Kaisten

Ein süsser Tropfen: So gut wird der diesjährige Fricktaler Most

Gregor Rehmann stellt in seiner Kundenmosterei in Kaisten derzeit an zwei Tagen in der Woche Süssmost her.

Gregor Rehmann stellt in seiner Kundenmosterei in Kaisten derzeit an zwei Tagen in der Woche Süssmost her.

Im Fricktal ist Most-Saison, etwa bei Gregor Rehmann in Kaisten. Er freut sich über die gute Qualität der Ernte.

Manch einer dürfte Gregor Rehmann beneiden – der Kaister hat in diesen Tagen schliesslich einen der wohlriechendsten Arbeitsplätze überhaupt. Rehmann betreibt auf seinem Hof mitten in Kaisten eine Kundenmosterei. Während der Most-Saison presst er an zwei Tagen in der Woche jeweils einige tausend Liter «Süessmoscht» aus eigenen Äpfeln und für Kunden. Auf den betörenden Apfelduft in der Luft angesprochen, lacht er und sagt: «Ja, das könnte tatsächlich kaum besser sein.»

Eine Beschreibung, die zwar auf den Duft zutrifft, nicht aber auf die Apfelernte in diesem Herbst. Diese ist deutlich kleiner ausgefallen als im vergangenen Jahr. Allerdings kam das für Rehmann nicht wirklich überraschend. Einerseits hätten die Bäume unter dem trockenen Sommer gelitten. Andererseits habe auch das vergangene Jahr – Rehmann spricht von einer «Rekordernte» – Spuren hinterlassen. «Es war zu erwarten, dass einige Bäume danach in eine sogenannte Alternanz fallen.» Darunter versteht man die Schwankung des Fruchtertrages im Zwei-Jahres-Rhythmus. «Sie führt beim Apfel abwechselnd zu Jahren mit viel Ertrag, gefolgt von Jahren mit geringem Ertrag», erklärt Rehmann.

So wird in der Mosterei in Kaisten Süessmoscht gemacht

So wird in der Mosterei in Kaisten Süessmoscht gemacht

Die nötige Absatzmenge ist erreicht

Bei den Niederstammbäumen kann er diesem Effekt mit pflegerischen Massnahmen, etwa dem Entfernen von Äpfeln in den guten Jahren, entgegenwirken. Bei den Hochstammbäumen ist dies hingegen kaum möglich, allein wegen deren Höhe. Aber: «Ich kann sicherstellen, dass ich die nötige Absatzmenge erreiche», sagt Rehmann. Das ist denn auch in diesem eher schwierigen Jahr gelungen.

Jeweils mittwochs und samstags lässt Gregor Rehmann die Mostpresse laufen. Es handelt sich um eine vollautomatisierte Bandpresse. Die Äpfel werden in einem ersten Schritt gewaschen und dann samt Stiel und Kerngehäuse klein zerrieben. «Das kann man sich vorstellen wie bei einer Bircherraffel», sagt Rehmann. Das entstandene Mus, sogenannte «Maische», wird dann durch mehrere Walzen gepresst. Für einen Liter Most braucht es ungefähr 1,3 Kilogramm Äpfel. «Die Ausbeute liegt also zwischen 70 und 75 Prozent», sagt Rehmann. Zurück bleiben lediglich ausgepresste Obstfasern, Kerne, Schalenstücke und Stiele – «Träsch» oder auch «Trester» genannt. Dieser wird als Viehfutter verwendet.

Kunden zapfen den Most gleich neben der Presse

An den Mosttagen verkauft Gregor Rehmann seinen «Süessmoscht» direkt ab Hof in Kaisten. Die volle Ballonflasche steht wenige Meter neben der Presse. Hier können Kunden selber Most zapfen und in eigene Gefässe abfüllen. «Frischer geht es also kaum», sagt Rehmann. Den pasteurisierten Most verkauft er unter anderem an die Landi.

Rehmann rechnet damit, dass er noch bis Ende Oktober mosten kann. Neben der Quantität bleibt die Frage nach der Qualität der diesjährigen Ernte. Und da ist der Moster zufrieden: «Die Äpfel haben sicher genügend Süsse.» Um einen «Süessmoscht mit Charakter» zu erhalten, mischt er teilweise sogar noch etwas saurere Sorten bei.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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