Fricktal
Die Pilze machen Pause – nach einem guten Sommer warten die Sammler jetzt auf Regen

Der nasse und kühle Sommer sorgte im Juni, Juli und Anfang August für volle Körbe bei den Pilzsammlern der Region. Seit einigen Tagen herrscht nun aber Flaute. Der Wind hat den Waldboden derart ausgetrocknet, dass kaum ein Pilz mehr wächst. Die Sammler aber geben die Hoffnung nicht auf – schliesslich bräuchte es nur etwas Regen für einen tollen Pilzherbst.

Nadine Böni
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Im Juli und bis Mitte August fanden die Pilzsammler in den Fricktaler Wäldern unter anderen viele Eierschwämmli.

Im Juli und bis Mitte August fanden die Pilzsammler in den Fricktaler Wäldern unter anderen viele Eierschwämmli.

Walter Schwager (13. August 2011)

Anselm Ruflin beschäftigt sich derzeit lieber mit Gartenarbeit – aus gutem Grund: Denn während er im heimischen Garten immer etwas zu tun hat und das spätsommerlich schöne Wetter geniessen kann, herrscht im Wald die grosse Leere. Was die Pilze angeht, versteht sich. «Es ist zu trocken», sagt der Pilzsammler und -kontrolleur, zuständig für die Gemeinden Gipf-Oberfrick, Eiken, Frick, Oberhof, Oeschgen und Wölflinswil. Nach einem mehrstündigen Rundgang durch sein «Revier» kehrte er zuletzt mit nicht mehr als einer Handvoll Pilze zurück.

Derzeit findet Anselm Ruflin nur wenige Pilze im Wald.

Derzeit findet Anselm Ruflin nur wenige Pilze im Wald.

Dennis Kalt (25. September 2016)

Ähnlich erlebt René Chappuis – er ist Kontrolleur in Kaisten, Laufenburg, Schwaderloch und Sisseln – die Situation. Er war zuletzt am Sonntag auf einer kleinen Runde durch den Wald. Aber: Seit gut zehn Tagen gäbe es nur noch wenige Pilze, sagt er.

«Der Wind hat den Waldboden derart ausgetrocknet, dass kaum ein Pilz mehr wächst.»

Noch in den Wochen zuvor sah es ganz anders aus, kehrten die Sammler öfters mit vollen Körbli aus dem Wald zurück. Darin unter anderem: Sommersteinpilze. «Ein positiver Effekt des verregneten Sommers», sagt Ruflin. Denn während die Sommermonate in den vergangenen Jahren jeweils zu heiss und trocken waren, gab es in diesem Jahr mal wieder genügend Regen für die Speisepilze. «Ich konnte meinen Vorrat an Steinpilzen für dieses Jahr schon mit Sommersteinpilzen auffüllen», sagt René Chappuis mit einem Lachen.

Herbstpilze schon Anfang August

Neben den Sommersteinpilzen fanden die Sammler im Juli auch viele Pfifferlinge – auf Mundart Eierschwämmli – sowie gerade im August auch schon einige Pilze, die ansonsten erst im Herbst aus dem Boden schiessen. Chappuis sagt:

«Das liegt sicher an den kalten, nassen und trüben Tagen in den letzten Juli- und ersten Augusttagen.»

Damit tanzt das Jahr im Vergleich mit den Vorjahren ziemlich aus der Reihe. Vergangenes Jahr etwa ging die Pilzsaison vielerorts erst Ende September oder gar erst im Oktober los, erinnert sich Ruflin und fügt an: «Dieser Sommer war zum Pilzeln eigentlich ganz gut.»

Auf dem Wunschzettel: Regen

Damit es nun nach dem guten Pilzsommer auch einen guten Pilzherbst gibt, braucht es vor allem eines: mehr Feuchtigkeit. Die Fricktaler Pilzsammler wünschen sich daher wieder Regen. Chappuis ist überzeugt:

«Sobald der Boden wieder nass ist, werden die Pilze spriessen.»

Dass die Temperaturen derzeit nachts bereits nahe an den einstelligen Bereich sinken, macht dabei nichts aus. «Die Herbstpilze sind diesbezüglich weit weniger sensibel als Sommerpilze», erklärt er.

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