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Nach NAB-Ende: Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal legt bei Neukunden kräftig zu

Die regionale Genossenschafts-Bank verbucht für 2020 einen leichten Rückgang beim Jahresgewinn. Dafür steigen Bilanzsumme und Kundeneinlagen. Im «extrem dynamischen Bankenumfeld des Fricktals» wolle man auch in Zukunft auf Regionalität und Nähe setzen.

Hans Christof Wagner
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Marc Jäger, der Vorsitzende der Bankleitung (links), und Erwin Schwarb, Präsident des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal, präsentierten die Zahlen für 2020.

Marc Jäger, der Vorsitzende der Bankleitung (links), und Erwin Schwarb, Präsident des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal, präsentierten die Zahlen für 2020.

Hans Christof Wagner / Aargauer Zeitung

Vom Verschwinden der Neuen Aargauer Bank (NAB) konnte auch die Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal profitieren. «Die Zahl der 2020 gewonnenen Neukunden war doppelt so hoch wie in den Vorjahren», bilanziert Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung, einen Aspekt aus dem Geschäftsjahr 2020. Aber die Neukunden auch zu halten, sei die Herausforderung. Jäger:

«Denn auf deren Treue allein kann man sich heute nicht mehr verlassen, gerade in dem derzeit extrem dynamischen Bankenumfeld des Fricktals.»

Damit spielt Jäger darauf an, dass auch ein neuer Player ins Fricktal vorgestossen ist – die Basellandschaftliche Kantonalbank mit Filialen in Rheinfelden und Frick.

Mehr Präsenz vor Ort – für Jäger «eigentlich eine Entwicklung gegen den Trend». Denn dieser gehe eher in Richtung Rückzug aus der Fläche. «Aber das Fricktal wird eben als Region mit besonders hoher Dynamik wahrgenommen.» Jäger betont die Verbundenheit der Raiffeisenbank mit der Region und ihren Menschen. Er sagt:

«Wir sind ein lokales KMU, wir bezahlen unsere Steuern hier, wir fördern die Fricktaler Vereine in unserem Verbreitungsgebiet mit 60'000 Franken jährlich. Und wir schütten auch für 2020 sechs Prozent Dividende aus.»

Zwar habe man sich aus Zeihen verabschiedet, andererseits in die neue Geschäftsstelle im Coop-Einkaufszentrum in Stein auch investiert – mit dem Schwerpunkt auf digitaler Beratung für den Bankleiter ein «Labor und Experimentierfeld».

In Zeihen könnte der Bancomat zurückkehren

Noch laufen die Verhandlungen zwischen Bank und Gemeinde

In Zeihen hat die Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal sowohl ihr Beraterbüro geschlossen wie auch den Bancomaten entfernt und dafür massive Kritik einstecken müssen. Dass zumindest der Bancomat zurückkehrt, sei möglich, wie Bankleitung und Verwaltungsrat betonen. Voraussetzung sei, dass sich die Gemeinde finanziell beteilige, wie zuvor schon in Wölflinswil und Sisseln. Man verhandele mit Zeihen. Das Ergebnis stehe noch aus. (hcw) 

Für 2020 meldet die Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal laut Jäger ein «sehr starkes operatives Ergebnis», auch wenn der Jahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent geringer ausfällt. Dafür sind Bilanzsumme und Kundeneinlagen um 6,3 und 7,5 Prozent gestiegen. Für die 1,34 Milliarden Franken, welche die Raiffeisen-Kunden auf der hohen Kante haben, sollen sie zumindest keine Negativzinsen bezahlen müssen. Jäger: «Wir versuchen, Privatkunden so lange wie möglich davor zu verschonen.»

Die rund 14'000 Mitglieder der Genossenschaftsbank haben im Mai und Juni Gelegenheit, den Geschäftsabschluss 2020 per Urabstimmung zu genehmigen. Wieder leibhaftig zusammenkommen sollen sie Ende August, zu vier Mitgliederanlässen, wie Erwin Schwarb, Präsident des Verwaltungsrates, berichtet.

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