Der Schwellenwert für eine Grippeepidemie liegt in der Schweiz bei 68 Verdachtsfällen pro 100 000 Einwohnern. In der letzten Woche wurde dieser Wert noch ganz knapp unterschritten, die Zahl der Grippe-Erkrankungen nahm aber deutlich zu. Im Fricktal ist es an der Grippefront derzeit noch ruhiger als vor Jahresfrist. Damals kam es um den Jahreswechsel herum schon zu einem ersten Peak der Grippewelle mit gegen 350 Verdachtsfällen pro 100 000 Einwohner.

«Doch jetzt scheint die Grippesaison bei uns zu starten», sagt Andreas Helg, Hausarzt im Praxiszentrum Frick. Darauf lassen jedenfalls die Konsultationen vom Wochenanfang schliessen. Zehn von 43 Patienten hätten die Praxis am Montag wegen Grippe oder grippeähnlicher Symptome aufgesucht, so Helg. Dies entspricht einer Quote von gut 23 Prozent. Gestern habe sich die Situation zwar wieder etwas entspannt, doch für Helg ist klar, dass die Grippewelle im Anmarsch ist.

Welle wird erwartet

Etwas tiefer ist die Grippe-Quote derzeit in den Spitälern Rheinfelden und Laufenburg des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF). Derzeit seien zwischen acht und zehn Prozent der stationären Fälle von Grippe betroffen, sagt GZF-Sprecherin Miriam Crespo. «Mehrheitlich sind es ältere Patienten.» Grundsätzlich seien dies aber derzeit «eher wenige Grippefälle». Beim Gesundheitszentrum Fricktal gehe man deshalb davon aus, dass im Februar oder März ein spürbarer Peak bevorstehe.

Davon geht auch Philipp Bachmann, Hausarzt in Sisseln aus. Aktuell habe er zwar keine Fälle in Behandlung, so Bachmann. «Die Grippewelle kommt jedes Jahr irgendwann zwischen Mitte Dezember und Mitte Februar.» Dies werde deshalb wohl auch in den kommenden Wochen so sein.

Mehr Grippeimpfungen

Andreas Helg sieht dies auch so. Er hofft aber, dass die Grippewelle dieses Jahr weniger stark ausfällt als 2018. Damals war es nach dem Peak kurz nach dem Jahreswechsel wenige Wochen später zu einem zweiten Peak gekommen. «Die Erfahrungen aus dem letzten Winter haben nun mehr Leute dazu bewogen, sich impfen zu lassen», so Helg. Bachmann bestätigt dies: «Es haben sich deutlich mehr Personen impfen lassen. Teilweise war gar der Impfstoff nicht mehr lieferbar.» Die Wirksamkeit der Impfung lässt sich derzeit noch nicht endgültig abschätzen. Mindestens die Vierfachimpfung scheine aber gut zu wirken, so Andreas Helg. Er habe diese selber gemacht – und bisher trotz seiner exponierten Tätigkeit noch keine Grippesymptome verspürt.

Letztere scheinen auch in Eiken derzeit nicht allzu verbreitet zu sein. «Wir haben in den letzten Tagen keinen Anstieg beim Verkauf von Medikamenten gegen Grippesymptome festgestellt», sagt Apothekerin Monika Mayer von der Vinzenz-Apotheke. Allerdings sei der Verkauf solcher Medikamente schon den ganzen Winter über stabil, sodass die Kunden womöglich einen Vorrat zuhause hätten. «Wenn einem die Grippe nämlich wirklich erwischt, geht man nicht mehr aus dem Haus», so Mayer.