Laufenburg
Eine Frau, ein Mann und ein Klavier – das gibt einen Liederabend

Eine Frau, die bereits in unzähligen Rollen auf Bühnen und in Filmen mitgewirkt hat, begeisterte in der Laufenburger Kultschüür das Publikum: Franca Basoli. Am Klavier Volker Zöbelin. Es war ein überaus gelungener Liederabend.

Peter Schütz
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Franca Basoli, am Piano begleitet von Volker Zöbelin, bei ihrem Auftritt in der Laufenburger Kultschüür. – Foto: psc

Franca Basoli, am Piano begleitet von Volker Zöbelin, bei ihrem Auftritt in der Laufenburger Kultschüür. – Foto: psc

Eine Frau und ein Mann, mehr braucht es nicht, um einen Liederabend zu gestalten. Gut, noch ein Piano dazu, unterschiedliche Kleidungen und ein paar sonstige Requisiten, aber das war es dann wirklich, was das Duo Franca Basoli und Volker Zöbelin in der Kultschüür in Laufenburg benötigten. Der materielle Aufwand war also überschaubar, doch das machte die gut besuchte Vorstellung im «Eventlokal mit Charme» in der Laufenburger Altstadt umso sympathischer.

Franca Basoli gab mit ihrem Programm «Im Tempo Blitz!» den Startschuss in den Frühling und in das Veranstaltungsjahr 2014 der Kultschüür – «passend zum Weltfrauentag», so Betriebsleiter Martin Willi in seiner Begrüssung.

Diverse Frauentypen verkörpert

In rasantem Wechsel, erklärte er, verkörpere die Künstlerin diverse Frauentypen. Ihre Vita vorzustellen könnte sehr lange dauern, deshalb habe er sich ein paar Rosinen herausgepickt, so Martin Willi: Franca Basoli, Zürcherin mit deutsch-italienischen Wurzeln, studierte Schauspiel und Gesang in Zürich, Bochum und Köln, gründete die freie Theatergruppe «Theaterfalle Zürich» und leitete ab 2007 die Tellspiele Interlaken, aus denen sie ein Musiktheater machte.

Seit 2013 ist sie künstlerische Leiterin des Miller’s Studios in Zürich. Schliesslich folgte die Zusammenarbeit mit Irene Bourquin, die die Texte ihrer Lieder geschrieben hat, sowie mit Bettina Urfer, zuständig für die Vertonung.

Franca Basoli demonstrierte in Laufenburg ihre enorme Wandlungsfähigkeit. Es gab keine Rolle, die ihr nicht lag. Sie konnte alles: die stolze, die melancholische, die einfache, die scheinbar verruchte Frau. Abwechselnd in Dialekt und Hochdeutsch sang sie von den Dingen, die das Leben zeichnen – von Missverständnissen, Sehnsucht und Liebe, von Katzen und Katern.

Lieder in Ton- und Gefühlslagen

Ihre Lieder waren nur ein paar wenige Minuten lang, komprimiert in Ton- und Gefühlslagen. Die darin erzählten Geschichten waren oftmals aus der Zeit gefallene Gedichte, zärtlich vorgetragen. Es sei denn, Franca Basoli machte sich mit dem Mobiltelefon zu schaffen. «Ich schreibe dir ein SMS, ein SOS, mein Herz hat kalt», sang sie mit einem Anflug von Verzweiflung, um im nächsten Lied festzustellen: «Es ist ein Theater mit diesem Kater.» Oder auch: «Ich führe ein kleines Leben, da geht manches daneben.»

In der Kultschüür in Laufenburg ging indes nichts daneben. Franca Basoli und Volker Zöbelin erfüllten die Erwartungen an einen abwechslungsreichen Liederabend mit Witz, Charme, Konzentration und viel Fantasie.

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