Rheinfelden
«Die Herausforderungen eines starken Franken wurden angenommen.»

Am Wirtschaftsforum «Erfolgssignale» stand der starke Franken im Fokus. Mit dabei war auch der Aargauer Regierungsrat und Finanzdirektor Roland Brogli. Klare Worte fand auch die Bürgermeisterin der badischen Nachbarstadt.

Heidi Rombach
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Gästeandrang zu den «Erfolgssignalen» am Mittwochabend im Schützenkeller in Rheinfelden.

Gästeandrang zu den «Erfolgssignalen» am Mittwochabend im Schützenkeller in Rheinfelden.

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Dass ein starker Franken auch Ideenreichtum und starke Unternehmen erfordert, war das zentrale Thema beim Wirtschaftsforum «Erfolgssignale» in Rheinfelden. Die Losung aller Referenten: «Innovatives Denken» ist mehr denn je gefragt.

Die Folgen der Frankenaufwertung zu diskutieren, hielt der Aargauer Regierungsrat und Finanzdirektor Roland Brogli in seinem Grusswort für wichtig und betonte: «Unsere Unternehmungen haben eine erstaunliche Standfestigkeit an den Tag gelegt und sind der Frankenaufwertung mit Veränderungsbereitschaft entgegengetreten und haben so die eigene Wettbewerbsfähigkeit stabilisiert oder gar erhöht.» Aufgabe der Politik sei es, dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen «für unsere Unternehmungen» gut bleiben.

Rheinfeldens Vizeammann Brigitte Rüedin sprach von einer «geballten Energie» und interessanten Themen, die von den «Erfolgssignalen» ausgingen. Diana Stöcker, die neue Bürgermeisterin aus der badischen Nachbarstadt, zeigte sich beeindruckt: «Die Herausforderungen eines starken Frankenkurses wurden von der Wirtschaft angenommen.» Und dies sei auch wichtig für die Arbeitsplatzsituation in der deutsch-schweizerischen Grenzregion.

Generationenwechsel

Als Lokalmatadoren kündigte Moderatorin Lisa Mathys die Architekten Rudolf und Remo Vogel an. Vater und Sohn beschrieben eine wechselvolle Geschichte des Architekturbüros, das 1996 in kleinem Rahmen gegründet wurde und heute rund 40 Mitarbeitende umfasst.

«Wir planen kundenorientiert, das hat uns überleben lassen», betonte der Senior mit dem Hinweis, dass es auch schwierige Phasen gegeben habe. Einen philosophischen Unterton fand der Junior: «Wir bauen für das Jetzt, das Leben kommt später.»

Die Architekten verdeutlichten, dass nur Teamgeist zum Erfolg führt und dass es gegenseitige Zuneigung und die richtige Wellenlänge braucht, wenn Vater und Sohn in einem Unternehmen wirken.

Vor acht Jahren hatte sich Remo entschieden, einzusteigen. Weil alles rund läuft, stellt sich Rudolf vor, den Generationenwechsel bis zum Jahresende einzuleiten. «Das freut doch, wenn der Betrieb in der Familie bleibt.»

Ob der «Patron» ein aussterbender Führungsstil ist, dieser Frage ging Dieter Spiess aus Gelterkinden nach. Schuhe, Freizeit und Lifestyle sind Kernstücke seiner Firma. Er machte klar: «Unternehmer kann man nicht lernen, man muss dazu geboren sein.»

Ein Patron benötige Managementqualitäten, müsse allerdings das Menschliche im Umgang mit den Mitarbeitenden betonen und praktizieren, ihre Stärken erkennen und sie richtig einsetzen.

Von Klageliedern wegen des hohen Frankens hielt Spiess nichts. «Wir müssen Nischen finden, kompetent das Personal motivieren, zu Bildung und Vernetzungen anregen und nicht an den Leuten sparen.» Allerdings will er mit Gewerkschaften, so das klare Bekenntnis, nichts zu tun haben.

Mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Technologien gegen Keimbildungen im Alltag oder in Industrieanlagen beschäftigte sich Bernd Krumrey von der Carela GmbH aus dem badischen Rheinfelden. Ernst Wyrsch aus Davos plädierte für «werteorientierte Führung» in der Wirtschaft und mahnte einen «authentischen Führungsstil» im Umgang mit den Menschen an.

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