Sulz
Ein Marsch zum 150. Geburtstag

Freundschaftlich-musikalisches Kräftemessen am Jubiläumsfest der Musikgesellschaft Sulz. Die MG Full schwang schlussendlich obenauf.

Dieter Deiss
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Die Dorfmusik Mandach mit Dirigent Toni Killer beim Vortrag in der Turnhalle.
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Die Jurymitglieder Emil Wallimann (von links), Josef Klein und André Schreyer, zusammen mit der Moderatorin Moni Stäuble.
Bilder des Jubiläumsfests der Musikgesellschaft-Sulz
Komponist und Jury-Mitglied Emil Wallimann (links) gratuliert dem Dirigenten der Laufenburger Stadtmusik zum zweiten Rang.

Die Dorfmusik Mandach mit Dirigent Toni Killer beim Vortrag in der Turnhalle.

Dass das Motto «Sulz tönt» nicht eine leere Worthülse ist, bewies die Musikgesellschaft Sulz an ihrem dreitägigen Fest bereits mit der Auftaktveranstaltung vom Freitag.

Während vier Stunden boten acht Vereine in der stets voll besetzten Turnhalle ein äusserst abwechslungsreiches Programm.Eine dreiköpfige Jury bewertete die Vorträge.

Wohl gingen die Musikantinnen und Musikanten konzentriert an ihre Aufgabe heran, trotzdem herrschte, ganz im Gegensatz zu «gewöhnlichen» Musikfesten, im voll besetzten Vortragssaal eine äusserst lockere Stimmung.

Hochstehende Blasmusik

Die Eröffnung des Contests machte die Musikgesellschaft Remigen. Sie spielte sechs kürzere Unterhaltungsstücke.

Bereits an zweiter Stelle folgte mit der Stadtmusik Laufenburg der Lokalmatador. Das Ensemble spielte ein Nonstop-Programm von der Polka über den Marsch bis hin zum Samba.

Nachdem die MG Kaisten einige Konzertstücke sowie ein paar neu einstudierte Nummern präsentiert hatte, ging es weiter mit den Musikantinnen und Musikanten aus Wil. «Ohrwürmer» von Udo Jürgens machten den Abschluss.

«Urchig» war das Motto der MG Wittnau, was schon aus deren Kleidung mit Dirndln und Lederhosen ersichtlich war. Ein Bläser sang das berühmte Lied vom «Schacherseppli» mit eingebauter Gratulation an die MG Sulz.

Eine musikalische Nonstop-Reise-Show bot die MG Möriken Wildegg, die mit einem grossen Tambourenkorps und ihren bekannten Majoretten auftrat.

Mit etlichen Überraschungen gespickt war der Auftritt der MG Full. Die Brass Band bot hochstehende Blasmusik. Höhepunkt war zweifellos der Cancan mit den Musikantinnen als Showgirls.

Den Abschluss der Darbietungen machte die Dorfmusik Mandach. Witzig und aufmerksam führte Moderatorin Moni Stäuble durch das Programm.

Uraufführung zum Jubiläum

Unter freiem Himmel eröffnete dann das Tambourencorps Laufenburg den Schlussevent, bevor ein Kurzfilm über den Bau des Cheisacherturms die bevorstehenden Höhepunkte einleitete.

Der Sulzer Dirigent und Jurymitglied André Schreyer gratulierte beim Rangverlesen den acht teilnehmenden Vereinen für die musikalische Arbeit. Als Sieger durfte er die MG Full ausrufen, während die Stadtmusik Laufenburg den Ehrenplatz und die Dorfmusik Mandach den dritten Rang belegten.

Die Spannung stieg, als Emil Wallimann ans Rednerpult trat und eine kurze Einführung in den von ihm komponierten Cheisacherturm-Marsch gab.

Danach schritt er auf das Dirigentenpodest, um das sich unterdessen rund 250 Musikantinnen und Musikanten in ihren farbigen Uniformen und Gewändern aufgestellt hatten, angeführt von den jeweiligen Vereinsfahnen. Absolute Ruhe herrschte auf dem festlich erleuchteten Platz, als der Komponist den Taktstock hob zur Uraufführung.

Zum Schluss der Landammann

Einen würdigen Schlusspunkt unter das grossartige Ereignis setzte dann Landammann Alex Hürzeler. Als ältester Verein in Sulz sei die MG Sulz vital wie eh und je und mische seit unglaublichen 150 Jahren am Aargauer Kulturschauplatz mit, führte der Landammann aus.

Singen und Musizieren gehören zu den ältesten Kulturgütern. Die Musik sei imstande, eine Vielfalt von Emotionen zu wecken. Erfreut zeigte sich Hürzeler auch über die Tatsache, dass die MG Sulz die Hälfte des Reingewinns aus dem Fest der Jugendmusikförderung zukommen lasse.

Ein sichtlich zufriedener Emil Wallimann meinte nach der Uraufführung seines Werks, dass die Darbietung vollumfänglich gelungen sei. Zum eigentlichen Festgeschehen äusserte er kurz und bündig: «Zur Nachahmung empfohlen.»