebe noch die Abstandsregel. Doch es ist ja gerade der Reiz des Marktes, an den Ständen vorbeizuflanieren, mal hier, mal dort stehen zu bleiben und die Waren zu beäugen. «So kann nicht sichergestellt werden, dass die geltenden ­Sicherheitsabstände von 1,5 Metern zwischen den einzelnen Marktbesuchenden ständig eingehalten ­werden können», heisst es in der Mitteilung.

Bleibt die Maskenpflicht. Frick geht damit nach dem Motto: Lieber einen Markt mit Maskenpflicht durchführen, als ganz auf den Markt zu verzichten. Damit spricht der Gemeinderat sicher vielen Marktfreunden und Marktfahrern aus dem Herzen. «Für die lokale und regionale Identität sind die Fricker Märkte von unschätzbarer Bedeutung», ist Suter überzeugt. «Die Märkte bieten ein einzigartiges Ambiente, man kommt zum Einkauf, zum Flanieren und für den ungezwungenen Austausch über die Gemeindegrenzen ­hinaus.»

Bleibt die Frage: Weshalb setzt man erst jetzt auf eine Maskenpflicht und hat nicht schon den letzten Markt so durchgeführt? Bislang seien Marktfahrende ebenso wie die Organisatoren davon ausgegangen, dass die Maskenpflicht eine stark abschreckende Wirkung auf das Publikum habe, hält der Gemeinderat dazu fest.

Neue Normalität?

Inzwischen gilt jedoch in verschiedenen Kantonen – etwa in Solothurn oder Basel-Stadt – eine Maskenpflicht beim Einkaufen. «Wie erste Erfahrungen zeigen, wird dies vom Publikum inzwischen gut akzeptiert», weiss der Gemeinderat. Wurden Masken zu Beginn der Coronapandemie von einem Grossteil der Bevölkerung skeptisch beurteilt, gehören sie heute zum Strassenbild und müssen seit einigen Wochen auch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

Das Coronavirus wird wohl nicht so schnell verschwinden. «Wir müssen lernen, damit umzugehen», ist der Fricker Gemeinderat überzeugt. «Markt mit Maske ist ein Schritt in diese neue Normalität.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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