Fricktal
Die Gastrobranche atmet auf: So bereiten sich die Wirte auf die Öffnung der Innenbereiche vor

Nach der Terrassenöffnung mit einem verregneten Frühling, herrscht bei den Gastronomen Euphorie, die Gäste nun endlich wieder im Warmen und Trockenen verköstigen zu können. Zuvor muss jedoch poliert, geputzt und vermessen werden. «Fricks Monti» profitiert von den Lockerungen gleich dreifach.

Dennis Kalt
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Denise Hofmann, Betreiberin des Cafés Cassiopeia in Kaisten, und Vater Ueli Senn freuen sich auf den nächsten Öffnungsschritt.

Denise Hofmann, Betreiberin des Cafés Cassiopeia in Kaisten, und Vater Ueli Senn freuen sich auf den nächsten Öffnungsschritt.

Bild: Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Ihre Gäste taten Denise Hofmann zuweilen leid – dann, wenn die dunkeln Wolken über dem Kaister Café Cassiopeia aufzogen und der Kaffee bei Wind und Regen geschlürft werden musste. «Zu gerne hätte ich sie nach drinnen geholt», sagt Hofmann. «Doch das ging ja leider nicht.» Umso grösser ist bei ihr die Freude, dass sie durch die vom Bundesrat beschlossenen Lockerungen ab nächster Woche wieder im Innenbereich begrüssen darf. Sie sagt:

«Draussen, wenn es garstig ist und das Essen schnell kalt wird und der Regen zwischen den Storen heruntertropft, bestellt sich doch niemand ein Menu.»

Doch bis zur Öffnung gibt es für Hofmann noch einiges zu tun. Vor allem muss sie den Innenbereich, den sie als Ausstellungsraum für ihre Boutique umgenutzt hat, wiederherrichten. Etwa müssen alle Tische mit Holzpolitur eingerieben werden, damit die Oberfläche durch das ständige Desinfizieren keinen Schaden nimmt.

Sehnsucht nach Ort für soziale Kontakte ist gross

Einzuschätzen, wie die Resonanz auf die Innenraumöffnung ausfällt, ist für Hofmann schwierig. Einerseits sei die Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdwown 2020 verhalten ausgefallen. «Man hat den Respekt der Menschen vor dem Virus gemerkt.» Andererseits seien nun viele Risikopersonen geimpft und die Sehnsucht nach einem Ort für soziale Kontakte sei gross. Hofmann sagt denn auch: «Ich bin optimistisch, dass wir einen guten Start hinlegen.»

Ein Aufatmen ist bei Gabriela Anda vom «Kronenhof» zu vernehmen. Für gewöhnlich hat das kleine Restaurant in der Rheinfelder Marktgasse am Montag Ruhetag – nicht so nächsten Montag. Anda sagt:

«Unsere Freude ist so gross, dass wir an unserem Ruhetag ausnahmsweise öffnen werden.»

Derzeit misst Anda die Abstände zwischen den Tischen aus. Sofern es keine Abschrankungen gibt, muss dieser muss 1,50 Meter betragen. So finden statt 40 Personen, nur noch 20 im «Kronenhof» Platz. «Wenn das Wetter schön ist, wird es sich sicher schnell füllen», sagt Anda.

Take-away-Angebot wird zurückgefahren

Einige Reservierungen sind bereits bei der Wittnauer «Krone» eingegangen. Wirt Michel Schmid freut sich wieder Gäste im Restaurant verköstigen zu dürfen. Nach der Vollöffnung wird er sein Take-away-Angebot, auf das er gesetzt hat, wieder herunterfahren. Er sagt:

«Schade ist, dass derzeit noch kein Bankett-Angebot möglich ist.»
Philipp Weiss betreibt in Frick seit fast drei Jahrzehnten «Fricks Monti».

Philipp Weiss betreibt in Frick seit fast drei Jahrzehnten «Fricks Monti».

Bild: Nadine Böni (26. April 2017)

Philipp Weiss, Betreiber von «Fricks Monti», profitiert gleich in dreifacher Hinsicht von den beschlossenen Öffnungen. Erstens darf er die Hälfte seiner 180 Sitzplätze für Veranstaltungen und Filmvorführungen nutzen – vorher ein Drittel. Zweitens ist bei Veranstaltungen im Saal die Konsumation wieder erlaubt. Drittens ermöglicht die Öffnung des Innenbereichs des Restaurants, dass die Leute vor oder nach einer Vorführung dort noch etwa Essen oder Trinken. So sagt denn auch Weiss.

«Wir sind extrem froh, dass dieser Öffnungsschritt so gekommen ist. Es war bis jetzt doch eine sehr harte Zeit.»

Johannes Oehler, Geschäftsführer vom Sportcenter Bustelbach in Stein, freut sich, dass mit der Öffnung der Innengastronomie nun wieder geregelte Arbeitszeiten zurückkehren. Zudem haben die Sportler nun wieder die Möglichkeit nach dem Training etwas zu konsumieren. Auch für die Sportler gibt es Erleichterungen während des Trainings. Etwa müssen Tennis- oder Badmintonspieler beim Doppel keine Maske mehr tragen.

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