Frick

Die Seelilien sind von faszinierender Schönheit

Auch im versteinerten Zustand zeigen sich fossile Seelilien, Seesterne oder Seeigel, teils mehr als 500 Millionen Jahre alt, in beeindruckend graziler Eleganz. Besonders schönes Exemplar eines Seesterns, gefunden in der Schweiz.

Im Sauriermuseum Frick ist die Sonderausstellung «Seelilien – Crinoiden» eröffnet worden.

Auch im versteinerten Zustand zeigen sich fossile Seelilien, Seesterne oder Seeigel – teils mehr als 500 Millionen Jahre alt – in beeindruckend graziler Eleganz. Anhand vieler Fundstücke dieser artenreichen Meeresbewohner, Leihgaben des Berner Museums, aus privater Hand sowie Fundstücke aus der Umgebung von Frick, stellten die Organisatoren des Sauriermuseums eine interessante Sonderausstellung zu diesem Thema zusammen, die am Freitag eröffnet werden konnte.

Gemeinderätin Susanne Gmünder Bamert begrüsste die Gäste, dankte allen, die zum Gelingen beigetragen hatten. Andrea Oettl, Museumsleiterin, führte kurz in die Sonderschau ein, berichtete, dass auch sie schon bei ihrer Arbeit in der Tongrube Gruhalde Teile von Seelilien gefunden hat und von ihrer filigranen Schönheit fasziniert war.

Hobbyarchäologe Marcel Mühlebach (rechts) erklärt den Besuchern die Funde.

Hobbyarchäologe Marcel Mühlebach (rechts) erklärt den Besuchern die Funde.

Keine Pflanze, sondern Tierart

Ein Kenner auf diesem Gebiet ist Hobbyarchäologe Marcel Mühlebach, wohnhaft in Rupperswil, der neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als diplomierter Techniker seit 12 Jahren mit Leidenschaft diesen wunderschönen Stachelhäutern auf ihrer erdgeschichtlichen Spur ist. Sein Spezialgebiet dabei ist die Rekonstruktion von Seelilien aus Einzelteilen mittels Fotogrammetrie, 3-D-Technik und mathematischen Algorithmen.

In Wort und Bild nahm er die Besucher mit auf eine spannende Reise in die Jahrmillionen alte Geschichte der Seelilien. Ein wenig irreführend sei ihr Name, meinte er, denn es handelt sich hier nicht um Pflanzen, sondern um eine ausgesprochen artenreiche Tierart im Meer. Im Vortrag gab er detaillierte Einblicke zu diesen Meeresbewohnern, ging ein auf gemeinsame Merkmale, ihren Lebensraum, auf Lebensweise, Verbreitung, erklärte die Funktion ihres hydraulischen Kanalsystems, das zur Fortbewegung, Nahrungsaufnahme und Atmung dient.

Viele sind ausgestorben

«Stachelhäuter gab es schon vor 540 Millionen Jahren, bekannt sind 5800 Arten. Viele davon sind jedoch am Ende des Perm ausgestorben» erklärte Marcel Mühlebach. Und weiter: «Heute gibt es noch ca. 650 Arten, davon 60 unterschiedlich lang gestielte, meist mit 10 Armen. Sie leben überwiegend auf der südlichen Erdhalbkugel in Meerestiefen zwischen 4000 bis 6000 Metern.»

Die Sonderausstellung zeigt herrlich versteinerte Exemplare dieser Stachelhäuter, Funde aus verschiedenen Ländern und Kontinenten bis zu 400 Millionen Jahre alt, auch Objekte aus der Schweiz.

Sonderausstellung im Sauriermuseum Frick ist bis Ende Mai 2020 zu sehen jeweils am Sonntag, 14 bis 17 Uhr; ausserhalb dieser Öffnungszeiten sind auch Gruppenführungen nach telefonischer Absprache (062 871 53 83) möglich.

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