Mettauertal

Digitale Schulterklopf-Maschine – eine Belohnung für gute Taten

«Hier entsteht die ‹Gut-gemacht-Maschine›», heisst es seit dieser Woche auf der Telefonkabine im Ortsteil Mettau.

«Hier entsteht die ‹Gut-gemacht-Maschine›», heisst es seit dieser Woche auf der Telefonkabine im Ortsteil Mettau.

In der Telefonkabine in Mettauertal soll man künftig als Belohnung für etwas Gutes einen Coupon sowie Fanfaren oder ein Jubelfilmchen – doch noch fehlt das Geld.

Anrufe tätigen kann man in der Telefonkabine bei der Bushaltestelle Mettau Post schon länger nicht mehr. Die Swisscom hat die Kabine vom Netz genommen – und der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Diese Woche nun wurde die Telefonkabine mit Folien beklebt, die auf ihren künftigen Bestimmungszweck aufmerksam machen: Mit Mettauertaler Sujets wird verkündet, dass hier eine «Gut-gemacht-Maschine» entsteht.

«Die Telefonkabine steht an einem idealen Standort. Bushaltestelle, Caffetteria, Gemeindeverwaltung und Kirche sind in der Nähe und sie steht am Flösserweg im Jurapark», sagt der Mettauertaler Gemeinderat Oliver Kalt. «Deshalb wollten wir die Kabine unbedingt innovativ nutzen.»

Dem Zeitgeist entgegenwirken

In einem Brainstorming kamen verschiedene Ideen zusammen. «Es gibt ja auch schon Beispiele aus anderen Gemeinden, etwa eine kleine Bibliothek», so Kalt. «Doch wir wollten etwas Einzigartiges.» Und so dachte man an eine Schulterklopf-Maschine. Denn: «Wir leben in einer Zeit, in der viel mehr kritisiert als gelobt wird.» Dem wolle man mit der Maschine entgegenwirken.

Geplant sind ein grosser Touchscreen und eine Kamera. «Einheimische und Besucher können in der Kabine dem Automaten mitteilen, was sie Gutes getan haben», so Kalt. Als Belohnung sollen sie ein Jubelfilmchen oder eine Fanfare erhalten – gespielt von Vereinen aus dem Dorf. Und auch eine kleine materielle Belohnung ist geplant: Ein Coupon, den sie bei einem Gastrobetrieb oder einem Lädeli am Flösserweg einlösen können.

Gleichzeitig wird die ehemalige Telefonkabine auch Informationen über Gemeinde, Flösserweg und Jurapark – die drei Institutionen arbeiten beim Projekt zusammen – bieten. «Und wer möchte, kann über die sozialen Medien einen Gruss an die Daheimgebliebenen versenden», so Kalt. Alles in allem soll «mit einer positiven Aktion Aufmerksamkeit generiert werden». Letztlich ergebe dies für alle Beteiligten und für den sanften Tourismus in der Region einen Mehrwert, ist Kalt überzeugt.

Im Oktober startet ein Crowdfunding

Bevor die «Gut-gemachtMaschine» ihren Dienst aufnehmen und den Besuchern virtuell auf die Schultern klopfen kann, muss allerdings erst die Finanzierung gesichert sein. Oliver Kalt spricht dabei von rund 40 000 Franken, die noch zusammenkommen müssen. Ziel sei es, dass die Gemeinde nur die anfallenden laufenden Kosten übernehme.

Für die Inbetriebnahme ist man auf der Suche nach Sponsoren – und plant ein Crowdfunding. Dieses soll im Oktober starten. Derzeit sind die Verantwortlichen daran, einen Imagefilm zu drehen, wie Oliver Kalt sagt. Ein erster Drehtag hat bereits stattgefunden, ein zweiter folgt Ende Monat. Auch für den Film stehen verschiedene Vereine aus dem Dorf vor der Kamera.

Start im kommenden Frühling

Kalt ist überzeugt, dass die nötige Summe zusammenkommt. Bereits jetzt ist die «Gutgemacht-Maschine» online mit einer eigenen Website – hier kann die Idee auch finanziell unterstützt werden – und auf Facebook präsent. «Die Resonanz auf unser Projekt ist gut», sagt Kalt. Es sei schon die eine oder andere Spende eingegangen.

Wenn sich genügend Unterstützer finden, ist es das Ziel der Initianten, die neue Maschine im kommenden Frühling in Betrieb zu nehmen. Damit nicht nur zahlreiche Touristen den Flösserweg entlang wandern, sondern sich dabei auch noch für ihre guten Taten belohnen können.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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