Möhlin
Die Herren über Schnee und Eis müssen sich erst jetzt für den Winter rüsten

Einen Monat später als in anderen Jahren stellt der Werkhof von Möhlin auf Winterdienst um. Dieser ist eine unberechenbare Herausforderung.

Yvonne Zollinger
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Der Winter kann kommen, die Werkhofmitarbeiter in Möhlin haben ihren Fuhrpark auf Schnee und Eis eingestellt.

Der Winter kann kommen, die Werkhofmitarbeiter in Möhlin haben ihren Fuhrpark auf Schnee und Eis eingestellt.

Yvonne Zollinger

Morgens um drei in Möhlin. Der diensthabende Mitarbeiter vom Werkhof sichtet Schnee. Jetzt heisst es für ihn und seine Kollegen: Raus aus den Federn. Es gilt, mehr als 100 Kilometer Haupt- und Quartierstrassen, Trottoirs und Radwege von Schnee und Eis zu befreien.

16 Mitarbeiter und vier Lehrlinge zählt die Mannschaft des Werkhofs. Zwei grosse Unimogs, mehrere Traktoren von Subunternehmern und Kleintraktoren für die Trottoirs sind je nach Schneemenge im Einsatz. «Wir sind nicht nur personell, sondern auch vom Fuhrpark her sehr gut für den Winter gerüstet», sagt Peter Stocker, Leiter des Werkhofs. Die Ansprüche an die Schneeräumung sind denn auch hoch.

Industrie und Pendler zuerst

«Wir haben viele Logistikunternehmen in Möhlin. Die wollen zwischen halb fünf und fünf Uhr ihre Lastwagen losschicken», weiss Stocker. Die Strassen im Industriegebiet und jene des Pendlerverkehrs hätten am Morgen daher erste Priorität. Das heisst für die Schneeräumequipe, dass sie nach dem Weckruf keine Zeit verlieren darf. Zwei Stunden stehen ihr für die Räumung aller Gebiete mit erster Priorität zur Verfügung.

Danach erst folgen die Quartierstrassen oder Fusswege und die Strassen zu den Höfen ausserhalb des Dorfkerns. «Wenn wir um drei Uhr beginnen, sammeln sich die Räumfahrzeuge gegen Mittag wieder im Werkhof, um betankt und für den weiteren Einsatz hergerichtet zu werden», sagt Stocker. Ob die Equipe dann nochmals ausrückt, hänge von der Wetterlage ab. Bei sehr viel Schnee sind die Tage dementsprechend lang.

Von null bis 470 Tonnen Salz

Schnee ist die eine, Eis die andere, oft unberechenbare Herausforderung des Winterdienstes. Das Wetter richtig einzuschätzen, erfordere einige Übung, sagt Peter Stocker. Mit der Zeit lerne man die richtigen Schlüsse aus dem Wetterbericht und der Entwicklung des Wettergeschehens zu ziehen. «Der für den Wetterdienst eingeteilte Mitarbeiter fährt in der Nacht eine bestimmte Route ab und verschafft sich so einen Überblick über Eis und Schnee», sagt Stocker. Ist alles in Ordnung, kann er sich wieder schlafen legen. Manchmal bildet sich das Eis erst in den Morgenstunden. Die Erfahrung lehre, bei welcher Wetterlage weitere Kontrollgänge nötig seien. Jeder Winter sei anders.

«Es gab schon Jahre, da haben wir kein Kilo Salz verbraucht», sagt Stocker. Der Rekord in seiner Dienstzeit seien 470 Tonnen Streusalz gewesen. Damals kam der Wintereinbruch bereits im Oktober. Die Nähe zur Saline beschert dem Werkhof den Vorteil, dass er jederzeit Zugang zum Streusalz hat. «Als Standortgemeinde können wir unser Salz selbstständig holen», sagt Stocker. Eigene Salzsilos im Werkhof sind daher nicht nötig.

In der Regel stellt der Betrieb im Werkhof am 1. November auf den Winterdienst um. «In diesem Jahr haben wir bis vor wenigen Tagen draussen noch T-Shirts getragen», schmunzelt Stocker. Erst diese Woche sei der Winterdienstplan eingeführt worden. «Und heute werden wir in der Saline Ryburg unsere Fahrzeuge mit Salz befüllen.» Danach stehen Fahrzeuge und Pflüge bereit für den Weckruf morgens um drei, wenn es heisst: Schnee!

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