Kaiseraugst

Doppelte Kampfwahl um freien Sitz und Vizepräsidium

Frey vs Heller

Frey vs Heller

Die Gemeinde braucht einen neuen Gemeinderat und einen neuen Vizepräsidenten. Für den Gemeinderatssitz kommt es am Wochenende zur Kampfwahl zwischen Jean Frey (SVP) und Andreas Heller (parteilos).

Die Gemeinde Kaiseraugst hat etwas, um das sie viele andere Kommunen beneiden: Kandidaten. Am Wochenende kommt es zur Wahl eines neuen Gemeinderates und eines neuen Vizepräsidenten – und für beide Ämter stellen sich je zwei Kandidaten zur Verfügung.

Eigentlich waren es beim Gemeinderatssitz sogar drei Bewerber. Doch Armin Leuppi (parteilos) zog sich nach dem ersten Wahlgang zurück. Er erreichte 113 Stimmen – und lag damit deutlich hinter seinen Mitbewerbern. Jean Frey (SVP) kam auf 411 Stimmen, Andreas Heller (parteilos) auf 339 Stimmen. Frey, der bereits bei den Gesamterneuerungswahlen vor einem Jahr als Sprengkandidat – alle fünf Bisherigen traten damals nochmals an – kandidiert hatte, verpasste das absolute Mehr bei ersten Wahlgang um 40 Stimmen.

Für die SVP geht es bei den Wahlen darum, wieder in die Exekutive einzuziehen. Seit dem Rücktritt des langjährigen Gemeindepräsidenten Max Heller 2012 ist die Partei nicht mehr im Gremium vertreten. Neckisches Detail: Der parteilose Andreas Heller ist der Sohn des legendären SVP-Politikers – und versucht nun also, der SVP den Sitz streitig zu machen.

CVP nicht mehr vertreten

Der Gemeinderat besteht aktuell aus zwei SP- und einem FDP-Vertreter sowie der parteilosen Françoise Moser, die seit Juli Gemeindepräsidentin ist. Nicht mehr vertreten ist seit dem Ausscheiden von Sibylle Lüthi, Mosers Vorgängerin als Gemeindepräsidentin, die CVP.

Zieht man die Grossratswahlen 2016 und die Nationalratswahlen 2015 zurate, so müsste die SVP den Sitz eigentlich ins Trockene bringen können. Denn die Partei war jeweils klar die wählerstärkste Partei, gefolgt von der SP, die allerdings bereits zwei Sitze im Gemeinderat hat. Doch wie bei den Regierungsratwahlen gilt: Gemeinderatswahlen sind auch Persönlichkeitswahlen – und der Ausgang ist damit offen.

Dass es am Wochenende zu einer Ersatzwahl kommt, liegt am Rücktritt von Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi. Ihre Ankündigung Anfang März, kurz nach dem Start in die neue Legislaturperiode, hatte alle überrascht. Auch ihre Offenheit, mit der sie ihren Schritt begründete. «In den letzten Monaten war die Arbeit sehr aufreibend und unbefriedigend», sagte sie damals zur AZ. Sie habe schon länger gespürt, dass es ihr nicht mehr so gut gehe und dass sie keinen Spass mehr am Amt habe. «Ich konnte zum Teil nicht mehr schlafen.»

In Lüthys Fussstapfen als Gemeindepräsidentin ist inzwischen ihre damalige Stellvertreterin, Françoise Moser, getreten. Sie wurde im Juni mit einem Glanzresultat zur neuen Gemeindepräsidentin gewählt. Deshalb ist nun am Wochenende auch eine Ersatzwahl für das Vizepräsidium nötig. Und auch hier kommt es zur Kampfwahl. Zum einen tritt Hanspeter Meyer an. Er gehört der FDP an und sitzt seit 2008 im Gemeinderat. Herausgefordert wird er von Markus Zumbach. Der SP-Mann ist seit 2012 Gemeinderat.

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