Schupfart

Der Gemeinderat greift ein: Er wirft den Rettungsanker für den Dorfladen

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Der vor 15 Jahren in Schupfart eröffnete Volg macht zu wenig Umsatz – der Gemeinderat will ihm jetzt finanziell unter die Arme greifen.

Der Gemeinderat legt den Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung vom 20. November einen Finanzierungsvertrag mit der Genossenschaft Dorfladen Schupfart zur Abstimmung vor. Dieser sieht eine vom Umsatz abhängige Unterstützungszahlung vor: 25 000 Franken pro Jahr als Maximalbetrag im Fall, dass der Umsatz unter 900 000 Franken liegt. Gestaffelt nimmt der Zustupf ab, je höher der Umsatz klettert. Übersteigt er die Grenze von 1,3 Millionen Franken, muss sich der Laden selbst tragen.

Aber davon kann der vor 15 Jahren eröffnete Volg nur träumen. «Aktuell (2019) liegt der Umsatz bei 964 000 Franken. Für die nötigen Abschreibun- gen und Rückstellungen müsste mit der aktuellen Situation und für die langfristige Sicherung des Dorfladens ein Umsatz von mindestens 1,2 Millionen Franken erzielt werden», hält der Gemeinderat in der Versammlungsbotschaft fest. Der Umsatz sei in den vergangenen Jahren zu gering gewesen, um daraus Rückstellungen für die alle acht bis zehn Jahre fällige Modernisierung der Infrastruktur zu tätigen, die aktuell wieder anstehe und auf die der Lieferant dränge. Und der Gemeinderat will an der Volg Konsumwaren AG als Lieferant festhalten. Sollte das Unternehmen abspringen, seien tiefere Margen und höhere Konsumentenpreise zu erwarten, warnt die Schupfarter Exekutive. Die bisher geprüften Alternativen hätten sämtlich nicht überzeugt.

Neben Lebensmittelladen auch Postagentur

Im Volg-Dorfladen können Schupfarter nicht nur Lebensmittel kaufen. Integriert ist darin seit 2009 auch eine Postagentur samt der Möglichkeit zum Bargeldbezug. Auch diese Infrastruktur fiele weg, sollte der Volg nicht überleben.

Die Stimmberechtigten hätten es jetzt in der Hand, so der Gemeinderat, der in der Botschaft schreibt: «Würden die Einwohner von Schupfart dem Finanzierungsvertrag zustimmen, wäre der Erhalt des Dorfladens auf längere Zeit gesichert.» Gemeinden in vergleichbarer Grösse seien den Weg auch gegangen und hätten Erfolg damit. Angelegt ist der Vertrag auf eine Laufzeit von fünf Jahren mit einer stillschweigenden Verlängerung um ein Jahr.

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