Kaisten

Der neue Radweg im Fricktal führt ins Nichts

Bis hierhin und danach wirds eng: Der Radstreifen bei Kaisten hört nach dem Hardmatt Kreisel einfach auf.

Bis hierhin und danach wirds eng: Der Radstreifen bei Kaisten hört nach dem Hardmatt Kreisel einfach auf.

Wollen Velofahrer im Fricktal entlang des Rheins von Stein über Sisseln nach Laufenburg radeln, gelangen sie auf eine heikle Strecke, die ins Nichts führt. Erst vor einem Jahr wurde die Strasse noch saniert.

Velofahrer, die von Stein über Sisseln nach Laufenburg entlang des Rheins radeln wollen, haben spätestens nach Sisseln im Hardwald ein Problem: Der Veloweg hört einfach auf.

Kurz vorher, beim Kreisel Hardmatt, der rechts nach Eiken und zur Autobahn A3 führt, ist er noch Richtung Laufenburg ausgeschildert.

Der unbedarfte Radler folgt also der Route und findet sich rund 150 Meter auf einer verengten Strasse ohne Veloweg wieder. Rechts führt ein Kiesweg mitten in den Wald.

Diesen zu befahren wäre unmöglich. Will der Velofahrer kehrt machen, so muss er zuerst die dicht befahrene Strasse überqueren. Ansonsten bleibt ihm nur die Möglichkeit der Strecke weiter geradeaus zu folgen und sich auf der schmalen Strasse von Autos überholen zu lassen, die mit 80 Stundenkilometer nach Laufenburg pfeffern.

Durchgehender Radweg geplant

Im Sommer 2012 wurde die Strasse vom Ortsausgang Sisseln bis 150 Meter über den Kreisel Hardmatt hinaus saniert.

Sie wurde auf neun Meter verbreitert, der Belag erneuert und links und rechts wurden die bisher fehlenden Radstreifen markiert. In einer zweiten Bauetappe soll auch der restliche Abschnitt – vom Kreisel bis kurz vor Laufenburg – fahrradtauglich gemacht werden.

Bis es aber so weit ist, kann es noch eine Weile dauern. Der Projektleiter des Strassenbaus, Michael Reinhard, sagt: «Wir stecken gerade mitten in der Endphase der Projektierung. Ich gehe davon aus, dass wir 2016 mit den Bauarbeiten beginnen können.»

Dann soll auch dort der rund 2,5 Kilometer lange Strassenabschnitt verbreitert werden, sodass auf beiden Seiten Platz für einen Radstreifen entsteht.

Wenn ein durchgehender Radweg nach Laufenburg erst in den nächsten Jahren realisiert wird, bleibt die Frage, warum Velofahrer schon jetzt mit einer Beschilderung auf diese Strecke geschickt werden.

Tony Müller ist langjähriges Mitglied im Veloclub Kaisten und noch viel länger ist er regelmässig mit seinem Fahrrad unterwegs.

Allerdings heute nicht mehr so sportlich wie früher, weil er ja «auch nicht mehr der Jüngste» sei, wie er schmunzelnd sagt.

Die Strecke zwischen Sisseln und Laufenburg fahre er oft, jedoch immer via Eiken und Kaisten durch den Wald.

Fährt er mit dem Auto über die Hauptstrasse entlang des Rheins, so begegnen ihm auch dort Radfahrer, jedoch solche von der sportlichen Sorte.

Nicht alle haben so gute Ortskenntnisse wie Müller und können der heiklen Strecke genug früh ausweichen.

Möchten Ausflügler den ganzen Weg entlang des Rheins auf einem gesicherten Radweg fahren, so müssen sie bereits in Sisseln in die Bahnhofstrasse abbiegen und dieser auf einer Parallelstrasse der Hauptstrasse via Kaisten nach Laufenburg folgen.

Reinhard rät darum Familien mit Kindern diesen Weg zu benützen, obwohl der Umweg den man so auf sich nehmen müsse, relativ gross sei.

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