Zuzgen

«Es ist wieder ein Genuss»: Nach umfangreicher Renovation erstrahlt die Pfarrkirche wieder

Die neugotische Innenausstattung aus dem Jahr 1901 kommt nach der Renovierung wieder voll zu Geltung.

Die neugotische Innenausstattung aus dem Jahr 1901 kommt nach der Renovierung wieder voll zu Geltung.

Die römisch-katholische Pfarrkirche hat eine umfangreiche Renovation hinter sich.

Die römisch-katholische Pfarrkirche in Zuzgen erscheint wieder in ihren Originalfarben. Wegen starker Verschmutzung des Innenbereiches wurde die St. Georgskirche in Zuzgen in den letzten drei Monaten einer umfangreichen Innenrenovation unterzogen. Die Kirche mit Baujahr 1901 ist eine der wenigen erhaltenen neugotischen Sakralbauten im Kanton, die noch über ihre gesamte bauzeitliche Ausstattung verfügt.

Das Resultat der Renovation kann sich sehen lassen und begeistert alle Beteiligten, schreibt die Kirchenpflege in einer Mitteilung. «Es ist wieder ein Genuss, das Farbenspiel zwischen der neugotischen Inneneinrichtung und den neu erstrahlten Wänden und Decken des Kircheninneren auf sich wirken zu lassen.» Dieses Resultat konnte allein durch Trocken- und teilweise Nassreinigung und praktisch ohne Einsatz von Farbe erzielt werden. Die Reinigung wurde durch die Firma Buess Restaurationen aus Gelterkinden in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege durchgeführt.

Den jetzigen Zustand erhalten

Damit der jetzige Zustand so lange wie möglich aufrechterhalten werden kann, wurden während der Renovation verschiedene Massnahmen implementiert. Diese wurden mit dem Einbau einer komplett neuen Kirchensteuerung umgesetzt. Ein optimiertes Heizsystem unterdrückt Warm- und Kaltluftwalzen im Kircheninnern und reduziert dadurch die Staubaufwirbelung und vor allem die Kondensatbildung und Schmutzablagerung an Wänden und Decken. Neu automatisierte Fensterflügel im Kirchenschiff stellen die Lüftung unter optimalen Bedingungen sicher. Zur Reduktion von Russ wurde der Einsatz von Kerzen optimiert. So wurde beispielsweise die Brenndauer der Opferkerzen halbiert.

Neu Einsegnung

Am letzten Sonntag feierte die Gemeinde einen Festgottesdienst zur Einsegnung der renovierten Kirche. In der Festpredigt sprach Pfarrer Urs Zimmermann unter anderem von einem Vergleich der Kirche mit einer Raststätte, wo man auch Kraft und Energie für den Weg von einem Ort zu einem neuen Ziel finden kann. Musikalisch umrahmt wurde die Feier mit Cornet- und Orgelspiel, vorgetragen durch Renald Müller, Viorenzo Pedrocchi und Heinz Mangold.

Das Gastrecht genossen

Während der Renovation war die Kirche nicht benutzbar, daher gewährte die christkatholische Kirchgemeinde Gastrecht in ihrem Gotteshaus. Klaus Hollinger, Präsident der Kirchenpflege, dankte der anwesenden Vertretung der christkatholischen Kirchgemeinde: «Solche Erlebnisse sind für uns alle auch ein Stück gelebter Kirchengeschichte und echter Ökumene. Bezahlen kann man solche Gesten ja nicht wirklich», sagt Hollinger, der nachschiebt, dass man sich bei der christkatholischen Kirchgemeinde revanchieren würde, falls diese eines Tages eine Ausweichmöglichkeit bräuchte.

Zum Ende der Feier erfolgte noch die Ehrung von Ruedi Sacher für 20 Jahre Dienst als Sakristan. Agnes Zimmermann wurde nach 15 Jahren als Reinigungsfachkraft im Dienst der Kirche verabschiedet. Abgerundet wurde die Feier mit einem Apéro auf dem Kirchplatz. (az)

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