Orte zu Ehren Marias

Die Hälfte der Aargauer Lourdes-Grotten befindet sich im Fricktal

Die Lourdes-Grotte in Hornussen. kpf

Die Lourdes-Grotte in Hornussen. kpf

Um die Gottesmutter Maria zu verehren, muss man nicht in die Originalgrotte nach Frankreich fahren. Auch im Fricktal gibt es elf Lourdes-Grotten.

Das Fricktal mit seinen elf Andachtsstätten dürfe als «grottenreiche» Region bezeichnet werden, so Edgar Koller aus Mosnang, Autor des Buches «Lourdesandachtsstätten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein». Im Kanton Aargau befinden sich insgesamt 22 Grotten. Als Vergleich: Appenzell Innerrhoden, Bern, Neuenburg und Schaffhausen haben keine einzige Grotte. Viele Grotten befinden sich in Freiburg (46) und in St. Gallen (30). Im Wallis soll es sogar rund 180 geben, wobei im Buch aus Platzgründen nur 44 aufgeführt wurden.

Älteste Grotte ist in Gansingen

Grund für Edgar Kollers Interesse an Lourdes ist sein inzwischen verstorbener Onkel, der ihm 1972 eine Lourdes-Wallfahrt schenkte. «Mein Onkel war körperlich behindert, geistig aber sehr rege und ein grosses Lourdes-Fan», erzählt Edgar Koller. Seinem Onkel zuliebe fing er im Jahr 1985 an, eine Zusammenstellung aller Grotten in seinem Heimatkanton St. Gallen zu machen. «Im Jahre 2003 erlitt ich einen Hirnschlag und musste aus dem Berufsleben aussteigen.»

Edgar Koller beschäftigte sich fortan mit sämtlichen Lourdes-Grotten der Schweiz. Mit der Zeit seien auch Kirchen, Kapellen und Bildstöcke, die Lourdes zum Thema haben, dazugekommen. Alle im Buch vorgestellten Andachtsstätten enthalten neben ihrer Geschichte auch Tipps für die Anreise per öffentlichem Verkehr oder per Auto. Edgar Koller konnte viele, aber nicht alle 250 Grotten persönlich besuchen. «Pfarrämter, Privatpersonen und Lourdes-Pilgervereine haben mich mit Informationen und Bildern unterstützt.»

Die Grotten und Kapellen im Fricktal stehen in folgenden Gemeinden: Eiken, Frick, Gansingen, Hornussen, Kaisten, Mumpf, Sulz, Schupfart, Wegenstetten, Wittnau und Zuzgen. «Mir persönlich gefällt die Chorndletekapelle in Frick sehr gut», so Edgar Koller. Aus einem einstigen Bienenhaus sei dort eine Stätte zu Ehren der Muttergottes entstanden. Die älteste freistehende Fricktaler Grotte befindet sich in Gansingen; sie wurde 1895 erstellt. Noch drei Jahre vorher begannen die Kaister mit dem Bau der Lourdes-Kapelle auf dem Fasnachtsberg.

Zu den schützenwerten historischen Gärten des Kantons Aargau gehört die Hornusser Grotte mit Kreuzweg. Während in Mumpf und in Schupfart Kapellen aus den Jahren 1908 beziehungsweise 1957 stehen, sind die Grotten in Sulz, Wittnau, Wegenstetten und Zuzgen Nachbildungen der Originalgrotte. Nicht mehr so besinnlich wie früher ist die Eiker Grotte. «Der einst ruhige Ort leidet heute sehr unter dem Lärm der Autobahn im Tal», so das Buch.

Hauptmotivation für sein Buch sei übrigens neben seinem Onkel seine Liebe zur Volksfrömmigkeit und zur Marienverehrung gewesen, so Koller, der auch in der Pilgerleitung von Lourdes-Wallfahrten tätig war.

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