Rheinfelden

Dreister Velo-Dieb klaut angebundenes E-Bike direkt vor Velo-Geschäft – am helllichten Tag

Der dreiste Dieb scheute keine Öffetlichkeit. Symbolbild.

Der dreiste Dieb scheute keine Öffetlichkeit. Symbolbild.

In Rheinfelden sorgt ein E-Bike-Diebstahl in den sozialen Medien für Furore.

Andreas Ganter ist perplex. Er sagt: «Jetzt bin ich schon seit mehr als zehn Jahren im Geschäft, aber so etwas hat es bislang noch nie gegeben.» Mit so etwas meint der Geschäftsführer von Bike Store Ganter in Rheinfelden einen Velo-Diebstahl am helllichten Tag in einer Altstadt voller Besucher und Flaneure.

Aber es war so: Am Dienstag, um 17.45 Uhr vor dem Laden in der Kupfergasse. Ganter: «Es ging alles so schnell.» Zwar löste das am Fahrrad installierte Alarmsystem im Innern des Ladens einen schrillen Pfeifton aus. Aber bis die in Kundengespräche vertieften Shop-Mitarbeiter reagieren und ins Freie rennen konnten, war der Dieb auch schon mit dem 4300 Franken teuren E-­Bike auf der Flucht.

«Er ist in Richtung Stadtpark davongerast und dann vielleicht beim Kraftwerk über die Grenze – keine Chance, ihn noch einzuholen.» Beeindruckend sei gewesen, wie glatt der Täter das der Sicherung des Bikes dienende Stahlseil durchschnitten habe, erzählt Ganter. «Dazu hat er Profiwerkzeug benutzt. Auch die Polizei hat das bestätigt.»

Das 4300 Franken teure E-Bike sei unter den auch aus Platzgründen vor dem Laden stehenden Velos nur das zweiwertvollste gewesen, so Ganter. «Aber mit dem teuersten konnte er nicht wegfahren, das wusste der Täter ganz genau.»

Facebook-Post 5600-mal angeschaut

Ganter hat den skurrilen Velo-­Klau auf Facebook selbst publik gemacht und damit grossen Wirbel losgetreten. «Unseren Post haben sich 5600 Leute angeschaut», berichtet er. Hinweise auf den Täter gab es zwar keine, dafür aber jede Menge Kommentare. Deren Tenor: Das war eine Bande. Und: Das E-Bike wurde sicher über den Rhein nach Deutschland gebracht. Ganter sagt: «Es geht sicher manches über die Grenze, aber das E-Bike könnte auch noch in der Schweiz sein.»

Pikant: Das gestohlene Velo war gar nicht mehr brandneu. Es war drei Monate alt, gehörte einem Kunden und befand sich im Bike Store Ganter im ersten Service. Jetzt muss Ganter dem Besitzer den Verlust schonend beibringen und mit seiner Versicherung in Kontakt treten.

Die Chance, es wiederzufinden, wäre auch für Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei Unteres Fricktal, «reiner Zufall». (hcw)

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