Zeihen

Die «Auberge» legt erfolgreichen Start hin – es gibt aber noch Luft nach oben

Mely Obergfell (l.) und Edith Christen, Besitzerin, stemmen in der «Auberge Passepartout» die Küche zu zweit.

Mely Obergfell (l.) und Edith Christen, Besitzerin, stemmen in der «Auberge Passepartout» die Küche zu zweit.

Die neue kulinarische Begegnungsstätte in Zeihen ist bereits teilweise ausgebucht. Potential gibt es aber noch bei den Hotelzimmern.

In der Küche der «Auberge Passepartout» zischen an diesem Morgen die Pfannen. Während Edith Christen Rührei und Rösti zubereitet und den Käsekuchen aus dem Ofen holt, entsaftet Mitarbeiterin Mely Ober­gfell Melonenstücke und verfeinert den Saft mit Rosmarin für die prickelnde Limonade.

Das Mise en Place für das Mittagsmenu – Kartoffeltaler und der Risottoreis – steht bereits. «Verschnaufpausen gibt es bei uns am Montagmorgen kaum», sagt Edith Christen, bevor sie den Bon mit den nächsten Bestellungen in Augenschein nimmt und am Herd weiter wirbelt.

Sieben Wochen nachdem Edith Christen, Küchenmeisterin aus Bayern, mit ihrem Mann Hansueli mitten im Zeiher Dorf eine gastronomische Begegnungsstätte mit acht Hotelzimmern eröffnete, zieht Letzterer eine erste positive Bilanz. «Wir hatten in der letzten Woche so viele Reservierungen für Abendessen, dass wir teilweise absagen mussten.»

Ein gutes Zeichen sei auch, dass es Gäste gebe, die bereits mehrmals reserviert haben. «Das Essen kommt gut an; eine Stammkundschaft baut sich langsam auf», so Hansueli Christen. Ein Renner sei das Risotto, so Edith Christen. «Wir halten die Karte klein, mit regionalen und saisonalen Produkten.» Dies wüssten die Gäste zu schätzen.

An zehn Tischen finden die Gäste Platz im «Petite Maison», fünf Tische kommen in der Gartenwirtschaft hinzu. Ein Parkplatz soll zu Gunsten von mehr Sitzplätzen im Aussenbereich geopfert werden. «Jetzt, im Sommer, gibt es viele Wanderer und Velofahrer, die spontan einkehren», sagt Hansueli Christen, der nicht verhehlt, dass bei der Auslastung der Hotelzimmer noch Luft nach oben besteht.

«Wir verteilen an die umliegenden Firmen Flyer, damit sie wissen, dass bei uns auch Geschäftsreisende beherbergt werden können.» Geöffnet ist das Restaurant nur montags und dienstags. Auch, damit man noch genügend Kapazitäten habe, um Events und Veranstaltungen durchzuführen.

Bereits für August gibt es grössere Reservierungen, etwa für Geburtstage oder Autoanlässe. So ist derzeit auch ein gelber, stromlinienförmiger Rennwagen des Fiat-Tuners Carlo Abarth aus dem Jahre 1958 im Gästeraum platziert. Mit dem Thema Motorsport schlägt Hansueli Christen den Bogen in seine Vergangenheit als Rennfahrer.

Menu und Märchen in ­Einklang bringen

«Ich bin halt ein Auto-Narr», sagt er mit einem Augenzwinkern. Bereits geplant für den 28. August ist ein Event mit dem zweifachen deutschen Rallye-Meister Harald Demuth mit Erzählungen aus der Audi-Geschichte sowie dem ehemaligen Ski-Rennfahrer Daniel Mahrer gepaart mit einem mehrgängigen Menu.

So geht es Christens denn nicht nur darum, den Gaumen ihrer Gäste mit frisch zubereiten Speisen – auch die Glace und die Kroketten sind handgemacht – zu schmeicheln. Sie wollen auch ein Erlebnis der besonderen Art bieten. So wird etwa Edith Christen als Mitglied der Kombo «Blätter Teig» am 25. September ein sechsgängiges Menu zaubern, während ihre Kollegin Nathalie Saxer das Märchen «Das Geheimnis der Kräuterfrau mit den zu grossen Füssen» vorträgt.

Natürlich würden sich dementsprechend auch einige Kräuter im Menu wiederfinden. Dazu würden die Tische märchenhaft dekoriert. «Denn es soll ein Erlebnis für alle Sinne werden», wie Edith Christen sagt.

Autor

Dennis Kalt

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