Mettauertal
Seit Jahren stecken Forstbetriebe in roten Zahlen – nun prüfen sie eine Zusammenarbeit

Weil die Forstbetriebe am Kriseln sind, prüfen die Gemeinden Kaisten, Mettauertal und Schwaderloch mit dem Staatsforstbetrieb Aare-Rhein einen Zusammenschluss der Forstwirtschaften.

Simon Widmer
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Forstarbeiter aus verschiedenen Fricktaler Gemeinden verrichten ihre Arbeit – wie auf dem Bild in Lenzburg – vielleicht bald im gleichen Betrieb.

Forstarbeiter aus verschiedenen Fricktaler Gemeinden verrichten ihre Arbeit – wie auf dem Bild in Lenzburg – vielleicht bald im gleichen Betrieb.

Alex Spichale

Die ganze Welt steckt in einer Krise – bei Forstbetrieben ist das allerdings nicht erst seit Corona der Fall. Schon seit Jahren schreiben die Waldbewirtschafter der Gemeinden Kaisten, Schwaderloch und Mettauertal keine schwarzen Zahlen mehr. Nun will man handeln und eine Zusammenarbeit oder eine Fusion prüfen.

Konkret befinden sich die Forstbetriebe Kaisten, Mettauertal-Schwaderloch sowie der Staatsforstbetrieb Aare-Rhein in Gesprächen über eine Kooperation. Dabei sei noch unklar, ob man einfach eine Partnerschaft eingehen oder zu einem einzigen Betrieb fusionieren will. Im Juni wurden die Einwohner an den Gemeindeversammlungen über das Vorhaben informiert, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.

Forstwirtschaft unter Druck

In dieser Mitteilung schreiben die Gesprächspartner, dass sie «mit einer zukunftsgerichteten Organisation, einer klaren Strategie und einem dienstleistungsorientierten Aufgabenspektrum» den dauerhaft tiefen Holzpreisen entgegenwirken wollen. Peter Weber, Gemeindepräsident von Mettauertal, führt weiter aus:

«Die Forstwirtschaften sind unter Druck. Schon seit Jahren schreiben sie rote Zahlen.»

Die Betriebe seien zwar nicht existenziell bedroht, da die Gemeinden noch über ein gewisses Polster verfügen. Durch einen Zusammenschluss wäre die Organisation aber ein grösserer Player auf dem Holzmarkt, was zu mehr Verkaufsmacht und vielleicht auch zumindest zu einer schwarzen Null führen würde.

Zu wenig Leute für grosse Holzschläge

Die Prüfung hat aber auch personelle Gründe. Weber erklärt, dass die drei Betriebe alle sehr klein seien und sie deshalb bei grösser angelegten Holzschlägen diese nicht selbst ausführen könnten, weil das Personal fehle. «Wenn wir es nicht selbst machen können, müssen wir externe Firmen anstellen. Das ist für uns eine Ertragseinbusse», so Weber.

In Stein gemeisselt sei allerdings noch nichts, bis jetzt sei es nur eine Prüfung und noch nichts Definitives. Weber sagt:

«Wir haben schon eine gemeinsame Vision herausgearbeitet, aber sonst sind wir überall noch am Anfang der Prozesse.»

Nun müsse angeschaut werden, was es noch alles für eine Fusion bräuchte, was man zum Beispiel neu bauen oder anschaffen müsste und was generell die Vor- und Nachteile eines Zusammenschlusses wären. Auch die langfristige Zukunft der Forstwirtschaftsorganisation «Rheinufer» sei noch nicht klar. Als Startdatum für den gemeinsamen Forstbetrieb sei deshalb frühstens der 1. Januar 2023 zu erwarten.

Laufenburg nicht dabei

Die Idee einer gemeinsamen Forstwirtschaft ist in Mettauertal und Schwaderloch bei einem Workshop der Bevölkerung entstanden, der gezeigt hat, dass eine Zusammenarbeit mit anderen eine Option wäre. Daraufhin hat sich der Staatsforstbetrieb gemeldet und eine Kooperation vorgeschlagen. Da Kaisten sowieso schon einen Vertrag mit dem Staatsforstbetrieb hatte, war ihre Mitarbeit ein logischer Schritt.

Laufenburg, dass in der Mitte der drei Gemeinden liegt und ihr Gebiet voneinander trennt, ist nicht Teil des Projektes. Wie Weber erklärt, haben diese erst kürzlich eine Zusammenarbeit mit Gansingen begonnen, weshalb ihre Beteiligung gar nicht zur Diskussion stand.

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