Olsberg
Er hat seine Scheune und 20 Lämmchen verloren

Der Tag nach dem Grossbrand in Olsberg: Hofbesitzer Daniel Gerber hat seine Scheune verloren. Nicht nur das, in der Feuerhölle kommen 20 Lämmchen ums Leben. «Das ist das Schlimmste an der ganzen Sache», sagt Gerber.

Silvan Hartmann
Drucken
Teilen
Das war einmal eine Scheune – Die Feuerwehr konnte die
12 Bilder
Das war einmal ein Traktor – ein neuwertiger dazu
Die Zerstörung ist imposant. In der Scheune kommen 20 Schafe ums Leben
Ganz links war einmal eine Wohnung – die Mieterin konnte sich retten
Grossbrand in Olsberg – Der Tag danach

Das war einmal eine Scheune – Die Feuerwehr konnte die

Donnerstagmorgen, 10.30 Uhr, «Hofgut Weid» in Olsberg: Nach einer schlaflosen Nacht steht Daniel Gerber Gedanken verloren mit wässrigen Augen vor seiner Scheune. Nur wenige Stunden zuvor brannte diese komplett nieder. «Ich stehe jetzt an. Ich habe so viel Energie und Zeit investiert und jetzt das», sagt er der az und räumt einen leeren Wasserkanister weg. «Das macht unglaublich traurig und irgendwie ist es aussichtslos.»

Schafe tot - Fahrzeuge kaputt

Am Mittwochabend um 19.38 Uhr geht bei der Feuerwehr der Alarm los. Nur 4 Minuten später ist Kommandant Thomas Moser vor Ort. «Das Feuer hatte sich schon ausgebreitet. Die Flammen waren über 10 Meter hoch», so Moser. Kurze Zeit später treffen erste Einsatzkräfte ein. Schliesslich sind die Feuerwehren Magden und Möhlin ausgerückt - insgesamt 110 Mann kämpfen gegen die Flammen.

Wenig später zeigt sich, dass der Brand alles andere als Routine ist: So liegt die Scheune im «Hofgut Weid» derart abgelegen, dass die Feuerwehr das Wasser zuerst aus dem Dorf heranpumpen muss. Obwohl dies in kürzester Zeit gelingt, brennt die Scheune komplett nieder.

Gerbers Lob an die Feuerwehr

In der Scheune befanden sich Gerbers moderne landwirtschaftliche Fahrzeuge, die nicht mehr in Sicherheit gebracht werden konnten.

Noch viel schlimmer: In der Scheune waren zur Brandzeit 20 junge Schafe untergebracht - teilweise erst wenige Tage alte Lämmchen. Für sie kam jede Hilfe zu spät. «Das ist das Schlimmste, meine jungen Lämmli verloren zu haben. Alles andere, wie etwa das Materielle, ist doch nur Nebensache», sagt Gerber der az weiter.

Ein Teil des Bauernhofs in Olsberg im Hofgut Weid wurde total beschädigt
14 Bilder
Personen wurde keine verletzt
Mindestens ein Dutzend Schafe fielen dem Feuer jedoch zum Opfer
Grossbrand in Olsberg beschädigt Bauernhof

Ein Teil des Bauernhofs in Olsberg im Hofgut Weid wurde total beschädigt

Glücklicherweise hatte die Feuerwehr schnell gehandelt: Hätte sich das Feuer auf die weitere unmittelbar nebenan stehende Scheune ausgebreitet, wären wohl noch mehr Schafe dem Brand zum Opfer gefallen. «Darin sind weit über 100 Schafe untergebracht», so Gerber.

Ohnehin spricht er der Feuerwehr ein grosses Lob aus - obwohl es ihr nicht gelang, den Stall zu retten. «Die Feuerwehrleute haben sensationell gearbeitet und ihr Bestmögliches getan. Das Feuer war so gross, dass ihnen nichts vorzuwerfen ist.»

Nun wartet auf Gerber «Arbeit ohne Ende», wie er sagt. «Ich sehe noch viele Fragezeichen. Es wird Monate dauern, bis wieder Normalität einkehrt.» Doch wer mit Gerber spricht, weiss: Dieser Mann ist Bauer aus Leidenschaft, mit Herz. Für ihn ist deshalb klar: «Ich werde weitermachen.»

Die Brandursache bleibt noch ungeklärt. Die Brandermittler haben gestern ihre Arbeit aufgenommen.

Aktuelle Nachrichten