Kaisten
Der heilige Fridolin kehrt zurück - aber nur als Kopie

Seit über einem Jahr kämpfen zwei Kaister für die Rückkehr der Heiligenfigur. Nur erhält sie in der sanierten Kirche St. Michael einen Nischenplatz. Ein Bildhauer muss die Reproduktion aber noch herstellen.

Susanne Hörth
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Jahrhundertelang stand diese Figur in der Kaister Kirche. Hist. Museum

Jahrhundertelang stand diese Figur in der Kaister Kirche. Hist. Museum

Hist. Museum

Die Heiligenfigur Fridolin mit dem toten Urso wird wieder einen Platz in der Kaister Barockkirche St. Michael erhalten. Das hat die Kirchenpflege nun entschieden. Bereits vor über einem Jahr wurde während einer Informationsveranstaltung über die anstehende Kirchensanierung aus der Versammlung angeregt, die frühgotische Figur, datiert um das Jahr 1550 wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückzuholen.

Die Statue hatte ursprünglich in der ehemaligen Kaister Kirche ihren festen Platz, später dann auch in der 1717 erstellten, neueren Kirche. Aus nicht bekannten Gründen wurde die Figur irgendwann verkauft. 1926 konnten die damaligen Verantwortlichen des historischen Museums Basel den Fridolin aus einem Basler Antiquariat erwerben. Der einst in Kaisten beheimateten Figur wird nachgesagt, dass sie zu den wenigen gehört, die Fridolin in inniger Umarmung mit einem freundlichen Tod darstellt.

Original bleibt in Basel

Die Kaister Georg Winter und Viktor Bäumlin setzen sich seit über einem Jahr für die Heimkehr des heiligen «Fridolins von Säckingen» in die Dorfkirche ein. Sie haben nun nach dem positiven Entscheid der Kirchenpflege die nächsten Schritte in die Wege geleitet. Dabei geht es nicht um den Rückkauf des Originals. Einem solchen Verkauf würden die Verantwortlichen des historischen Museums in Basel nicht zustimmen. Zustimmung hingegen erteilten sie der Digitalisierung der 88 Zentimeter grossen Statue. Ein Bildhauer wird dann anhand dieser Pläne eine Reproduktion des Fridolins mit dem Urso aus Lindenholz herstellen.

Laut Georg Winter ist hierfür mit Kosten zwischen 15 000 und 20 000 Franken zu rechnen. Winter und Bäumlin werden das Geld für die Herstellung der Heiligenfigur mit privaten Aufrufen beschaffen. Die laufende Spendenaktion für die Kirchensanierung ist davon nicht tangiert.

Figur erhält Nischenplatz

Ein Grund, weshalb sich die römisch-katholische Kirchenpflege noch vor einem Jahr und damit vor der mittlerweile weit vorangeschrittenen Kircherenovation gegen die Wiederbeschaffung des Fridolins aussprach, war der fehlende Platz. Im Zuge der Sanierung sind die alten Beichtstühle entfernt worden. In einer der dadurch freigewordenen Nische wird die Fridolin-Reproduktion zu stehen kommen. Kurzzeitig wurde in Kaisten als Argument gegen die Figur diskutiert, dass sich diese Nische in unmittelbarer Nähe zur geplanten Kinderecke befinde, man den Kindern doch nicht den Blick auf das Skelett von Urso zumuten könne.

Ziel ist es nun, dass bei der Einweihung der im Innenbereich umfassend sanierten Kirche auch Heimkehrer Fridolin an seinem neuen Platz stehen wird. Das Einweihungsfest ist Ende September geplant.