Möhlin

Die Planung zum Bahnhofsareal geschieht über die Grenzen hinweg

In einem Workshop diskutierten 40 Rheinfelder und Möhliner über die Entwicklung des Areals um den Möhliner Bahnhof.

Rund 40 Rheinfelder und Möhliner hatten sich zum Workshop «Natur und Durchgrünung» in der Mehrzweckhalle Fuchsrain in Möhlin versammelt. Auf den Tischen lagen der Ausschnitt des Richtplans mit dem Areal um den Bahnhof und an einer Stellwand hing ein entsprechendes Luftbild. Stifte und Notizkarten lagen bereit und in Gruppen beschäftigten sich die Interessierten mit den drei Themen Erholungsnutzung, Wald sowie Natur und Landschaft.

Bei fünf thematischen Workshops werden Bevölkerung, Gewerbe, Parteien, Schulen und Vereine eingebunden, um Empfehlungen für die Testplanung für das Gebiet zu machen. Im Sommer 2020 wird auf den Gemeindeversammlungen über den Kredit für die Testplanung abgestimmt.

Mittelschule, Wohnraum und Gewerbeflächen

«Wir dürfen einen guten Teil Zukunft für unsere Gemeinden vordenken. Das ist ein Privileg, das man selten hat», sagte Stadtammann Franco Mazzi. Gemeindeammann Fredy Böni führte aus, dass der per Volksentscheid beschlossene Einzonungsstopp bis 2040 zu einer Anpassung der kantonalen Richtplanung geführt habe und an die Gemeinden der Auftrag ergangen sei, Wohnschwerpunkte zu entwickeln. Auf rund 13 Hektaren nördlich des Bahnhofs könnten Wohnraum, Gewer­beflächen und eine Mittelschule angesiedelt werden. Das Schülerpotenzial sei im Fricktal für einen neuen Standort gegeben und die beiden Gemeinden haben sich darum beworben.

Eine Umfrage in Möhlin hatte ergeben, dass knapp die Hälfte der unter 35-Jährigen sich das Wohnen in dem Gebiet vorstellen könnte. «Für die junge Generation ist das eine Chance, dass sie passende Wohnungen in der Gemeinde findet», sagte Entwicklungsplanerin Joëlle Zimmerli. Die Realisierung der Mittelschule fand in der Umfrage eine breite Zustimmung besonders bei Familien mit Kindern unter neun Jahren. 70 Prozent der Befragten zeigten sich gegenüber dem Projekt aufgeschlossen und ein deutliches Mehr befürwortete, dass Rheinfelden und Möhlin das Gebiet am Bahnhof gemeinsam entwickeln sollen.

Vor der Gruppenarbeit führte der Rheinfelder Stadtbauamtsleiter Urs Affolter aus, dass bis 2018 schon Vorabklärungen wie eine regionalökonomische Machbarkeitsstudie, raumplanerische Abklärungen und eine Potenzialabklärung für die Mittelschule gemacht wurden. Als Ziele führte er an, dass der Bahnhof durch Schule und Arbeitsplätze stärker frequentiert und als Treffpunkt und Visitenkarte entwickelt werden könnte. René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt in Möhlin, erklärte, dass bei einem positiven Beschluss auf den Gemeindeversammlungen im Sommer die Testplanung im Herbst starten könnte. Die Kosten von 510000 Franken könnten gedrittelt werden, da die Rheinsalinen AG eine freiwillige Beteiligung für die Testplanung zugesagt hat.

Jede Gruppe hielt pro Thema drei Empfehlungen auf Karten fest. Eine Gruppe wünschte sich vom Bahnhof bis Wald einen durchgängigen Grünkorridor. Eine andere Gruppe wünschte sich Konzepte gegen Lichtverschmutzung. Eine Gruppe mahnte an, dass sparsam mit der Fläche umgegangen werden sollte und zwei landwirtschaftlichen Betrieben langfristig die Existenzgrundlage gewahrt werden sollte. Ein Vorschlag lautete auch die Gebietsentwicklung als CO2-neutrales Leuchtturm­projekt durchzuführen. «Es ist ­eine einmalige Chance, so nah am Bahnhof eine Entwicklung zu machen», bedankte sich Böni für die Teilnahme am Workshop.

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