Grossratswahlen

Er hat den Durch-Blick: Daniele Mezzi will den zweiten CVP-Sitz im Bezirk Laufenburg

Daniele Mezzi will mitreden – am liebsten als neuer Grossrat in Aarau.

Daniele Mezzi will mitreden – am liebsten als neuer Grossrat in Aarau.

Wie Daniele Mezzi den zweiten CVP-Sitz im Bezirk Laufenburg in den Blick nimmt und was es mit dem Promi-Foto im «Blick» auf sich hatte.

In seiner Brust schlagen zwei Herzen. Als Nummer zwei auf der CVP-Liste im Bezirk Laufenburg «habe ich natürlich Ambitionen, gewählt zu werden», sagt Daniele Mezzi, 27. Er ist ehrgeizig, das gibt der Laufenburger selber zu. Er ist ein Macher, einer, der anpackt, das sagen jene von ihm, die ihn kennen.
Er ist analytisch stark, das zeigt sich im Gespräch, ein Pragmatiker mit dem gewissen Etwas, das bei ihm sein christliches Fundament ist. «Der Glaube ist mir wichtig», sagt Katholik Mezzi. Er steht zur Kirche, auch – oder vielleicht besser: gerade in einer Zeit, in der das nicht mehr sonderlich en vogue ist. Auch das eine Charaktereigenschaft des Jungpolitikers. Er ist kein Fähnchen im Wind, sondern hat seine Linie – und zieht diese auch durch.

Mezzi übernimmt gerne Verantwortung, ist gerne im Lead. Auch deshalb hat er Ja gesagt, als es um das Präsidium der Bezirkspartei ging. Im Juni übernahm er den Posten von Martin Steinacher. Und hier kommt das zweite Herz ins Spiel. «Als Präsident würde ich es jedem auf der Liste gönnen, in den Grossen Rat gewählt zu werden.»

Gefahr droht Mezzi dabei vor allem von der Nummer drei auf der Liste, Christian Fricker. Der 65-Jährige kann auf eine breitere Hausmacht zählen und bringt grosse (Polit-)Erfahrung mit. Fricker ist Vizeammann von Frick und Präsident des Planungsverbandes Fricktal Regio.

Wobei: Die Chancen beider, in den Grossen Rat einzuziehen, hängen davon ab, ob es der CVP gelingt, den zweiten Sitz, den sie vor vier Jahren überraschend an die SP verloren hat, zurückzuerobern. «Ich glaube fest daran», sagt Mezzi. Das muss er als Präsident natürlich auch, doch ist dies gar nicht so unrealistisch. Denn vor vier Jahren verlor die CVP ihren Sitz nicht mangels Stimmkraft, sondern aufgrund des Doppelten Pukelsheimers.

Er gehört zur C-Fraktion in seiner Partei

Beruflich ist Mezzi in der Altersberatung und -betreuung unterwegs. Zusammen mit einem Partner führt er die MeBu GmbH. Vielleicht ist auch dieses Wissen um den Wert des Alters, der Tradition, der gewachsenen Strukturen mit ein Grund, dass Mezzi zur C-Fraktion in seiner Partei gehört. Das C im Parteinamen sei nach wie vor wichtig, findet er und warnt davor, das C einfach aufzugeben, wie das nicht wenige in seiner Partei wollen.

Gut, gibt er zu, betriebswirtschaftlich müsse sich ein Unternehmen, das stehen bleibt, neu orientieren. Politisch aber «darf man nicht aufgeben, was jahrzehntelang funktioniert hat». Mezzi blickt in den Garten des Elternhauses, wo er noch immer lebt, seine Augen funkeln. Er hätte schon eine Lösung, sagt er dann, eine pragmatische, wie es zu ihm passt. Die Partei würde er «CVP. Die Mitte. Die Union» nennen, wobei dies nur Dachmarke wäre, aus der sich dann jede Kantonalpartei den eigenen Brand zimmern könnte. Die CVP als eine Art Holdinggesellschaft, wenn man so will.

Liebe auf den ersten Blick

In die Holding eingestiegen ist Mezzi über seinen Onkel, der in Laufenburg Gemeinderat war. Er nahm Daniele, noch keine 20, an Parteianlässe mit. «Die Partei hat mich sofort überzeugt», sagt Mezzi. Es war, wenn man so will, Liebe auf den ersten Blick. Mezzi wollte nicht nur dabei sein, er wollte mitprägen, wollte Verantwortung übernehmen. Mit 19 ging er in den Bezirksvorstand, mit 21 wurde er Vizepräsident der Jungen CVP. «Eine tolle Zeit», blickt er zurück. In einer Jungpartei lerne man das Handwerk, könne erste Erfahrungen sammeln, könne Neues ausprobieren – und das ohne Druck. «Das perfekte Lernfeld.»

Apropos Liebe und Blick. War da nicht was? Ach ja, da war dieses Foto vom Kinderspital-Ball 2014. Es zeigt Vera Dillier und Daniele Mezzi. «Er ist erst 21», titelte der «Blick». «Vera Dillier lehnt sich an den CVP-Politiker.» Mezzi, noch ledig, ist es sich gewohnt, darauf angesprochen zu werden. «Über die Schlagzeile haben wir beide gelacht», sagt er. Sie seien gut befreundet, mehr nicht. «Vera steht mir immer noch sehr nahe. Sie ist eine der intelligentesten Frauen, die ich kenne.» Punkt.

Punkten will Mezzi im Wahlkampf, den er, wie es seine Art ist, minutiös geplant hat, mit Standaktionen («Präsenz zeigen ist wichtig»), Flyern, Plakaten und auf Social Media («dort holt man die Jungen ab»). Eine junge Politik möchte er auch in Aarau machen. «Es ist wichtig, dass meine Altersklasse mitreden kann.»

Sollte es mit der Wahl diesmal nicht klappen, bleibt ihm noch Zeit. Das Talent für ein politisches Amt jedenfalls hat er. Und auch den Blick fürs Wesentliche.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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