Frick

Erfolgreicher Mittagstisch: Gemeinde Frick erhöht den Beitrag

Gemeinderätin Susanne Gmünder Bamert, der neue Koch Manfred Krin, Schulleiter Peter Boss und Betriebsleiterin Marianne Suter (v. l.) halten am Konzept fest, selber täglich frisch zu kochen.

Gemeinderätin Susanne Gmünder Bamert, der neue Koch Manfred Krin, Schulleiter Peter Boss und Betriebsleiterin Marianne Suter (v. l.) halten am Konzept fest, selber täglich frisch zu kochen.

An Spitzentagen gehen 100 Menüs für je 9 Franken über die Theke. Kostendeckend ist der Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung nicht. Indem Kinder arbeitender Eltern betreut werden, kann das Angebot jedoch helfen, Sozialausgaben zu vermeiden.

An Spitzentagen gehen rund 100 Schüler-Menüs über die Schöpftheke. Vom Kindergärtler bis zum Oberstufenschüler können sich auf Anmeldung alle Fricker Schüler am Mittagstisch verpflegen. Am Donnerstagnachmittag werden bis zu 23 Kindergärtler und Primarschüler betreut – altersdurchmischt.

So viele, dass im Moment am Donnerstag keine weiteren Anmeldungen mehr angenommen werden können. Die Zahlen zeigen: Der Mittagstisch und die Tagesbetreuung in Frick boomen weiter. «Wir sind einer der grössten Mittagstische, mit nur einem Standort», so Betriebsleiterin Marianne Suter.

Dem Boom begegnen die Verantwortlichen mit Innovation, Flexibilität und Neuerungen. «Seit einer Woche ist der Lift, der an die Turnhalle 1958 angebaut wurde in Betrieb, das bringt logistische Erleichterungen», erklärt Gemeinderätin Susanne Gmünder Bamert. Vor knapp einem Jahr wurde im Obergeschoss der Betreuungsraum neu eingerichtet und vergrössert.

Im Essraum wurden Schallschluckdecken eingezogen. Und auf dieses Schuljahr hin wurde erstmals ein Koch im Stundenlohn angestellt. Etwa 27 Stunden pro Woche arbeitet er. Kauft ein, kocht und friert allfällige Reste ein. «Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv», so Susanne Gmünder Bamert, die aber auch einräumt, dass sich beide Seiten mit ihren Philosophien noch vollständig aneinander gewöhnen müssen.

Selber frisch kochen

«Wir haben bewusst an diesem Konzept festgehalten. Wir wollen weiterhin selber frisch kochen und eine Art Grossfamilie abbilden», so die Gemeinderätin. Nicht nur aus Traditionsgründen, obwohl das Kochen die Wurzel des Fricker Mittagstischs ist. «Wir sind viel flexibler, können auf Allergien eingehen, Anmeldungen bis morgens um 8 Uhr entgegennehmen und auch reagieren, wenn ganze Klassen auf Schulreise gehen», betont Marianne Suter.

Bei Mahlzeitenzulieferern müssten wir dagegen drei, vier Tage im Voraus bestellen. «Und wir hätten auch nicht die Infrastruktur, um so viele Mahlzeiten aufzuwärmen.» Schulleiter Peter Boss ergänzt: «Auch finanziell fahren wir günstiger, wenn wir selber kochen.»

Höherer Gemeindebeitrag 2015

Apropos Finanzen. Trotz des Booms ist der Betrieb defizitär. «Kostendeckendes Arbeiten ist nicht möglich und je mehr wir wachsen, kommen auch vermehrt Versicherungsbeiträge und Sozialabgaben dazu», so Susanne Gmünder Bamert. Gemeinde und Kanton helfen aus.

Die Tagesstrukturen in Frick decken ein breites Spektrum ab: Blockzeiten, Mittagstisch, Aufgabenhilfe und Betreuung nach der Schule. Die Nachfrage ist gross.

Die Tagesstrukturen in Frick decken ein breites Spektrum ab: Blockzeiten, Mittagstisch, Aufgabenhilfe und Betreuung nach der Schule. Die Nachfrage ist gross.

«Der Fricker Gemeinderat hat den Betrag im Budget aufgestockt», so Susanne Gmünder Bamert. 2015 soll der Gemeindebeitrag 89 000 Franken betragen. Im laufenden Jahr sind es noch 73 000 Franken. Vom Kanton fliessen jährlich zwischen 25 000 und 30 000 Franken. Auch wenn die Kosten steigen, sind die Verantwortlichen «sehr überzeugt, dass wir für die öffentliche Hand sehr günstig fahren.

Andere Gemeinden sind deutlich teurer.» Man dürfe zudem nicht nur die Kosten sehen, betont Peter Boss. «Der Mittagstisch und die Tagesbetreuung ermöglichen es, dass in Familien beide Partner zur Arbeit gehen. Das führt zu höheren Steuereinnahmen.» Zudem ermögliche es der Mittagstisch auch Alleinerziehenden, einer Arbeit nachzugehen.

So könnten unter Umständen Sozialausgaben der Gemeinde verhindert werden. Und das breite Angebot locke auch Neuzuzüger an. Im Kanton nimmt man das Fricker Modell mittlerweile wahr, wie Peter Boss und Marianne Suter feststellen. «Oft werden wir nach dem Konzept oder den Eckwerten unseres Angebots gefragt.»

Ein Angebot übrigens, das dank einer Zusammenarbeit mit der Villa Kunterbunt nun auch während der Schulferien genutzt werden kann. «Die Villa Kunterbunt nimmt während der Ferien ausnahmsweise auch ältere Kinder auf», erklärt der Schulleiter. Die Bezahlung erfolgt dabei nach den Konditionen der Villa Kunterbunt.

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