Laufenburg

Eine Reise durch das Leben und Denken von Mani Matter

Wilfried Meichtry und Lukas Gerber führten das Publikum durch das Leben von Mani Matter. mf

Wilfried Meichtry und Lukas Gerber führten das Publikum durch das Leben von Mani Matter. mf

In Wort und Ton wurde Mani Matter lebendig. Wilfried Meichtry und Lukas Gerber führten das grosse Laufenburger Publikum durch das Leben des Berner Liedermachers.

«Wir machen nun eine Zeitreise. Sie sitzen nun im Basler Fauteuil-Theater. Es ist der 13. Januar 1972», mit diesen Worten begrüsste Wilfried Meichtry das Publikum in der Aula des Schulhauses Burgmatt in Laufenburg.

Auf Einladung der Bibliothek Laufenburg war der Biograph von Mani Matter nach Laufenburg gekommen. Zusammen mit Lukas Gerber, der die Phasen aus Mani Matters Leben immer wieder mit passenden Liedern des Berner Liedermachers untermalte.

Ungebrochene Popularität

Und dann begann sie, die Reise durch das Leben und Denken von Mani Matter. Rund 120 Gäste reisten gerne mit und bewiesen, dass Mani Matter auch heute nichts von seiner Popularität eingebüsst hat. «Was gibt es Schöneres als ein volles Haus zu haben», freute sich die Leiterin der Bibliothek, Christa Fischer.

Meichtry beschrieb besagten Basler Auftritt, bei dem Mani Matter das Publikum zu Applausstürmen hinriss. «Das Publikum klatschte und klatschte und klatschte», schreibt er in der Biographie. Er beschrieb aber auch, die Ambivalenz, mit der der Liedermacher diesem Jubel entgegen sah. Einerseits freute er sich über den Zuspruch. «Andererseits fühlte er sich mehr und mehr in die Entertainerecke gedrängt, dabei wollte er mit seinen Liedern die Menschen zum Nachdenken anregen», so Meichtry.

31 Archivkisten, viele Gespräche

31 Archivschachteln konnte Wilfried Meichtry für sein Werk «Mani Matter. Eine Biographie.» durchforsten. «Erstmals», wie er betonte. Daneben hat er viele Gespräche geführt. Mit Mani Matters Schwester, seiner Witwe und mit ehemaligen Weggefährten.

«Zu Beginn war es schwierig einen Zugang zu Mani Matters Kindheit zu finden», erklärte Meichtry dem interessierten Publikum, «doch nach mehreren Gesprächen übergab mir seine Schwester einen Stapel Briefe von ihren Eltern.» Und so konnte Meichtry Anekdoten aus Mani Matters Kindheit einfliessen lassen, zeigen, dass er seinen Wortwitz und das Interesse für die Sprache schon von seinem Vater geerbt hat. Auch die Anfänge seines musikalischen Schaffens mit Platten von Georges Brassens kamen nicht zu kurz.

Unbekannte, späte Lieder

Meichtry fand einen Mix aus Lesungen von Passagen aus der Biographie und erzählenden, erklärenden Sequenzen, der das Publikum fesselte. Dazwischen vervollständigte Lukas Gerber die Zeitreise mit Chansons von Mani Matter. Die Wahl fiel dabei meist auf unbekanntere Lieder.

Auch zwei der letzten Lieder Matters, die er nur an einem Anlass öffentlichen vorgetragen hatte – «Nei säget sölle mir» und «Wo mir als Bueben emal» –  sang Gerber in Laufenburg. Meichtry konnte dazu die passende, Anekdote erzählen und so fühlte sich das Laufenburger Publikum an Ende ins Berner Bierhübeli versetzt. Und auch das Resultat war dasselbe wie zu Matters Lebzeiten. Das Publikum klatschte und klatschte und klatschte.

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