«Von so einem Fund träumt jeder Archäologe», sagt der Aargauer Kantonsarchäologe in dem Video des Kantons. Doch das ist nicht jedem vergönnt: So ein aussergewöhnlicher Fund komme vielleicht alle paar Jahrzehnte vor.

Georg Matter hatte Glück. Ein Bauer stiess in seiner Kirschbaumplantage im Fricktal auf einen der grössten Münzschätze der Schweiz aus römischer Zeit. Und so durften er und seine Mitarbeiter diesen im aargauischen Ueken aus dem Boden holen. 

«Vergleichbare Schätze gibt es kaum»

4166 Münzen, zusammen 15 Kilo schwer: «Das ist eine Grössenordnung, die man bei Münzschätzen sonst nicht kennt», schwärmt Matter. «Wir sind hier in einer sehr speziellen Kategorie – da gibt es bisher nur einzelne vergleichbare Schätze.»

Kein Wunder, hielt der Kanton den Sensationsfund noch geheim, als sich die Wissenschaftler im September in Ueken im Fricktal an die Bergung des Schatzes machten. 

Mit Mikrosandstrahlgerät und Ultraschallmeissel

Immerhin haben sie diese in einem Video dokumentiert. Dieses veröffentlichte der Kanton heute – um der breiten Öffentlichkeit die Dimensionen des römischen Schatzes vor Augen zu führen.

Gleichzeitig dokumentiert der Film auch die wissenschaftliche Arbeit. Um mehr über die Münzen zu erfahren, reinigen die Wissenschaftler diese. Restaurator Georg Lang legt die Münzbilder mit Mikrosandstrahlgerät und Ultraschallmeissel frei.

Mit Spezialgeräten legen die Wissenschaftler die Münzbilder frei.

Mit Spezialgeräten legen die Wissenschaftler die Münzbilder frei.

Durch die Untersuchung der Prägungen konnten die Forscher bereits herausfinden, dass die Münzen in den 290er-Jahren in den Boden kamen. Sie wollen dem Schatz aber noch mehr entlocken – etwa neue Erkenntisse über den Geldfluss zu dieser Zeit.

Die ganzen Ersparnisse versteckt

Der Schatz ist gemäss ersten Schätzungen so viel wert wie ein bis zwei durchschnittliche Jahreseinkommen in dieser Zeit. Wem hat er gehört? Dafür hat Kantonsarchäologe Georg Matter höchstens Erklärungen: «Ich denke, dass es sich dabei um die Ersparnisse eines Handwerkers, Gutshofbesitzers oder Kaufmanns aus der Region handelt.»

Aus irgendeinem Grund hat er sein Vermögen in Ueken versteckt – und nie mehr ausgegraben. «Vielleicht ist er erkrankt oder gestorben», so Matter. Oder er hat schlicht sein Versteck nicht mehr gefunden. (smo)

Hier wurde der Schatz gefunden:

Karte Münzschatz Ueken