Kaiseraugst

«Es reicht jetzt einfach»: Diebe durchwühlen die Container der Rewag AG

Bei der Rewag AG wird immer wieder illegal Abfall entsorgt.

Bei der Rewag AG wird immer wieder illegal Abfall entsorgt.

Die Kaiseraugster Rewag AG ärgert sich über Diebstähle und illegale Entsorgung – und ergreift Massnahmen. Das Unternehmen hat einen Teilbereich eingezäunt. Dieser bleibt ausserhalb der Öffnungszeiten geschlossen, um Diebstähle zu verhindern.

Fabian Mombelli hat genug. «Es reicht jetzt einfach», sagt der Geschäftsführer des Kaiseraugster Entsorgungsunternehmens Rewag. Grund für seinen Ärger: Diebstähle und illegale Abfallentsorgung auf dem Recyclinghof des Unternehmens. Geklaut werden vor allem Elektronik­geräte, aber auch andere Wertstoffe wie Kabel oder Kupfer. Die Diebe durchwühlen auf der Suche danach nicht selten grosse Teile des Areals – und hinterlassen dabei ein Chaos. «Das ist mühsam», so Mombelli.

Und es hat schon zu richtig unschönen Szenen geführt. So seien Mitarbeitende, die in den Abendstunden noch auf dem Gelände waren, auf verdächtige Personen aufmerksam geworden. «Als sie die Personen angesprochen haben, wurden sie verbal ziemlich übel angegangen», erzählt Mombelli. Zu einer körperlichen Auseinandersetzung sei es zwar nicht gekommen. «Aber ich möchte meine Mitarbeitenden dem nicht weiterhin aussetzen», so Mombelli.

Aufgrund der steigenden Anzahl von Diebstählen hat die Rewag bereits reagiert. Viele Wertstoffe – etwa Papier, Karton, Eisen, Flaschenglas, PET-­Flaschen und Elektronik – konnten bis anhin auch ausserhalb der Öffnungszeiten direkt auf dem Areal entsorgt werden. Nun hat das Unternehmen einen Teilbereich eingezäunt. Er bleibt ausserhalb der Öffnungszeiten geschlossen, um Diebstähle zu verhindern. Es sei aber weiterhin erlaubt, diese Materialien vor dem Tor in den bereitgestellten Behältern oder auf den bezeichneten Flächen zu deponieren, betont Mombelli.

Kunststoff landet in der Glasflaschensammlung

Nur: So richtig will das nicht klappen. Erst am vergangenen Montagmorgen trafen die Mitarbeitenden des Recyclinghofs wieder eine echte Sauerei an – volle Abfall- und Plastiksammel­säcke, alte Kleider und Schuhe, leere Kartonschachteln und Farbkessel sowie anderer Müll lagen gleich haufenweise vor dem Zaun. Mombelli bittet daher um mehr Disziplin.

Das gilt auch für die Kunststoffsammlung. «Diese mussten wir aufgrund der Marktsituation und dem immer höheren Anteil von Abfall im Kunststoff neu kostenpflichtig machen», sagt Mombelli. Das wiederum hat bereits dazu geführt, dass Leute versuchen, den Kunststoff auf illegalem Weg weiterhin kostenlos zu entsorgen – unter anderem in der Glasflaschensammlung. «Dieses Material kann dann nicht mehr recycelt werden, sondern muss für uns kostenpflichtig entsorgt werden», sagt Mombelli.

Die Videoüberwachung wird ausgebaut

Das Entsorgungsunternehmen ergreift ob all dieser Missbräuche nun weitere Massnahmen. «In Absprache mit der Polizei haben wir beschlossen, die Videoüberwachung auf dem Gelände auszubauen», sagt Fabian Mombelli. Das soll nun in Kürze geschehen. Ziel ist es, Diebe und Abfallsünder zu identifizieren und bei groben Verstössen anzuzeigen sowie Hausverbote gegen die Täter auszusprechen. «Wir werden die Video­aufnahmen genau auswerten, auch wenn das ein grosser Aufwand ist», sagt Mombelli.

Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen. «Es soll sich herumsprechen, dass wir uns wehren, damit der Missbrauch möglichst rasch wieder abnimmt», sagt Mombelli. Geprüft wird auch, ob zeitweise ein externer Sicherheitsdienst das Areal überwachen soll.

Schliessung des Hofs soll verhindert werden

«Die allermeisten Kunden halten sich an unsere Vorgaben. Es wäre schade, müssten wir unser Angebot wegen einiger weniger, die das nicht tun, aufheben», sagt Mombelli weiter. Er weiss: «Das Angebot – gerade, dass auch ausserhalb der Öffnungszeiten Material deponiert werden kann – wird als Dienstleistung von der Allgemeinheit sehr geschätzt. Das hören wir immer wieder in positiven Rückmeldungen.» Die Schliessung des Recyclinghofs soll daher nur die Lösung sein, wenn kein anderer Ausweg mehr bleibt: «Wir hoffen, dass sich die Situation verbessert, bevor es dazu kommt.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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